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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Teures Ablenkungsmanöver
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Angst vor Hochspannung″ (Ausgabe vom 12. Juli).

Netter Versuch, aber das Forschungsprojekt zu den möglichen Gesundheitsrisiken von Höchstspannungsleitungen ist wohl wieder mal nicht mehr als ein (enorm teures!) Ablenkungsmanöver; eine Beruhigungspille für die Bevölkerung: Seht her, wir nehmen eure Befürchtungen ernst und tun was! Was soll denn dabei herauskommen?

Angesichts der Tatsache, dass dieses Forschungsprojekt keine aufschiebende Wirkung hat und die meisten Leitungen zum Projektende bereits stehen werden, kann es doch nur deren Ungefährlichkeit bestätigen andernfalls droht eine Welle von Schadensersatzforderungen. Oder aber man relativiert oder ignoriert unerwünschte Ergebnisse einfach, wie etwa beim Thema , Notwendigkeit des Netzausbaus′: Seit Jahren widerlegen Studien von Forschungsinstituten und Wissenschaftlern wie Lorenz Jarass (Hochschule RheinMain), Claudia Kemfert/ DIW der TU Berlin, das Fraunhofer Institut, das Wuppertal Institut, der DVGW, der Solarenergieförderverein, die RWTH Aachen (um nur einige zu nennen) die Behauptung der Netzbetreiber, der geplante Netzausbau sei unabdingbar für die Energiewende.

So stellten beispielsweise Dirk Uwe Sauer (RWTH Aachen) und Stefan Bofinger (Fraunhofer IWES Kassel) beim Wissenschaftsdialog der Bundesnetzagentur fest, dass die Szenarien des derzeitigen Netzentwicklungsplans auf Prognosen fußen, die nicht die wahrscheinlichen zukünftigen Entwicklungen berücksichtigen. Zudem kritisierten die Wissenschaftler, dass nicht von Anfang an alle ökonomisch vernünftigen Möglichkeiten zur Beschränkung des Netzausbaus einbezogen wurden, wie zum Beispiel Abregelung von Einspeisespitzen, Lastmanagement, gezielte Standortwahl für neue Kraftwerke und innovative Betriebsmittel. Als alternatives Szenario stellten sie ein , Backcasting′ vor, ausgehend von der Frage: Wo wollen wir 2050 stehen, und welche Schritte sind notwendig, um dieses Ziel zu erreichen? Merkwürdigerweise sind diese (zielorientierten) Arbeiten zum Thema , Energielandschaft 2050′ im nachträglich erschienenen Tagungsband zum Wissenschaftsdialog nicht (mehr) enthalten. Über das , Ob′ möchte man nicht reden (glücklicherweise gibt es ja das EnLAG); also rückt man das , Wie′ (Erdkabel oder Freileitung?) in den Fokus der Diskussion um den Netzausbau. Schließlich lockt der Leitungsneubau mit hohen Renditen für die Investoren, und das bei geringem Risiko. Da strahlen nicht nur die Leitungen, sondern auch die Gesichter der Anleger.″

Sabine Driehaus

Bissendorf
Autor:
Sabine Driehaus


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