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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Gefährliches Gewusel vor der Schule
 
Kein Recht auf Vorfahrt
 
Der Straßenverkehr ist kein Ponyhof
 
Umfrage: Der Weg zur Schule
 
Was hat es mit den weißen Geisterfahrrädern auf sich?
Zwischenüberschrift:
Erfahrungen von zwei Schülern der Wittekind-Realschule
 
Radscouts der Wittekind-Realschule
 
Interview mit Osnabrücks Verkehrsplanerin Ulla Bauer
 
Ghostbikes kommen ursprünglich aus den USA und sollen an im Straßenverkehr getötete Radfahrer erinnern – Seit 2014 gibt es sie in Osnabrück
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Das hätte auch schiefgehen können″, sagt ein Schüler der Wittekind-Realschule, als er wie jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Schule fährt. Diese Situation kommt nicht selten vor, jedoch ist es nicht immer die Schuld der Autofahrer, die zum Beispiel aufgrund von Hindernissen, die die Einsicht beim Abbiegen versperren, einen Radfahrer zu spät bemerken.

Viele Radfahrer fahren rücksichtslos, da sie oft auf der falschen Seite fahren und dadurch meist zu wenig Platz für ein entgegenkommendes Rad bieten. Oft fahren Radfahrer auch mal gerne im Dunkeln ohne Licht herum. Das haben wir alles schon erlebt″, sagen Florian Hortenbach und Konstantin Strübbe , die regelmäßig aus dem Widukindland beziehungsweise aus Eversburg zum Schulzentrum am Sonnenhügel mit dem Rad fahren. Nicht jedes Fahrrad ist verkehrstauglich, da viele Radfahrer ohne Reflektoren, Bremsen und Klingeln unterwegs sind.

Die Autos heutzutage sind viel zu schnell und manchmal nicht kontrollierbar, sodass Menschen nicht schnell genug reagieren können″, sagen die zwei Zehntklässler. Menschen können dieser hohen Anforderung, die im Straßenverkehr gefordert ist, nicht mehr standhalten, weil die Reaktionsfähigkeit und das Einsehvermögen dafür nicht ausreichen″, so die beiden. Das ist ihre ganz persönliche Einschätzung.

Gerade bei dem extrem hohen Verkehrsaufkommen zu Schulbeginn gegen 7.45 Uhr, muss man aufpassen auf die rund 1500 Schüler, die zu einer der drei Schulen wollen, Bei dem Gewusel kommt es oftmals zu gefährlichen Situationen, zumal Radfahrwege manchmal nicht benutzt und Zebrastreifen ignoriert werden. Hinzu kommt die Situation auf dem Parkplatz vor den Schulen, auf dem die Lehrer parken und Eltern ihre Kinder absetzen. Trotzdem fahren wir gerne mit dem Rad″, sagen die zwei Schüler. Und verhalten sich besonders aufmerksam und vorausschauend auf ihrem Schulweg, sagen sie.

Bildtext:
Morgens ist vor der Schule immer viel los, da kann es auch mal zu gefährlichen Situationen kommen.
Foto:
Simone Reiniger

Osnabrück. Das hat ja super geklappt″, sagt Josephina begeistert. Sie geht in die fünfte Klasse der Wittekind-Realschule (WRS) in Osnabrück und wurde zum Schulstart eine Woche lang von Schülern der zehnten Klasse mit dem Rad zur Schule begleitet, den Radscouts. Aber was sind Radscouts? Das sind von der Polizei und Fachkräften ausgebildete Schüler, deren Ausbildung das Ziel hat, neue Fünftklässler für einen gewissen Zeitraum sicher zur Schule hin- und zurückzubegleiten. Inhalte der Ausbildung sind unter anderem: ein Erste-Hilfe-Kurs, Fahren in der Gruppe, Erstellen des besten persönlichen Radweges, Ausführen kleinerer Reparaturen am Fahrrad.

