User Online: 5 | Timeout: 23:41Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO-Archiv | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Große Einbußen bei den Spenden″
Zwischenüberschrift:
Finanzmittel des Kinderschutzbundes werden knapp – Interview mit Vereinschef Ludwig Schulze
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Seit 25 Jahren ist Ludwig Schulze ehrenamtlicher Vorsitzender des Osnabrücker Kinderschutzbundes, bei dem er sich seit den Achtzigern engagiert. Im Interview spricht er über gestiegene Aufmerksamkeit für die Belange der Kinder und über Geldsorgen des Vereins.

Von Sandra Dorn

Sie und die anderen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter werden mit viel Leid konfrontiert. Ist das auf Dauer nicht sehr belastend?

Es sind die Kinder, die einem immer wieder Mut machen. Und ich bin immer wieder erstaunt, dass ich nach 30 Jahren noch Neues im Umgang von Menschen miteinander erfahre. Meine Vision, die Situation für Kinder zu verbessern, hat sich nicht erfüllt. Gewalt wird häufig weitergegeben von Generation zu Generation. Ich erlebe es immer wieder, dass Kinder unter den schwierigen Beziehungen in Familien leiden müssen. Deswegen ist es wichtig, den Familien Hilfe und Beratung anzubieten. Es war immer mein Anliegen, für Kinder und Jugendliche etwas auf den Weg zu bringen.

Der Kinderschutzbund startete in Osnabrück mit einem halben Zimmer als Büro im Haus der Jugend, mittlerweile beschäftigt der Verein rund 13 Mitarbeiterinnen im Kinderschutz-Zentrum am Goethering. Was hat sich verändert, wenn Sie auf die Kinder blicken?

Die Problemsituationen haben sich nicht grundsätzlich verändert. Kinder waren immer von Gewalt betroffen. Es war aber früher ein Randthema. Mittlerweile erfährt das Thema viel mehr Aufmerksamkeit, und die Gesetzeslagen haben sich verändert, zum Beispiel durch das Bundeskinderschutzgesetz.

Das trat 2012 in Kraft. Wie wirkt es sich aus?

Alle, die beruflich mit Kindern zu tun haben, sind verpflichtet zu reagieren, wenn ein Kind sich auffällig verhält, und müssen sich beraten lassen. Aber im Vergleich zu anderen Ländern hinkt Deutschland bezüglich der Rechte für Kinder immer noch hinterher und das wird so bleiben, solange wir für Kinder kein eigenes Recht im Grundgesetz verankern.

Welche Rolle spielt Kinderarmut?

Kinderarmut ist ein wichtiges Thema. Ein Problem ist, dass das Kindergeld und andere Zuwendungen sofort von Hartz IV abgezogen werden. Von diesen Zuwendungen profitieren nicht die Armen. In Osnabrück trifft sich dreimal jährlich der Runde Tisch Kinderarmut. Es ist positiv, dass sich mehr Aufmerksamkeit für das Thema entwickelt hat, obwohl dennoch keine wesentlichen Veränderungen zu verzeichnen sind.

Räumlich ist der Osnabrücker Kinderschutzbund ordentlich gewachsen. Wie hat sich Ihr Angebot verändert?

Vor 25 Jahren war der Schwerpunkt unserer Arbeit die Organisation von Kinderferienfreizeiten. Aus der 1986 gegründeten Beratungsstelle haben wir immer neue Angebote entwickelt.

Und das sind ziemlich viele: Neben der Beratungsstelle bietet der Kinderschutzbund ein Kinder- und Jugendtelefon, ein Elterntelefon, Unterstützung für Eltern mit psychischen Problemen und für deren Kinder, Elternkurse und frühe Hilfen für Familien mit Kleinstkindern… Was kommt als Nächstes?

Ein großes Dilemma ist unsere Finanzierung. Wir haben große Einbußen bei den Spenden. In Zukunft können wir unser Angebot nicht aufrechterhalten, wenn wir keine neuen Zuwendungen bekommen.

Das klingt dramatisch. Wie finanziert sich der Osnabrücker Kinderschutzbund?

Wir bekommen Gelder von der Stadt, dem Landkreis und dem Land Niedersachsen und haben einen Eigenanteil von circa 20 Prozent und da sind wir dringend auf mehr Spenden und Sponsoren angewiesen. Wir sind eine anerkannte Einrichtung gegen Gewalt an Kindern und wollen das auch bleiben.

Bildtext:
Ludwig Schulze setzt sich seit Jahrzehnten in Osnabrück für die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein.

Foto:
Michael Gründel


Anfang der Liste Ende der Liste