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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Differenzierung nötig
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Arbeitgeber die größten Financiers des Sozialstaates″ (Ausgabe vom 5. August).

Die Einlassungen des BDA-Präsidenten Kramer über Energiewende und Diesel verlangen nach Differenzierung und Korrektur.

Erstens: Bei der Elektromobilität beklagt Kramer, dass es zu wenig Stromnetzkapazitäten und Trassen gebe. Da besteht aber kein nennenswerter Zusammenhang. Das , Netz′, das wir für den Ausbau der Elektromobilität brauchen und das noch weitgehend fehlt, ist das Netz gut verteilter, leistungsstarker und softwaremäßig kompatibler Stromtankstellen. Hier können wir nur hoffen, dass die Industrie zusammen mit der unübersichtlichen Gruppe von Betreibern sukzessive zu einer Einigung kommt, zu einem Ausbau der Stromzapfsäulen und zu einem De-facto-Standard bei den Bezahl-Modalitäten (wie bei der EC-Karte).

Zweitens: Noch mal Stromkapazitäten und Netze: dass der Ausbau der erneuerbaren Energien als Voraussetzung erst einmal neue Stromtrassen bräuchte, ist ein Mythos, der auch von Politikern oft und gern wiederholt wird. Dadurch wird er aber nicht richtiger. Richtig ist, dass ein verstärkter Ausbau der Windenergie auf See (, offshore′) eines Tages eine neue Nord-Süd-Leitung nötig machen wird, dass aber die beiden anderen großen geplanten Fernleitungen direkt in die Braunkohlengebiete führen. Für die Braunkohle brauchen wir aber nicht neue Stromautobahnen, sondern den Ausstieg aus der Kohleverstromung. [...] Drittens: Die Aussage , Diesel stößt im Vergleich zu Benzinern weniger klimaschädliches CO2 aus, ist richtig, weil er energieeffizienter funktioniert. Man verbraucht rund 20 Prozent weniger Kraftstoff, aber der Liter Diesel produziert auch 10 Prozent mehr CO2, verglichen mit Benzin. Bleibt also rechnerisch immer noch ein Plus fürs Klima von rund 10 Prozent. Saubere Diesel mit Rußfilter und fast ohne Stickoxid-Ausstoß gibt es seit Langem in der Lkw-Branche eine fast selbstverständliche Technik. Warum nicht bei Pkw? Das ist Teil des Skandals.

Viertens: Benzin-, also Otto-Motoren für Lkw die gibt es. Sie sind auch nicht , viel zu schwach′ für Lkw. Sie laufen heute schon als Gasmotoren in Blockheizkraftwerken jeder Größe. Fünftens: Steuervorteil: Wer dem Dieselmotor nicht traut oder ihn von der Straße haben möchte, braucht bloß das Steuerprivileg für Dieselkraftstoff abzuschaffen. Langsam, zum Beispiel in zehn Jahren. Wenn man will, kann man auch das Benzin entsprechend steuerlich entlasten aufkommensneutral. Aber da traut sich von unseren Politikern wohl keiner ran.

Klaus Kuhnke

Solarenergieverein

Osnabrück (SEV) e. V.
Autor:
Klaus Kuhnke


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