User Online: 1 | Timeout: 01:39Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kirschen zwei Wochen früher dran
Zwischenüberschrift:
Pomologin: Kirschlehrpfad-Führungen lohnen sich trotzdem
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Hagen. Dieses Jahr ist zwar ein schlechtes Erntejahr für Süßkirschen. Dennoch lohnt sich wegen der Sortenvielfalt in Hagen der Besuch des Kirschlehrpfades. Drei Führungstermine werden diesen Sommer noch angeboten.

Wie jedes Jahr hatte die Gemeinde Hagen ihre Bürger dazu aufgerufen, unter der Überschrift Hagener Kirschen dringend gesucht″ erntereife Kirschbäume zu melden. Wie es in dem Aufruf heißt, gibt es in diesem Jahr weniger Früchte als sonst, weil ein großer Teil der Kirschblüten durch die späten Fröste im April erfroren ist.

Auf Nachfrage berichtete Ursula Plogmann von der Gemeindeverwaltung, dass der Aufruf bisher kaum Resonanz gefunden habe. Auch die Agrarwissenschaftlerin Dr. Anja Oetmann-Mennen, zuständig unter anderem für die Erhaltung der Süßkirschensortenvielfalt, und den Kirschlehrpfad in Hagen, räumte ein, dass sich nur ein einziger″ Kirschbaum-Besitzer gemeldet habe. Aber da sie es noch nicht geschafft habe, die Früchte dort zu pflücken, sind die wahrscheinlich inzwischen geplatzt″, sagte sie mit Blick auf das derzeit regnerische Wetter.

Insgesamt habe sie bisher gerade einmal rund 20 Kilo ernten können, was im Vergleich zu den Vorjahren sehr wenig sei. Allerdings, so die Pomologin, falle die Ernte, die ja noch lange nicht abgeschlossen ist, ohnehin jedes Jahr unterschiedlich aus, wobei es in Hagen ein großes Sortenspektrum gebe. So habe es vor zwei Jahren mehr helle, im Jahr darauf mehr dunkle Kirschen gegeben. In diesem Jahr seien die Früchte zwei Wochen früher reif als sonst.

Nicht nur das Wetter sei dieses Jahr sehr ungünstig″, hinzu komme auch, dass viele Kirschbäume überaltert seien. Der vor zehn Jahren erfasste Altbestand habe knapp 40 Sorten umfasst. Seither habe es keine Bestandsaufnahme mehr gegeben. Anja Oetmann-Mennen schätzt, dass die Zahl der Altbäume von 2000 vor zehn Jahren auf inzwischen etwa 1000 und die Zahl der Kirschsorten im Altbestand auf 30 gesunken ist. Die 360 Neuanpflanzungen im Zuge der Genbanksammlung am Jägerberg umfassten 111 Sorten, wobei einige doppelt gezählt worden seien nahezu ausschließlich Süßkirschen.

Termine für Führungen

Ein Besuch des Kirschlehrpfades lohne sich auch in diesem Jahr. Nach einer kurzen Einführung zu Hagens Kirschen und zur Entstehung der Sortensammlung geht es auf den Rundgang, zu dem auch eine kleine Verkostung von Kirschprodukten gehört. Die nächsten Führungen finden statt an den Sonntagen 23. Juli, 29. Juli und 6. August, Start ist jeweils um 14.30 Uhr am Reisemobilstellplatz am Schultenholz, Zum Jägerberg. Kosten: 2, 50 Euro pro Person (bis einschl. 18 Jahre kostenfrei); Dauer etwa 1, 5 Stunden. Anmeldung ist nicht erforderlich.

In einer Pressemitteilung der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen über den Beginn der Kirschernte in den großen Obstplantagen an der Niederelbe heißt es, dass dort voraussichtlich bis Anfang August jede Woche ein bis zwei neue Kirschsorten geerntet werden. Denn zu den genetischen Eigenschaften der unterschiedlichen Sorten gehören unterschiedliche Reife-Zeitpunkte″, so die LWK.

Etwa 20 Kirschsorten hätten aktuell an der Niederelbe große wirtschaftliche Bedeutung. Aber auch hier werde es wohl Einbußen geben: Zwei Faktoren haben es den Kirschbäumen dieses Jahr nicht leicht gemacht, Früchte auszubilden. Zum einen war das Wetter während der Blüte recht ungünstig, weswegen die Bestäubung durch Insekten nicht optimal verlief. Zum anderen setzte Frost den Kirschblüten zu. Wie groß die Ertragseinbußen ausfallen, steht noch nicht fest.″

An der Niederelbe werden auf rund 550 Hektar Fläche Süßkirschen angebaut. Rund 200 Hektar sind mit Foliendächern versehen, um die Früchte vor Starkregen zu schützen. Der Plantagenanbau im Alten Land lässt sich laut Anja Oetmann-Mennen auch deshalb nicht mit dem Kirschenanbau in Hagen vergleichen, weil dort mit Frostschutzmaßnahmen gearbeitet werde. Anderswo hätten Obstbauern aber auch zu kämpfen: In Süddeutschland ist es ganz schlimm″, so die Pomologin zu den bisher absehbaren Ernteausfällen.

Bildtext:
Ostbauern rechnen bei den Kirschen mit Ernteausfällen in diesem Jahr.

Foto:
Jens Wolf/ dpa
Autor:
ahi


Anfang der Liste Ende der Liste