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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Otte weist Kritik von Flüchtlingen zurück
Zwischenüberschrift:
Demo gegen Wohnumstände in der Limbergkaserne – Stadtbaurat spricht von „Klagen auf hohem Niveau″
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Initiative No Lager″ und Flüchtlinge, die in der ehemaligen Limbergkaserne wohnen, haben gegen die Lebensumstände in der Unterkunft demonstriert. Stadtbaurat Frank Otte übergaben sie einen offenen Brief. Dieser wies einen Großteil der Forderungen allerdings als Klagen auf hohem Niveau″ zurück.

Gegen Mittag verlas ein Bewohner der Unterkunft am Ickerweg den Brief vor dem Rathaus, der sich an Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, das Sozialamt, die Ausländerbehörde und die Johanniter richtet. Darin beklagen die Flüchtlinge und No Lager″ in einer langen Liste die Lebensumstände in der Ex-Kaserne, in der rund 220 Sudanesen untergebracht sind etwa die Lage der Unterkunft, die Umzäunung, fehlende Integrations- und Deutschkurse, zu wenig Übersetzer sowie nächtliche Abschiebungen.

Ein Bewohner der Unterkunft übergab dem Stadtbaurat Otte den offenen Brief mit dem Forderungskatalog. Er dankte der Stadt und ihren Bewohnern zugleich für die Aufnahme und äußerte seine Hoffnung auf einen positiven Dialog.

Otte nahm das Schreiben stellvertretend entgegen. Oberbürgermeister Griesert ist derzeit im Urlaub. Wir werden das prüfen″, sagte der Stadtbaurat.

Die Demonstration habe ihn sehr überrascht″, sagte Otte später im Gespräch mit unserer Redaktion. Einige Kritikpunkte seien nicht Sache der Stadt, sondern anderer Instanzen. Andere Punkte sind aus unserer Sicht nicht haltbar″, betonte Otte. So gebe es von den betreuenden Johannitern durchaus viele Freizeitangebote für die Flüchtlinge. Die dezentrale Lage der Unterkunft sei ebenso vertretbar wie für die vielen Anwohner im Umfeld auch. Das ist Klagen auf hohem Niveau″, sagte Otte.

Otte kritisierte, dass die Flüchtlinge und No Lager″ im Vorfeld der Demonstration nicht das Gespräch mit der Stadt gesucht hätten, sondern direkt an die Öffentlichkeit getreten seien.

Dem widersprach ein Vertreter von No Lager″ im Gespräch mit unserer Redaktion. Bereits Ende April habe die Verwaltung eine entsprechende E-Mail erhalten.

Die Flüchtlinge und No Lager″ kritisierten insbesondere die Umzäunung der einstigen Kaserne. Bereits im Mai hatte unsere Redaktion berichtet, die Flüchtlinge in der Limbergkaserne würden sich wegen der Bauzäune wie im Gefängnis fühlen. In einem Fall hatten die Zäune und ein Schloss dazu geführt, dass ein Krankenwagen nicht auf das Gelände kam. No Lager″ zufolge hatte ein Bewohner einen Herzinfarkt erlitten.

Die Stadt hatte damals mitgeteilt, die Bewohner seien im Grunde genommen nicht eingeschlossen, sondern vom Rest der Flächen ausgeschlossen. Zynisch″ nannte ein Sprecher von No Lager″ diese Einschätzung.

Die Umzäunung des Geländes gehe auf Initiative der Bundesanstalt für Immobilien (Bima) zurück, hatte die Verwaltung im Mai mitgeteilt. Die Bima ist Eigentümerin des Areals, die Flüchtlinge dürfen den Rest des Geländes nicht betreten. Die Bima könne dort nicht die Verkehrssicherungspflicht übernehmen, heißt es zur Begründung. Otte versicherte, jeder Bewohner könne das Gelände jederzeit betreten oder verlassen. Der Zaun sei in der Verwaltung sehr lange diskutiert worden. Wir können der Bima den Zaun nicht verwehren″, sagte Otte unserer Redaktion. Ein Zaun, der zum Schutz einer neu bepflanzten Grünfläche diente, wurde inzwischen teilweise entfernt.

Bildergalerie
auf www.noz.de

Bildtext:
Auf Plakaten äußerten die Demonstranten ihre Forderungen, aber auch Dankbarkeit. Für die Verwaltung nahm Stadtbaurat Frank Otte den Brief der Flüchtlinge entgegen.

Foto:
David Ebener
Autor:
yjs


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