Die Radscouts fahren mit den Kindern, die an dem Projekt teilnehmen, den Schulweg mit dem Rad ab. Dabei achten sie auf einen sicheren Weg, sodass die Kinder den Weg später sicher alleine fahren können. Die Kinder sind dabei eine Woche lang in Begleitung der Radscouts. Sie vereinbaren einen Treffpunkt mit den Kindern, an dem sie sie morgens abholen. Nach einer Woche ist die Probezeit dann vorbei, und die Kinder können dann alleine mit dem Rad fahren. Das Projekt gibt es an der WRS bereits seit fünf Jahren.

Die Radscouts haben natürlich kein Recht auf Vorfahrt, sondern müssen im Gegenteil besonders umsichtig und vorausschauend fahren.

Bildtext:
Die Radscouts mit ihren Zertifikaten.
Foto:
Reiniger

Osnabrück. Viele Radler fühlen sich auf Osnabrücks Straßen nicht sicher. Im Interview erzählt Ulla Bauer, Verkehrsplanerin der Stadt Osnabrück, was für Radfahrer verbessert werden soll.

Frau Bauer, was halten Sie aus professioneller Sicht von der Verkehrslage für Radfahrer in Osnabrück?
Es gibt gute und schlechte Strecken in Osnabrück wie zum Beispiel am Wall. Dort fahren viele Autos, und es ist eine gefährliche Strecke, da manche Autofahrer Radfahrer übersehen und die Fahrradwege zu schmal sind. Bei Straßen, die in den letzten Jahren umgebaut wurden, sind die Radwege viel breiter. Das soll mit dem neuen Radverkehrsplan 2030 an vielen Straßen geschehen. In einer bestehenden Stadt ist es nicht so einfach möglich, alle Straßen schnell umzubauen.

Denken Sie, Fahrradfahrer können mit voller Sicherheit durch Osnabrück fahren?
Nein, das kann man aber auch in keiner Stadt. Im Verkehr sind Menschen unterwegs. Menschen halten sich nicht immer an Regeln, Menschen machen Fehler. Wir müssen aber die Straßen so gestalten, dass sie Fehler verzeihen und weniger und nicht mehr so schwere Unfälle passieren. Das ist eins der Ziele des Radverkehrsplans 2030.

Wie viele Fahrradunfälle passieren denn durchschnittlich im Jahr in der Stadt Osnabrück?
Die Statistiken von den Jahren 2014/ 15/ 16 zeigen, dass es zu 430 Unfällen durchschnittlich im Jahr gekommen ist. Es sind nicht immer schwere Unfälle. Darunter sind auch viele leichtere Unfälle. An denen ist auch nicht immer ein zweiter Verkehrsteilnehmer beteiligt, sondern zum Beispiel übersieht ein Fahrradfahrer einen Poller oder bleibt an einer Bürgersteigkante hängen. Die Quote der Alleinunfälle ist sicherlich deutlich höher, denn nicht jeder führt zu einer Anzeige bei der Polizei.

Bräuchten Fahrradfahrer mehr eigene Straßen wie zum Beispiel die Katharinenstraße?
Ja, Fahrradstraßen sind eine tolle Sache. Wir planen auch, weitere Fahrradstraßen zu schaffen. Am besten wäre ein Geflecht von Fahrradstraßen durch Wohnsiedlungen. Es können zwar auch Autos dort fahren, aber die Hauptfunktion ist, dass die Straße für Fahrradfahrer ist.

