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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Plan B für das Neumarkt-Center: Die Arbeit beginnt
Zwischenüberschrift:
Mehr als 40 Fachleute machen in der Konzeptgruppe mit – Initiator Reinhart Richter will Ergebnisse im November präsentieren
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Sie sind Stadtplaner, Fondsmanagerin oder Architekt, Einzelhändlerin, Hochschulprofessor oder Wohnungsbauexperte und sie wollen gemeinsam einen Plan B für das Einkaufszentrum am Neumarkt entwickeln. Mehr als 40 Fachleute sind dem Aufruf gefolgt. Am Samstag treffen sie sich zur Auftaktveranstaltung.

Es ist weiterhin unsicher, ob der Düsseldorfer Investor Unibail Rodamco seine Pläne für das Shoppingcenter am Neumarkt noch weiterverfolgt. Um den Stillstand zu überwinden, hat der 78-jährige Kommunalberater Reinhart Richter die Initiative für eine Alternativplanung ergriffen.

Mit unerwarteter Resonanz: Dutzende von Interessierten erklärten sich bereit, ihr Fachwissen einzubringen, um damit dem vom Niedergang bedrohten Quartier zwischen Neumarkt, Johannisstraße und Großer Rosenstraße eine neue Perspektive zu geben.

Positive Grundstimmung

Reinhart Richter ist beeindruckt von der Entschlossenheit seiner Mitstreiter, ehrenamtlich zum Wohle der Stadt an einem Plan B mitzuwirken. Nach seinem Aufruf, über den unsere Redaktion Mitte Juli berichtete, habe sich aber auch gezeigt, dass es ein starkes Unterstützerfeld″ im Hintergrund gebe, sagt der Initiator eines bürgerschaftlichen Planungsprozesses. Es gebe verschiedene Institutionen, die zwar nicht öffentlich in Erscheinung treten wollten, aber bereit seien, wichtige Informationen und frühere Planungsergebnisse einzubringen. Eine positive Grundstimmung gegenüber seinem Vorhaben habe er oft schon in den Vorzimmern gespürt, bekundet Richter. Am Wochenende kommen die Aktiven der Konzeptgruppe Neumarkt-Center erstmalig zusammen, um sich kennenzulernen und eine gemeinsame Diskussionsgrundlage zu formulieren. In den sieben Arbeitsgruppen geht es dann um Stadtplanung und Architektur, Wohnen, Einzelhandel, Bildung, Kleinunternehmen und Existenzgründer, Finanzierung und Mobilität. Möglicherweise werden noch weitere Themen hinzukommen.

Keine Antwort vom OB

Die inhaltliche Arbeit, die in den folgenden sechs Wochen geleistet werden soll, wird von einer Steuerungsgruppe aus fünf Personen abgeglichen und in einem Mitgliederplenum erörtert. Richters Zeitplan sieht vor, dass die Ergebnisse im Oktober zu einem Gesamtkonzept zusammengefügt werden. Das möchte er zunächst der Stadt und dann der Öffentlichkeit vorstellen.

In einem Schreiben an Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hat er vorgeschlagen, dass der Plan B zuerst dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt präsentiert wird und zwar in der Sitzung am 9. November. Eine Antwort hat er bislang nicht bekommen.

Richter ist aber zuversichtlich, dass sich die Rathaustüren für die bürgerschaftlichen Planer öffnen werden. Positive Signale habe es bislang von der CDU, der FDP, dem Bund Osnabrücker Bürger (BOB) und der Fraktion UWG/ Piraten gegeben, zählt er auf, und fügt hinzu: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mehrheit im Rat nicht interessiert ist, das Konzept zu diskutieren.″

Der Initiator kann sich auch gut vorstellen, dass der Investor Unibail Rodamco offene Ohren für den Plan B hat. Am Ende werde es voraussichtlich auf eine Mischnutzung hinauslaufen, meint er. Und es spreche vieles dafür, dass das Thema Wohnen dabei einen Schwerpunkt bilden werde, ebenso der Einzelhandel in unterschiedlichen Formen.

Breiter Rückhalt

Wenn es gut läuft, werde das Konzept vielleicht auch über den Bebauungsplan Nr. 600 hinausgehen, kündigt Richter an. Das ist die Fläche zwischen Neumarkt und Großer Rosenstraße, die bislang für das Shoppingcenter reserviert ist. Der breite Rückhalt, den er für seine Idee findet, macht den 78-Jährigen zuversichtlich: Ich denke, wir haben gute Chancen, das gut über die Bühne zu bringen!

Die Konzeptgruppe Neumarkt-Center informiert auf ihrer Internetseite über den Planungsstand: http:// planb-os.de

Bildtext:
Der Abriss vom Wöhrl-Haus lässt auf sich warten. Jetzt will die Konzeptgruppe Neumarkt-Center neue Pläne für das Viertel entwickeln.

Die Johannisstraße leidet unter der Stagnation. Der Plan B für das Einkaufscenter soll ihr eine neue Perspektive geben.

Fotos:
Lahmann-Lammert

Kommentar
Wie ein Kaninchen

Ganz schön selbstbewusst kündigt Reinhart Richter den Plan B an, den die Konzeptgruppe für das Einkaufscenter am Neumarkt entwickeln will. Und dazu hat er auch allen Grund. Ob dabei ein tragfähiges Alternativkonzept entsteht, muss sich noch herausstellen. Aber die Stadt ist gut beraten, die bürgerschaftlichen Stadtplaner ins Rathaus einzuladen. Ein Auftritt im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt wäre der passende Rahmen.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert zögert noch, weil er dem Center-Investor keinen Vorwand liefern will, an seiner Vertragstreue zu zweifeln. Ähnlich zurückhaltend verhalten sich SPD und Grüne, die das Einkaufszentrum auf die Schiene gesetzt haben. Vertragstreue darf aber nicht in Vasallentreue ausarten.

Wer weiß denn, ob in Düsseldorf vielleicht schon der Ausstieg aus dem Projekt vorbereitet wird? So oder so nützt es nichts, bewegungslos wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren. Sicher ist, dass die lähmende Ungewissheit das Quartier an der Johannisstraße kaputt macht. Da ist es das Beste, die Konzeptgruppe ins Rathaus einzuladen. Und Unibail Rodamco gleich dazu.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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