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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
21-Jährige hilft verunglückten Radfahrern
Zwischenüberschrift:
Öffentliche Belobigung des Landes für Linda Rosenthal
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Eine 21-jährige Osnabrückerin hat in einer Februarnacht zwei schwer verletzten Radfahrern geholfen. Dafür erhielt sie nun eine öffentliche Belobigung des Landes Niedersachsen.

Eine kalte Nacht, eine leere Straße und zwei leblose, blutende Menschen genau in dieser Situation fand sich Linda Rosenthal am 13. Februar 2016 wieder. Die 21-Jährige kam gerade von einer langen Schicht als Kellnerin, hatte noch ihre Kollegin nach Hause gebracht und wollte eigentlich nur ins Bett, als sie an der Albrechtstraße auf zwei Unfallopfer stieß. Ich habe sofort angehalten und geholfen, wo ich konnte. Das ist doch selbstverständlich″, sagt die Schülerin.

Weil solch ein couragiertes Verhalten zwar vielleicht tatsächlich selbstverständlich sein mag, aber dennoch selten geworden ist, erhielt Rosenthal dafür jetzt eine öffentliche Belobigung des Landes Niedersachsen. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert überreichte die Urkunde im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses. Sie haben den Rettungswagen gerufen, den Verletzten ihren Mantel und ihren Pullover gegeben und ihnen zur Beruhigung von den Sternen erzählt. Das war genau richtig″, lobte das Stadtoberhaupt.

Die Unfallopfer, ein Mann und eine Frau Mitte 20, waren offenbar auf dem Rückweg von einer Party mit dem Fahrrad gestürzt und hatten sich dabei schwere Kopfverletzungen und Knochenbrüche zugezogen. Sie konnte gar nicht sprechen, er fragte nur wirr, ob ich ein Engel sei″, erinnert sich Rosenthal.

Angst habe sie mitten in der Nacht allein auf der Straße nicht gehabt. Nur die Zeit des Wartens auf den Rettungswagen sei ihr unglaublich lang vorgekommen. In der Zwischenzeit sind viele Autos an uns vorbeigefahren, obwohl ich gewinkt habe″, erinnert sie sich. Ein Taxifahrer habe kurz angehalten und ihr gesagt, er habe keine Zeit zu helfen. Als die Rettungskräfte dann endlich kamen, fanden sie Rosenthal und die beiden Verletzten eng beieinander: Der Kopf der jungen Frau lag in Rosenthals Schoß, der Mann lehnte an ihrer Schulter.

Das war vorbildlich″, befand auch Polizeidirektor Michael Maßmann. Rettungskräfte wüssten, wie wichtig es für Unfallopfer sei, wenn jemand bei ihnen bleibe und gut zurede. Das kann jeder machen. Und trotzdem fahren viele einfach weiter oder machen auch noch Videos″, so der Beamte. Er hoffe, dass die Belobigung Rosenthals für andere Verkehrsteilnehmer ein Anlass sei, es ihr gleichzutun.

Das Rosenthals Hilfe überhaupt öffentlich wurde, verdankt sie ihrer Großmutter. Else Bekmann hielt die couragierte Hilfe ihrer Enkelin eben nicht für selbstverständlich und schickte einen Brief an den Oberbürgermeister. Mindestens vier Seiten lang und handgeschrieben″ sei der gewesen, erinnert sich Wolfgang Griesert. Von dem Stolz der 79-Jährigen auf ihre hilfsbereite und bescheidene Enkelin sei er damals ehrlich berührt gewesen.

Die beiden Verletzten selbst konnten nicht auf ihre Helferin aufmerksam machen sie erinnern sich weder an den Unfall noch an ihre Rettung von der Straße. Rosenthal weiß das, weil sie im Nachhinein per Facebook den Kontakt suchte. Einmal hat sie sich sogar mit dem männlichen Unfallopfer getroffen und konnte ihm so ein zweites Mal helfen. Ich habe ihm erzählt, was in der Nacht passiert ist.″

Bildtext:
Blumen und eine öffentliche Belobigung erhielt Linda Rosenthal von Polizeidirektor Michael Maßmann (Mitte) und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert.

Foto:
Elvira Parton
Autor:
lori


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