Was könnte man noch tun, um Fahrradunfälle zu vermeiden?
Ziel der Radverkehrsplanung ist es, die Radverkehrsquote zu erhöhen und gleichzeitig die Unfallquote zu senken. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit gibt es drei Säulen, die helfen, Unfälle zu vermeiden: Verbesserung der Infrastruktur, Schulung und Informationen und Kontrolle der Verkehrsteilnehmer. Ganz wichtig ist, dass alle im Verkehr besser aufeinander achten. Das gilt besonders für Auto- und Lkw-Fahrer, die zum größeren Teil Hauptverursacher von Unfällen sind. Außerdem sitzen sie gut geschützt, während Radfahrer und Fußgänger bei Unfällen häufig verletzt werden. Autofahrer sollten deutlich mehr auf Radfahrer achten.

Welche Pläne gibt es für die Zukunft in Bezug auf Fahrradwege, hier bei uns am Schulzentrum Sonnenhügel?
An der Knollstraße, an der bis 2019 gebaut wird, soll es auf beiden Seiten einen Schutzstreifen mit einer ordentlichen Breite geben. Für die Zukunft sind Kreisverkehre an der Kreuzung Knollstraße, Haster Weg und am Haster Weg, Ecke Lerchenstraße geplant. Ein Kreisverkehr senkt die Geschwindigkeiten des Verkehrs deutlich und erhöht so die Sicherheit. In Zukunft soll es in Osnabrück sogenannte Velorouten geben, die als Alternativen zu den Hauptstraßen fungieren. Existierende Beispiele dafür sind die Katharinenstraße als Alternative zur Martinistraße oder der Burenkamp von Sutthausen Richtung Wüste, über den man sehr entspannt radeln kann.

An der Wittekind-Realschule gibt es Radscouts was halten Sie davon?
Das Projekt halte ich für sehr sinnvoll. Es ist vor fünf Jahren im Rahmen der Marketingkampagne Osnabrück sattelt auf″ entstanden. Ich finde es toll, dass es an der WRS seitdem erhalten geblieben ist. .

Bildtexte:
Die Straßen von Osnabrück sind für Radler ein gefährliches Pflaster.
Ulla Bauer mit Plakaten der Kampagne Osnabrück sattelt auf.
Fotos:
Michael Gründel, Lahmann-Lammert

Osnabrück. Bei unserer Umfrage haben wir in den verschiedenen Klassen der Wittekind-Realschule gefragt, ob die Schüler mit Bus, Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto zur Schule kommen.

Auf unsere Schule gehen momentan 366 Schüler. Die Fraktion der Busfahrer″ ist dank der Busfahrkarten am größten, ca 61, 2 Prozent. Die Busfahrkarten bekommen alle Schüler, auch die, die nur einen ganz kurzen Schulweg haben, sodass sie die Karten bis in den Nachmittag hinein im ganzen Stadtgebiet nutzen können. Mit großem Abstand kommen dann die Fahrradfahrer, die immer oder sehr regelmäßig mit dem Fahrrad kommen, das sind laut Umfrage 15, 8 Prozent für sie ist das Wetter zweitrangig. Schüler, die zu Fuß gehen oder mit dem Auto gebracht werden, gehören zu der kleinsten″ Fraktion, zwischen 12, 4 Prozent und 10, 1 Prozent. Nach wie vor ist es so, dass durch die sogenannten Elterntaxis″ oftmals auf dem Parkplatz vor der Schule ein großes Chaos herrscht.

Wir fanden es zwar erstaunlich, dass die Zahl der Schüler, die mit dem Bus zur Schule kommen, so groß ist, aber insgesamt hatten wir so ein Ergebnis erwartet. Wir erhoffen uns für die Zukunft, dass das Fahrradfahren für die Schüler zu einer weiteren Möglichkeit wird, um zur Schule zu gelangen. Dadurch würde die Belastung der Umwelt auch gesenkt werden.

Osnabrück. Ghostbikes werden im deutschsprachigen Raum auch als Mahnräder bezeichnet. Sie erinnern dort, wo sie aufgestellt sind, an einen tödlich verunglückten Radfahrer. Die Idee dazu kommt aus den USA, genauer aus St. Louis aus dem Jahr 2003. Das Fahrrad wird weiß lackiert daher der Name.

