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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Dauerregen vermiest Landwirten die Ernte
Zwischenüberschrift:
Felder im Landkreis Osnabrück zu feucht zum Dreschen – Qualität, Lagerung und Erlös leiden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Landwirte im Osnabrücker Land können derzeit Weizen, Roggen und Raps nicht ernten, weil die Äcker durch den Dauerregen der letzten Tage zu nass sind. Die Qualität des Getreides leidet.

Osnabrück. Seit Montag fielen im Landkreis zum Teil 50 Liter pro Quadratmeter. Das ist mehr als die Hälfte der durchschnittlichen regionalen Regenmengen laut Deutschem Wetterdienst im Monat Juli (rund 70 bis 75 Liter pro Quadratmeter). Die Bauern stellt das feuchte Wetter vor Probleme. Vor allem den Getreidebauern drohen Ausfälle und Einbrüche bei der Qualität.

Bei Norbert Pott und seinem Sohn Alexander, Landwirte in Hasbergen, ruhen die Traktoren. Bis Dienstagmittag hatte Norbert Pott auf seinen Feldern 45 Liter Regenwasser pro Quadratmeter gemessen. Die Erdarbeiten mussten unterbrochen werden, der Boden war zu nass. Die schweren Maschinen wären womöglich versackt.

Der Raps wurde durch die Regenmassen nach unten gedrückt. Die Situation ist kritisch″, sagt Norbert Pott. Die Pflanzen seien überreif und müssten geerntet werden. Doch die Schoten sollten nur neun Prozent Feuchtigkeit haben. Davon sind wir derzeit meilenweit entfernt″, sagt Pott. Werde der Raps mit einem höheren Feuchtigkeitswert geerntet, zahlen die Genossenschaften weniger für die Ernte, da sie noch nachgetrocknet werden muss. Bleibt der Raps allerdings weiter stehen, drohen die empfindlichen Schoten aufzuplatzen. Die auf den Boden gefallenen Körner sind dann für die Mähdrescher verloren.

Auch der Wallenhorster Landwirt Ernst Linnemann, blickt mit Sorge auf die Erträge. Triticale (eine Kreuzung aus Weizen und Roggen) und Weizen, die er auf seinem Hof im Ortsteil Rulle beackert, seien kurz vor der Totreife″. Das Stroh ist in diesem Stadium brüchig und trocken, das Korn hart.

Sollte der Starkregen der letzten Tage weiter anhalten, drohen die trockenen Körner in den Ähren erneut zu keimen. Im schlimmsten Fall werden die Ähren wieder grün″, sagt der 47-Jährige. Das könne zu Qualitätsproblemen führen. Dann wäre das nur noch etwas für die Biogasanlage″, sagt der Landwirt, der sich nun in Geduld üben müsse.

Der Weizen halte das durchwachsene feuchte Wetter auch noch eine weitere Woche aus, anders als die Triticale. Wie beim Raps dürfe auch das Getreide nicht feucht geerntet werden. Bei Feuchtigkeitswerten über 14 Prozent laufe das Korn Gefahr, im Lager zu schimmeln, wie Heidrun Meißner, Leiterin Fachgruppe Pflanze an der Bezirksstelle Osnabrück der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, sagt. Wenn Landwirte das feuchte Korn dann noch für die Fütterung der Tiere verwenden wollen, können sie es mit bestimmten Säuren haltbar machen. Oder es wird in der hofeigenen Trocknungsanlage oder derjenigen der Genossenschaften aufwendig getrocknet beides kostet. Bauer und Landvolk-Mitglied Linnemann spricht von rund 50 bis 100 Euro weniger Erlös pro Hektar, die man aufgrund der künstlichen Trocknung als Bauer bekomme.

Der Ostercappelner Landwirt Friedrich Steffen erwartet unterdurchschnittliche Erträge. Er hatte auf seinen Flächen 50 Liter Regenwasser pro Quadratmeter gemessen. Die Feuchtigkeit sei genau zur Unzeit gekommen, nachdem das Korn bei der großen Trockenheit im Juni nur mäßig gewachsen sei. Das viele Wasser und Wind schwächten die Getreidepflanzen. Die Ähren knickten um und legten sich auf den Boden, dort trockneten sie nur schwer und seien für den Drescher nicht mehr aufnehmbar.

Außer der Gerste, die schon Anfang bis Mitte Juli geerntet wurde, steht der Großteil des Getreides und Rapses vieler Bauern noch auf den Feldern. Von den 3850 Hektar Raps im Landkreis wurden erst rund 20 Prozent abgeerntet, wie die Landwirtschaftskammer mitteilte. Noch nahezu ungedroschen stehen die 9300 Hektar Triticale, 3800 Hektar Winterroggen und die rund 17 000 Hektar Weizen im Kreisgebiet da. Während der Weizen größtenteils erst regulär Anfang August geerntet wird, sind Roggen, bestimmte Weizensorten und Triticale schon fertig gereift.

Damit das Getreide wieder trockne, brauche es eine längere Trockenphase: rund vier bis sieben Tage. Laut Deutschem Wetterdienst bleibt das Wetter allerdings unbeständig. Es kann ab Sonntag wieder verstärkt Regenschauer geben, zweistellige Regenmengen seien nächste Woche vorübergehend möglich.

Bildtext:
Nach dem Dauerregen liegt das Rapsfeld flach in Hasbergen. Die starke Feuchtigkeit vermiest Landwirten wie Alexander Pott die Ernte.

Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Claudia Scholz


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