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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kunden fragen nicht nach Kunststoff
Zwischenüberschrift:
Mikroplastik in Drogerien und Parfümerien
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Das Thema Mikroplastik ist auf, aber nicht unbedingt in den Köpfen der Kunden angekommen. Das zeigt unsere Umfrage in Drogerien und Parfümerien der Region.

Gabriele Rembiok leitet das Ihr-Platz-Geschäft in Bad Rothenfelde. Ihre Beobachtung: Unsere Kunden kaufen Bio-Kosmetik nicht wegen des nicht enthaltenen Mikroplastiks, eher wegen Allergien.″ Der Absatz im Bio-Sektor sei mit 15 bis 20 Prozent schon sehr gut″. Nach Mikroplastik frage aber niemand gezielt.

Chefin dreier Parfümerien in Dissen, Bad Rothenfelde und Versmold ist Andrea Reinking. Nach Mikroplastik wird ganz selten gefragt″, erzählt sie. Auch wenn sich Kunden für Natur- und Biokosmetik interessierten, spiele die Frage nach Kunststoff oder kein Kunststoff in Creme und Foundation kaum eine Rolle. Ohnehin sei das Problem Mikroplastik ihrer Ansicht nach kaum eines mehr: Die Kosmetikfirmen haben ihre Rezepturen umgestellt. In den Produkten ist kaum noch etwas drin″, meint Reinking.

Zu den Branchenriesen mit zahlreichen Filialen im Osnabrücker Land gehören Rossmann und dm. An Mikroplastik gebe es kein großes Interesse, berichtet Rossmann-Pressereferentin Vivian Thürnau. Alle Rossmann-Eigenmarken seien frei von festem Mikroplastik, zur flüssigen Variante erarbeiten wir zusammen mit externen wissenschaftlichen Beratern und unseren Lieferanten Alternativen für betroffene Produkte, um auch hier unserer Philosophie, die Umwelt nicht weiter zu beeinträchtigen, nachzukommen″, so Thürnau.

Die Absätze zertifizierter Bioprodukte aus Rossmann-Produktion stiegen seit Jahren kontinuierlich, aber nicht überproportional, seit das Thema Mikroplastik diskutiert werde.

Sehr ähnlich äußert sich Kerstin Erbe, Geschäftsführerin und verantwortliche Produktmanagerin bei dm: Unsere Mitarbeiter in den Osnabrücker Märkten erhalten wenige Rückfragen zum Thema Mikroplastik. Wenn Kunden explizit fragen, beraten wir sie gerne und verweisen auf Produkte in unserem dm-Sortiment, die keine Kunststoff-Mikropartikel enthalten.″ Da bei zertifizierter Naturkosmetik keine Inhaltsstoffe auf Mineralöl-Basis zugelassen seien, sei die Eigenmarke Alverde nicht von der Thematik betroffen.

Sämtliche dm-Eigenmarken seien seit 2014 frei von festem Mikroplastik. Wasserlösliche Stoffe, sogenannte synthetische Polymere, würden weiterhin als Verdickungsmittel Shampoos und Duschgelen beigesetzt. Ihnen werde die Eigenschaft zugesprochen, Kläranlagen nicht zu passieren″, so Erbe. Um mögliche Umwelteinflüsse von einzelnen synthetischen Polymeren frühzeitig zu erkennen, stehen wir im aktiven Austausch mit unseren Lieferanten und externen Experten.″ Sobald alle relevanten Erkenntnisse vorlägen, wolle man sinnvolle Alternativen einsetzen, verspricht die Produktmanagerin.

Serie Zeitbombe

Plastikmüll

Foto:
dpa
Autor:
sta


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