Das erste Ghostbike in Osnabrück wurde am 4. März 2014 auf Initiative des Fahrradbloggers Daniel Doerk am Johannistorwall/ Kommenderiestraße aufgestellt. Der Grund war der Tod eines 20-jährigen verunglückten Fahrradfahrers, der von einem Lkw übersehen und überfahren wurde. Der Vater des jungen Mannes äußerte sich dazu damals in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Erinnerung durch Ghostbikes sei der erste Schritt in die richtige Richtung, um Autofahrer sensibler und aufmerksamer im Straßenverkehr zu machen und den Radfahrern damit ein bisschen mehr Sicherheit zu bieten. Der Artikel dazu ist vom 3. April 2014 und in der Neuen Osnabrücker Zeitung erschienen.

Dennoch gab es auch Stimmen gegen die Aufstellung eines solchen Mahnrads. Die Radverkehrsbeauftragte der Stadt, Ulla Bauer, gab damals zu bedenken, dass zum Beispiel die Kreuzung am Johannistorwall bereits unübersichtlich sei und ein weißes Ghostbike nur für weitere Ablenkung sorgen könnte.

Außer den zwei Ghostbikes an der Kreuzung Johannistorwall/ Kommendriestraße stehen weitere Räder an der Kreuzung Bohmter Straße/ Liebigstraße, dort verunglückte eine 74-jährige Frau am 10. September 2014, und ihr Mann wurde schwer verletzt. An der Kreuzung Natruper Straße/ Springmannskamp kam ein 21-Jähriger am 6. Oktober 2015 ums Leben, da ein Lkw-Fahrer ihn übersehen hatte. Noch ein Ghostbike befindet sich am Berliner Platz/ Goethering Kreuzung Wittekindstraße. Dort kam eine 59-Jährige am 12. Oktober 2016 ums Leben.

Unsere Meinung zu den Ghostbikes:

Wir finden sie prinzipiell gut, und es eine sehr schöne Idee, die aber noch nicht gut genug umgesetzt worden ist. Doch man kann nicht an jeder Stelle ein Ghostbike aufstellen, an der ein Radfahrer tödlich verunglückt. Aber wir denken, dass es weitaus mehr Unfallorte von Radfahrern gibt, die nicht ausgestellt″ beziehungsweise gekennzeichnet werden.

Unser Verbesserungsvorschlag: Verpflichtende Veranstaltungen für Fahrradfahrer und Auto- und Lkw-Fahrer, die darüber informieren, wo genau es besonders kritische Stellen im Straßenverkehrsnetz gibt, und gerade die Auto- und Lkw-Fahrer darauf hinweisen, dass sie mehr achtgeben sollen, da sie im Zweifel bei einem Crash sicher nicht den Kürzeren ziehen werden.

Mehr Informationen zu dem Thema finden auf noz.de oder auf dem Fahrradblog von Daniel Doerk unter www.itstartedwithafight.de

Bildtext:
Das Ghostbike an der Bohmter Straße.
Foto:
Nicola Wagener

Vorfahrt für sicheres Fahren″

Diese Seite haben Schüler der Wittekind-Realschule mit ihrer Lehrerin Simone Reiniger erstellt. Sie ist Teil des Projekts Vorfahrt für sicheres Fahren Jugend übernimmt Verantwortung″. Das Projekt ist eine Gemeinschaftsaktion des Deutschen Verkehrssicherheitsrats e. V., der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, der Initiative Kavalier der Straße″, der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tageszeitungen und des Aachener Izop-Instituts.
Autor:
Tom Stave, Agnieszka Raczkowska, Jonas Jasper, Konstantin Hortenbach, Felix Bußmann, Adam Rusu, Michelle Wallenhorst, Nicola Wagener, Gino Weiland, Annika Dinkel, Denis Suljkic, Shtegtim Bytyci, Mehmethan Karacan


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