User Online: 1 | Timeout: 19:14Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Bombenangriff auf Herrenteichswall
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Nur verschämt, geradezu unterkühlt, wird nebenbei die Zerstörung des " Herrenteichswalls" angeführt und alle damit zusammenhängenden weiterführenden Baumaßnahmen, die eine Fortführung des Nonnenpfads in westlicher Richtung zur Folge haben. Dieser geradezu perverse Plan gleicht einem konzentrierten Bombenangriff von viermotorigen Bombern! Und dazu schreibt jemand (Neue OZ v. 13.2.) in bilanzstarker Euphorie von einem " neuen Brückengefühl, das eine Harmonie schaffen werde...." Tiefer geht die seelische und kulturelle Verwahrlosung einfach nicht, um mit Riesenräumbaggern möglichst viel zu zerstören. Ich erinnere an das schmerzliche Wort Stüves (wird es nicht endlich Zeit, dieses unmoderne Denkmal zu verschrotten?), als er den Abbruch der Stadtwälle noch erleben mußte. Der Herrenteichswall ist der einzige Rest der Herrlichkeit (dazu noch die Türme) einer im Mittelalter hochgemuten Stadt. Auf wessen Konto wird einmal diese Bausünde, außer manchen anderen der jüngsten Zeit (siehe Klagemauer), wenn die Besinnung wiederkehrt, gesetzt werden? Ein besserer Anschluß der Dodesheide (" Anbindung" mit gräßlichem Modewort genannt) an die Stadt kann auch anders erreicht werden als durch das Nadelöhr des Nonnenpfades und der Eisenbahnbrücke.
Peinliche Frage: Ist die Zerstörung des Herrenteichswalls, die Vernichtung eines der wichtigsten ästhetischen Glanzpunkte, des letzten Schönen, was man einem Fremden ohne Trauer noch zeigen kann, das Dankopfer für die großen Baupläne von " Kabelmetall"? Muß der Verkehr von dort durch die Stadt geführt werden? Es wäre schlimm, wenn nur Geschäftsinteressen, Bankkonten, Umsätze, der billige Schrei nach der Modernität einer gesichtslosen Großstadt, wenn die götzendienerischen Verbeugungen vor Auto und Verkehr, dem " Goldenen Kalb" unserer Zeit, der Maßstab für jene Planungen sein sollten, denen vorweg das echte kulturelle Bewußtsein für die Verantwortung gegenüber der gewesenen und zukünftigen Geschichte der Stadt stärker und bestimmender sein müßte als allein der Versuchung durch den äußeren Glanz zweifelhafter Entwicklung zu erliegen.
Osnabrück
Weißenburger Straße 11
Hanns-Gerd Rabe


Anfang der Liste Ende der Liste