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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Show-Wedeln vor einer nackten Jury
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Saunameisterinnen fahren nächste Woche zur Aufgussmeisterschaft
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Mit Krönchen und Umhang in die Sauna, und 120 Nackte schauen zu: Auf so einen Auftritt bereiten sich gerade zwei Osnabrückerinnen vor. Sie fahren kommende Woche zur deutschen Aufgussmeisterschaft nach Bad Staffelstein.

Osnabrück. Vor einer wichtigen Prüfung, einem Vorstellungsgespräch oder der Gehaltsverhandlung mit dem Chef gibt man nervösen Freunden gerne einen Rat: Stell dir dein Gegenüber doch einfach nackt vor, dann bist du lockerer! Um ihn zu befolgen, brauchen zumindest die beiden Osnabrückerinnen Sabine Bunnenberg und Bettina Etmann keine Vorstellungskraft. Denn die Jury, vor der sie auftreten, ist tatsächlich nackt.

Die Saunameisterinnen aus dem Nettebad treten vom 10. bis 12. Juli bei der deutschen Aufgussmeisterschaft in der Obermain-Therme im oberfränkischen Bad Staffelstein an. Als Fünftplatzierte des Vorjahres waren die beiden Arbeitskolleginnen automatisch für den Wettkampf qualifiziert. Doch anders als beim letzten Mal, als sie eher spontan teilnahmen, haben Bunnenberg und Etmann viel Zeit in die Vorbereitung investiert: Seit April arbeiten sie an der Choreografie, haben Requisiten gesammelt und Kostüme genäht. Von verschiedenfarbigen Handtüchern über Krone und Umhang bis zum goldenen Thron kommen fast 30 verschiedene Stücke zum Einsatz.

Mit ihnen wollen Bunnenberg und Etmann ihre ganz eigene Geschichte darüber erzählen, wie die englische Königin Elisabeth ihre Schwiegerenkelin Kate kennenlernte. Die im echten Leben so pflichtbewusste Herzogin ist in der Choreografie eher eine Partyprinzessin, gießt Wasser aus Bierflaschen auf den Saunaofen und wedelt wild mit dem Handtuch. Die Queen muss sie erst in den Alltag bei Hof beziehungsweise in der Sauna einführen: gerade stehen, synchron aufgießen und stilvoll wedeln.

Denn auf die Wedeltechnik achten die Juroren bei der Aufgussmeisterschaft besonders. Hier sieht Etmann auch die größte Verbesserung ihres Teams im Vergleich zu 2016: Beim letzten Mal hatten wir weniger Variationen drin. Die haben wir uns inzwischen bei anderen Saunameistern abgeschaut.″ Neben der Technik bewertet die Jury bei dem etwa 15-minütigen Show-Aufguss die Kreativität des Themas, die eingesetzten Düfte und Showelemente, wie die Teams miteinander harmonieren, ob die vorgegebene Zeit eingehalten wird und wie sich die Hitzeintensität während des Aufgusses steigert.

Um in allen Kategorien zu punkten, gießen Etmann und Bunnenberg aus der englischen Teekanne oder der berühmten königlichen Henkeltasche auf. Gewedelt wird nicht nur mit Handtüchern, sondern auch mit überdimensionalen Teebeuteln und großen Kapa-Platten, auf die die Gesichter der Prinzen Philip und William aufgedruckt sind.

Die beiden Saunameisterinnen werden als Einzige in der 120 Personen fassenden Kabine bekleidet sein. Dass das braune Kostüm der Königin und die schwarz-weiße Kombination der Prinzessin nur bedingt saunatauglich sind, ahnen sie schon bei der Probe: Wir kommen jetzt schon ordentlich ins Schwitzen, wie soll das erst in der 85 Grad warmen Sauna werden?″, fragt sich die 34-jährige Etmann. Für die Übungsläufe wurde extra ein Konferenzraum im Nettebad hergerichtet. Tische simulieren den Saunaofen, Stuhlreihen die Bänke. Alle Maße entsprechen exakt der Wettkampf-Kabine in Bad Staffelstein. Wir haben hier im Nettebad keine vergleichbar große Sauna, in der wir üben könnten″, so die 52-jährige Bunnenberg.

Die räumlichen Gegebenheiten sind auch der Grund, warum Osnabrücker Saunafreunde erst mal nichts von der hochherrschaftlichen Wettkampf-Choreografie zu sehen bekommen. Die größte Sauna im Nettebad ist mit ihrer Kapazität für 45 Personen einfach zu klein, um den Show-Aufguss zu zeigen. Nach der Meisterschaft wollen Bunnenberg und Etmann die Darbietung aber so abändern, dass sie auch in die Osnabrücker Verhältnisse passt. Wenn es so weit ist, bekommen die Gäste im Nettebad sicher entspanntere Saunameisterinnen zu sehen als die Jury in Bad Staffelstein. Denn trotz der Nacktheit in der Kabine sind Bunnenberg und Etmann vor ihrem Auftritt bei der deutschen Meisterschaft sehr nervös. Ohne unsere Helfer, die ganz viel Ruhe ausstrahlen, wären wir beim letzten Mal wohl gar nicht erst in die Kabine gegangen″, sagt Bunnenberg.

Bildtext:
Synchrones Wedeln für den Titel: Sabine Bunnenberg (rechts) und Bettina Etmann vom Nettebad Osnabrück nehmen an der deutschen Aufgussmeisterschaft teil.

Foto:
Michael Gründel
Autor:
Louisa Riepe


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