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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Abwechslungsreiche Musik mit viel Lokalkolorit
Zwischenüberschrift:
Beim Osnabrücker Samstag werden Woche für Woche Shopper zu Zuhörern
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Von sechs über drei Stimmen bis hin zu einer: Das samstägliche Straßenkulturprogramm zwischen Theater, Wochenmarkt und Altstadt bot dieses Mal lokale Vokal- und Liedkunst vom Feinsten.

Gestresste Shopper mutieren ja nur in den seltensten Fällen zu entspannten Flaneuren. Die vom Kulturverein Fokus und der Osnabrück Marketing- und Tourismus-Gesellschaft (OMT) gemeinsam veranstaltete und vom Verkehrsverein unterstützte Sommerreihe Osnabrücker Samstag″ schafft allerdings seit fast 20 Jahren zumindest die Voraussetzungen dafür. Seinerzeit hervorgegangen aus einer Initiative zur kulturellen Belebung″ der Innenstadt, beeinflusst das lebendige Straßenkulturprogramm seither positiv die Stimmung in der Stadt.

Die musikalische Wundertüte″, die am vergangenen Samstag in diesem Rahmen geöffnet wurde, enthielt viel Lokalkolorit. So zog etwa die lokal verankerte A-cappella-Formation Fishergirl′s Friends ausnahmsweise einmal nicht durch die Weltmeere, sondern über die Krahnstraße und den Wochenmarkt am Domhof, wo die musikalischen Leichtmatrosen auch jenseits des Meeres allerlei Seemannsgarn in Shantyform spannen. So präsentierten sie etwa das vielstimmige Ergebnis einer spontanen Session in einer Hafenkneipe mit Heinz Rühmann und Rocky Balboa.

Mit ihren musikalischen Trockenübungen, die abgesehen von der ein oder anderen Luftgitarre ganz ohne Instrumente auskamen, bewegten sie etliche Passanten zum Stehenbleiben. Ausgerechnet zwischen Fischbrötchen und Meeresspezialitäten auf dem Markt erweiterten sie ihr Matrosenoutfit um coole Sonnenbrillen, um als Boy Band″ den Take-That-Klassiker Relight My Fire″ zum Besten zu geben mit imaginären Feuerzeugen, denn echte wären vom Winde verweht worden.

Die gelegentlich aufkommenden steifen Brisen veranlassten die Osnabrücker Urgesteine Three to Get Ready″, nicht wie üblich vor der Theatertreppe vor Anker zu gehen, sondern windgeschützt um die Ecke zu ziehen – „ auch wegen der Akustik″, wie sie behaupteten. Das Publikum dankte es ihnen, indem es für ihre launig-entspannte Mischung aus Country-, Blues- und Rock-Stücken auch mal mehr als nur einen halben Song lang auf den Biergärten Platz nahm und dabei mitunter sogar fleißig mitwippte, mitschnipste und mitklatschte.

Mit Kontrabass, Ziehharmonika und E-Gitarre verstand es das Trio, die Passanten nicht nur mit thematisch passenden Klassikern wie J. J. Cales Call Me the Breeze″, sondern auch mit vielen Eigenkompositionen mitzureißen. Dass dabei auch Lieder auf Plattdeutsch etwa über Getrud″ und andere regionale Originale serviert wurden, tat der Stimmung keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Viele Zuhörer verstanden es besser als Englisch.

Vor dem Kulturhaus am Heger Tor war es schließlich der Osnabrücker Singer-Songwriter Fabian von Wegen, der allein mit seiner Akustikgitarre in Liedform gepresste Nachdenklichkeit performte. Dabei bespielte der selbst ernannte postmoderne Trobadour″ stets pointiert augenzwinkernd und mit viel Wortwitz die gesamte Klaviatur der Gefühle von tieftraurig über hoffnungsvoll bis hocherfreut.

Seine mitunter auch bitterbösen Songs handeln etwa vom ambitionierten, aber vereinsamten Andy, der ohne den erhofften Erfolg beim anderen Geschlecht auf Indie″ tanzt, von Vögeln am Rubbenbruchsee oder davon, welche tollen Erfahrungen man als Backpacker machen kann, wenn man Osnabrück einmal verlässt einschließlich der, sich anschließend wieder auf seine Wurzeln zu besinnen.

Bildtext:
Ganz ohne Instrumente kamen die Fishergirl′s Friends″ aus, die entlang der Krahnstraße und auf dem Wochenmarkt die Passanten zum Stehenbleiben bewegten.

Der postmoderne Troubadour″ Fabian von Wegen besingt Liebe, Klamauk und Gesellschaft und dabei geht es oft ziemlich böse zu.

Fotos:
Gründel
Autor:
mali


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