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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Gemaltes Bekenntnis zum Judentum
Zwischenüberschrift:
1926 entstand das Ölgemälde „Die beiden Juden″ von Felix Nussbaum
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Er ist ein Sohn Osnabrücks, hier aufgewachsen und später aus der Stadt geflohen: der Maler Felix Nussbaum. Sein wohl berühmtestes Werk ist das Selbstbildnis mit Judenpass″, das er um das Jahr 1943 gemalt hat. Aber er hat gerade in seiner frühen Phase als Künstler Orte in Osnabrück gezeichnet. In der Serie Nussbaums Osnabrück″ geht es um solche Werke. Heute stellen wir das Bild Die beiden Juden″ vor.

Gehüllt in einen weißen Gebetsmantel, blickt der junge Felix Nussbaum entschlossen aus dem Bild heraus. Ganz anders der bärtige Herr neben ihm, der ins Gebet vertieft ist und die Züge des Gemeindekantors Abraham Elias Gittelsohn trägt. Hinter den beiden ist der prächtig ausgestattete Innenraum der Synagoge zu sehen: Ein Gang führt zur Apsis mit dem von einem Vorhang verdeckten Thoraschrein. Vor dem Pult für die Thoralesungen ist wiederum Kantor Gittelsohn von hinten zu sehen. In den Bänken erkennt man neben Männern mit Zylinderhüten auch Betende in weißen Sargenes-Kitteln, die nur am höchsten Feiertag Jom Kippur erlaubt sind.

Felix Nussbaum war 21 Jahre alt, als er 1926 das Ölgemälde Die beiden Juden″ („ Inneres der Synagoge zu Osnabrück″) malte. Dabei ging es ihm weniger um die Darstellung eines jüdischen Festes als vielmehr um eine Gegenüberstellung der Generationen. Und nicht zuletzt um sein Selbstverständnis als gläubiger Jude, der seinen Weg als Künstler gehen will. Nicht von ungefähr arbeitete Nussbaum öffentlich im Gemeindehaus an seinem Gemälde, wo ihm auch Kantor Gittelsohn Modell saß.

Aufgrund der auf 474 Mitglieder angewachsenen Jüdischen Gemeinde war der Bau eines neuen Gotteshauses beschlossen worden, das auf dem Grundstück Rolandstraße 3–5 (heute Alte-Synagogen-Straße″) errichtet wurde. Der Grundsteinlegung am 12. September 1905 folgte am 13. September 1906 die Einweihung der mehrgeschossigen Synagoge im neuromanischen Stil mit Kuppel. Wie auf Nussbaums Gemälde zu sehen, war die Synagoge mit einer gesonderten Frauenempore, siebenarmigen Leuchtern und Thoraschrein ausgestattet.

Was Felix Nussbaum 1926 so detailliert auf die Leinwand brachte, war zwölf Jahre später zerstört. Im Zuge der Pogromnacht wurde die Synagoge am 9. November 1938 von der SA in Brand gesetzt und auf Betreiben des damaligen Osnabrücker Oberbürgermeisters Erich Gaertner zum Abriss freigegeben.

2004 entstand auf Initiative der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit an dieser Stelle das Mahnmal Alte Synagoge″ . Zentrale Elemente des Entwurfs von Richard Wilhelm Bitter sind sogenannte Gabionen, Körbe aus Kupferdraht, die mit Westerberg-Kalkstein gefüllt sind jenem Material, das einst für die Grundmauer der Synagoge verwendet wurde. Vier Bronzetafeln erinnern mit Texten von Peter Junk an die damaligen Geschehnisse und die getöteten Opfer. An das Innere der Synagoge erinnert heute vor allem Felix Nussbaums Bild .

Serie Nussbaums Osnabrück

Bildtext:
An das frühere jüdische Gotteshaus erinnert das Mahnmal Alte Synagoge″ (rechts) . Das Bild Felix Nussbaums zeigt das Innere der Synagoge.

Foto: Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück, Ebener
Autor:
Uta Biestmann-Kotte


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