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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Diesel-Abgasskandal: Besser ein Ende mit Schrecken
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu den Artikeln Software macht Autos nicht sauber″ und Dicke Luft auch nach dem Diesel-Gipfel″ (Ausgabe vom 4. August) sowie Lesermeinungen zum Diesel-Abgasskandal″:

Natürlich wäre es töricht anzunehmen, dass ein Software-Update die Lösung aller Probleme ist. Vielleicht besteht aber die Chance, das jetzt endlich richtig gehandelt wird. Jetzt muss die Politik dafür sorgen, die Infrastruktur wiederherzustellen, und dass genügend Ladestationen für Elektroautos geschaffen werden. Wenn dieser Marshallplan umgesetzt wird, wird es der Industrie gelingen, das ihrige zu tun.

Bis dahin werden wir nicht an Verbrennungsmotoren vorbeikommen. Nur sollte der Strom hierfür nicht aus Braunkohle entstehen, sondern mit erneuerbaren Energien hergestellt werden, weil wir sonst vom Regen in die Traufe kommen.″

Michael Schmitt-Boeger

Lotte

„[. . .] Man bekommt den Eindruck, dass es der Autoindustrie perfekt gelungen ist, zumindest zunächst vom Kern des Skandals, nämlich massenhafter Betrug möglicherweise in Verbindung mit der Bildung einer kriminellen Vereinigung, abzulenken und die ganze Aufmerksamkeit auf die Frage zu richten, ob ein Software-Update ausreicht oder nicht.

Höhepunkt der Unverfrorenheit war wohl die Einlassung des VW-Vorsitzenden Müller am Ende der Sitzung. Er zeigte auch nicht andeutungsweise, dass man sich der Verfehlungen bewusst sei, und sprach nur davon, er halte es nicht für sinnvoll, jetzt etwa Ingenieurkapazität auf die Vergangenheit zu verschwenden, wo es doch so viel Neues zu tun gebe. Der Betrug an den vielen Kunden und der ihnen zugefügte Wertverlust waren für ihn kein einziges Wort wert. Er ist offenbar der Meinung, die Sache sei mit dem Software-Update erledigt.

Es ist ganz offensichtlich, dass es der Autoindustrie in dieser Sitzung auch gelungen ist, die beiden anwesenden Minister für Verkehr und Umwelt komplett über den Tisch zu ziehen, denn sie kamen als verbal aufgerüstete Kampfhunde und sind als Schoßhund mit rosa Schleifchen im Haar, genannt Software-Update, wieder nach Hause gegangen. Es ist sehr deutlich, dass diese Industrie, weil sie sich für systemrelevant hält, unsere Behörden und Ministerien einschließlich ADAC nicht ernst nimmt. Ganz anders übrigens in den USA, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr US-Firmen ihre Behörden und vor allem die Kartellbehörden fürchten.

Ein Grund dafür, dass Opel und Ford sich nicht an diesem Komplott beteiligt haben und auch nicht zu dieser Sitzung eingeladen waren. Erst in dem hervorragenden Kommentar von Frau Tenfelde in der NOZ vom 4. 8. werden Sie erfreulicherweise etwas mutiger und nennen das Kind deutlicher beim Namen. Eine Linie, die Sie auf jeden Fall fortsetzen sollten.

Da ihre beiden Minister völlig versagt haben, ist es dringend geboten, dass jetzt unsere Bundeskanzlerin das Thema zur Chefsache erklärt und den Vorständen der Industrie deutlich macht, was ihre Verantwortung ist. Es gehe eben nicht nur um zum Beispiel Geldverdienen und Prozessoptimierung, sondern auch darum, sehr hohen Ansprüchen an ihre moralische Haltung gerecht zu werden. Langsam muss man jedenfalls in Deutschland anfangen, an den Führungsqualitäten unserer Eliten zu zweifeln. [. . .]

Karl Heinz Deubgen

Osnabrück

Bei dem Stuttgarter Urteil zum Fahrverbot von Dieselfahrzeugen handelt es sich wohl eher um ein politisches Urteil. Man kann schon den Eindruck bekommen, dass sich im deutschen Richtertum starke grün-rote Tendenzen finden. Bei der ganzen Diskussion wird absichtlich unterschlagen, dass die Hälfte des Feinstaubes durch Holzöfen verursacht wird.

Der durchschnittliche grüne Haushalt hat zudem zwei Autos, fliegt einmal im Jahr in den Urlaub und benutzt einen dieser Holzöfen. Das ist wohl eine miserable Öko-Bilanz. Aber der durchschnittliche Grüne fühlt sich erhaben, weil man ja mit erneuerbarem Rohstoff heizt.

Die Holzöfen werden nur mit sehr langen Übergangsfristen mit Filtern ausgerüstet, und die neu festgelegten Messmethoden (da nur unter Volllast gemessen wird) sind beschönigend. Also schlage ich vor, dass wir erst mal alle Holzöfen abstellen. Dann haben wir 50 Prozent des Weges geschafft.″

Frank Greupner

Melle

Die aktuelle Diesel-Diskussion nimmt die Dimension des Kernenergie-Problems an. Die Kumpanei zwischen Industrie und Politik führt zu einer gigantischen Fehlsteuerung der gesamten Volkswirtschaft, die Kfz-Hersteller in Deutschland in die Sackgasse.

Unerwünschte Nebenwirkungen sind viel zu stark wachsende Pendlerströme mit gewaltigen Umweltbelastungen. Die Diskussionen zu ihrer Reduzierung sind völlig unzureichend im Hinblick auf die akuten Klimaveränderungen. Das naheliegendste Korrekturmittel wäre zweifellos die Abschaffung der Steuersubvention des Dieseltreibstoffs. Verständlicherweise tut sich die Politik schwer mit dieser Maßnahme, weil sie viele schmerzhafte Veränderungen beinhaltet, aber besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.″

Helge Scharenberg

Meppen

Bildtexte:
Enttäuscht von Autoindustrie und Politik zeigt sich nicht nur diese Demonstrantin beim Diesel-Gipfel, ebenso enttäuscht sind viele unserer Leser.

Foto:
imago/ Christian Mang
Autor:
Michael Schmitt-Boeger, Karl Heinz Deubgen, Frank Greupner, Helge Scharenberg


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