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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Überraschung im Museumsgarten
Zwischenüberschrift:
Baggerführer entdeckt Relikt der Stadtbefestigung vor dem Heger Tor
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Eigentlich sollte nur der Graben für die Fernwärmeversorgung des Kulturgeschichtlichen Museums ausgehoben werden. Doch dann griff Baggerführer Michael Schmidt am 15. Mai 1996 im Museumsgarten tief hinein in die Stadtgeschichte. Zutage kamen Stadtmauern und Brückengewölbe aus dem späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert. Je nach Temperament sprachen Archäologen, Denkmalschützer und Kulturpolitiker von einem Sensationsfund″ oder zumindest von einer Riesenüberraschung″.

Auf historischen Plänen war vor dem Heger Tor ein Ravelin verzeichnet, eine vorgeschobene, befestigte Insel innerhalb des Stadtgrabens. Die nun freigelegte äußere Brücke führte einst die heutige Lotter Straße über den Ravelin zum Stadttor. Die Stadthistoriker waren bislang davon ausgegangen, dass die Fortifikationen vor dem Heger Tor im Zuge des Umbaus zum Waterloo-Tor 1817 geschleift worden waren. Insofern überraschte sie nun der Fund. Einer war hingegen nicht überrascht: Museums-Hausmeister Konrad Walla. Er kannte zumindest eines der Gewölbe. Das war so eine Art Gerümpelkeller für uns″, berichtete er.

Die schnell so getaufte Friedensbrücke″ wurde als unbedingt erhaltenswert eingestuft. Sie lag allerdings dem geplanten Felix-Nussbaum-Museum im Weg. Architekt Daniel Libeskind eilte aus Berlin herbei, sah sich die Bescherung an und sprach spontan von einer unglaublichen Chance″, wenn die aufgetauchte Brücke in den Eingangsbereich des neuen Museums integriert würde. Auf dem Rückflug skizzierte er bereits verschiedene Ideen. Als der Vorrat an Lageplänen zur Neige ging, nutzte er schließlich auch sein Flugticket dafür ein Foto davon ging durch die Presse.

Die genehmigte Lösung sah schließlich eine Unterbrechung des schmalen Betonriegels, des Ganges der ungemalten Bilder″, vor, um die Brücke hindurchstoßen zu lassen.

Bildtext:
Star-Architekt Daniel Libeskind (rechts) besichtigt am 21. Mai 1996 die Ausgrabungen.

Foto:
Archiv/ Michael Hehmann
Autor:
Joachim Dierks


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