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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kleine Oase
 
"Hände weg!"
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kleine Oase

Es wirkt beruhigend, wenn man in ihrer Zeitung liest, daß es noch einige wenige Menschen gibt, die bestrebt sind, den Moloch Verkehr nicht völlig Herr unserer einstmals so schönen Heimatstadt werden zu lassen und sie zur kaltblütigen Verödung zu führen. Lassen Sie, wie H.G. Rabe schreibt, den Osnabrückern wenigstens die kleine Oase am Herrenteichswall, um in ihrer Stadt " bummeln" zu können. Das ist keine Sentimentalität, sondern eine Bitte um Menschlichkeit.

" Hände weg!"

Zur Überbrückung des Herrenteichswalles möchte auch ich mich, als nach dem Kriege nach Osnabrück Zugezogener, äußern. Nach Ansicht der Stadtplaner müßte ich wohl zu den Betroffenen gehören, die ein Interesse an der Fortführung des Nonnenpfades in die Altstadt hätten. Ich zähle mich zu denen, die sich nach dem Kriege ein eigenes Haus bauen wollten und die dann in Ermangelung anderer Möglichkeiten (fehlender Zugang zu öffentlichen Bauförderungsmitteln) sich entschließen mußten, ein Eigentum in einer der Kollektivsiedlungen zu erwerben, die in dieser Zeit an der Peripherie Osnabrücks entstanden. Viel lieber hätte ich mir ein Häuschen am Schölerberg, in der  " Wüste", am Pappelgraben oder an der Wilhelmstraße gebaut. Nun   wehre ich mich jedoch entschieden dagegen, daß dieses   Baugebiet jetzt dazu herhalten soll, Argumente für die   Zerstörung des Herrenteichswalles zu liefern. Gerade ich, aus   Dodesheide kommend, habe Freude daran, am Karlsring auf eine   Altstadt zu treffen, die meinem Verlangen nach natürlich   Gewachsenem, nach historischen Beziehungen und nach der   Ausstrahlung alter Kultur entspricht. Den nach dem Kriege am   Stadtrand entstandenen Siedlungen fehlt nach meinem Gefühl   das, was man im abgeleiteten Sinne als " Seele" bezeichnen   könnte. Man sollte gerade uns vom Stadtrand die " Seele" dort   noch finden lassen, wo sie erhalten geblieben ist. Bevor ich   nach Osnabrück kam, wohnte ich in Münster. Dort hat man in   vorbildlicher Weise rund um den alten Stadtkern die   Wallanlagen zu Stätten der Erholung ausgebaut. Mir scheint in   Osnabrück schon im vergangenen Jahrhundert viel zu viel   vernichtet zu sein. Man stelle sich einmal vor, wie reizvoll   Osnabrück sein müßte, wenn die Grünanlagen des   Herrenteichswalles über den Kollegienwall, Pottgraben noch   Anschluß zur alten Petersburg, zum Petersburger Wall und der   Johannismauer fänden. Osnabrücks Anziehungskraft würde der   Münsters gleichen können. Und nun will man den letzten Rest   des noch erhaltenen Walles angreifen!
" Hände weg vom Herrenteichswall!"


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