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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stresstest über den Wolken
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Hochschulstudenten tüfteln am optimalen Flugzeug-Cockpit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wie kann das Cockpit eines Flugzeugs benutzerfreundlicher gestaltet werden? Dieser Frage sind Osnabrücker Studenten in luftiger Höhe nachgegangen. Dabei half ihnen modernste Technik. Und ein Testpilot.

Osnabrück. Wenn ein Flugzeug in Turbulenzen gerät, ist der Pilot gefordert. Handgriffe an Hebeln und Knöpfen müssen sitzen, andernfalls droht der Absturz. Acht Maschinenbaustudenten der Hochschule Osnabrück haben jetzt ein Verfahren entwickelt, mit dem sich analysieren lässt, wie sich Piloten von Kleinflugzeugen in kritischen Flugsituationen verhalten. Dadurch könnte sich sowohl die Pilotenausbildung verbessern als auch die Gestaltung von Kleinflugzeug-Cockpits.

Als Grundlage für die monatelange Forschungsarbeit unter der Leitung von Professor Thomas Derhake dienten echte Testflüge in einem Schulungsflugzeug. Studenten des Studiengangs Aircraft and Flight Engineering″ setzten sich ohne Flugerfahrung ans Steuer einer einmotorigen Maschine und absolvierten gemeinsam mit ihrem Dozenten Steffen Schrader, einem versierten Testpiloten, Flugstunden am Flughafen Münster/ Osnabrück (FMO). Dabei wurde das Kleinflugzeug bewusst in Strömungsabrisse manövriert, sodass es kräftig ruckelte und die Studenten kurzzeitig die Kontrolle verloren.

Aus dem Blickfeld

Kameras zeichneten das Körperverhalten der Piloten auf, und eine sogenannte Eyetracking-Brille erfasste ihre Pupillenbewegungen. So ließ sich später genau feststellen, welche Instrumente unter Stress häufiger angesehen und welche Bordanzeigen kaum wahrgenommen wurden. Auf Grundlage der ermittelten Daten schlussfolgerten die Studenten, dass Piloten unter Umständen von einfallendem Sonnenlicht nicht nur geblendet, sondern auch in der Fokussierung der Bedienelemente abgelenkt werden. Zudem deutete nach Auswertung der Videos einiges darauf hin, dass die vier wichtigsten Cockpitanzeigen, die in den meisten Flugzeugen ähnlich angeordnet sind, nicht optimal im Blickfeld des Piloten liegen.

In einem weiteren Versuch untersuchten die angehenden Ingenieure die Ergonomie eines Cockpits, sprich die Anpassung des Führerstands an den menschlichen Körper. Anhand eines originalgetreuen Modells und mit zahlreichen Sensoren ausgestattet, stellten sie für Piloten typische Bewegungen nach. Diese wurden dann mittels einer Simulationssoftware am Computer analysiert.

Dabei stellten die Studenten fest, dass durch ungünstige Positionierung der Instrumente langfristig hohe körperliche Belastungen auf den Piloten einwirken. Zum Beispiel ließ sich gut erkennen, dass Piloten ihre Handgelenke beim Hochziehen des Steuerhorns zu stark beanspruchen müssen. Auch die Bedienung des Landeklappenhebels erfordere in gängigen Kleinflugzeugen zu viel Kraft und könnte durch eine andere Form und Position des Hebels enorm vereinfacht werden, hieß es.

Dozent Schrader zeigte sich mit den Leistungen und Ergebnissen der Studenten sehr zufrieden: In der Wissenschaft wurde dieses Thema weltweit noch nicht behandelt. Das war echte Pionierarbeit.″

' Bildtexte:
Mit zahlreichen Sensoren versehen, ahmten die Maschinenbaustudenten die Körperbewegungen von Piloten in Kleinflugzeugen nach. Fotos (2): Hochschule Osnabrück

Dozent Steffen Schrader und Studentin Maria Becker im Cockpit eines Schulungsflugzeugs.

Forschungspioniere: Osnabrücker Maschinenbaustudenten mit ihrem Professor Thomas Derhake (Zweiter von rechts) und Dozent Steffen Schrader (rechts) sowie weiteren Mitarbeitern der Hochschule im Hangar des Flughafens Münster/ Osnabrück.

Foto:
Luca Kleine Heitmeyer
Autor:
Luca Kleine Heitmeyer


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