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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Elf Stunden „Hochgeschwindigkeitsschach″
Zwischenüberschrift:
Neunte Stadtmeisterschaft im Tischfußball im Haus der Jugend
Artikel:
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Originaltext:
200 Kickerbegeisterte haben jetzt an der neunten Osnabrücker Stadtmeisterschaft im Tischfußballdoppel teilgenommen. Die Sieger kamen am Ende aus Hannover.

Osnabrück. Es war ein Kommen und Gehen in der mit Kickertischen gefüllten Halle im Haus der Jugend. Immer wieder schallten Durchsagen durch den Raum, welches Doppel an welchem Tisch spielen sollte. Die Teams fanden sich ein, einige schauten der Konkurrenz zu und unterhielten sich. Wer nicht aufgepasst hatte, konnte auf der großen Leinwand die Aufruf- und Rangliste nachlesen. Es ging durchaus professionell zu: Manche spielten in Trikots und Trainingshandschuhen, andere wickelten Tennisbänder um die Griffe der beleuchteten Tische.

Kneipen-, Vereins- und sogar Nationalspieler nahmen an der Stadtmeisterschaft teil, manche noch Teenager, andere schon ergraut. Sie kamen unter anderem aus Osnabrück, Paderborn, Köln, Leipzig, Bremen und Hamburg. Die OSC Mavericks″, die Tischfußballabteilung des Osnabrücker Sportclubs, veranstaltete das Turnier.

Wir haben uns ein bisschen überkickert″, gab Steffen Zipfel zu, vier Wochenenden in Folge waren wir auf Turnieren.″ Der 18-jährige Schüler spielt seit sechs Jahren Tischfußball und ist mittlerweile in der Junioren-Nationalmannschaft. Im vergangenen Jahr hatte er die Stadtmeisterschaft für sich entscheiden können, in diesem Jahr erreichte er in der Endwertung Platz 27. Wie damals bildete er ein Doppel mit der Osnabrückerin Viviane Widjaja, die der Frauen-Nationalmannschaft angehört.

Was ist wichtig beim Tischfußball? Laut Widjaja eine gute Hand-Augen-Koordination. Wenn man technisch gleichauf sei, sei aber der Kopf″ entscheidend. Nicht als Einzige an diesem Tag bezeichnete sie ihren Sport als Hochgeschwindigkeitsschach″. In kurzer Zeit müssten wichtige Entscheidungen getroffen werden. Wie auch beim Rasenfußball seien Spielpositionen und die Deckung des Gegners wichtig.

Talent hilft, aber Training ist wichtiger″, betonte Steffen Zipfel. Und Viviane Widjaja sagte von sich selbst, dass sie anfangs sehr schlecht gewesen sei. Aber irgendwann war ich angefixt und habe viel trainiert.″ Die 34-jährige spielt seit rund acht Jahren. Klassisch″ nannte sie ihren Einstieg in den Sport: Während des Studiums hatten Freunde sie zum Kickern in Kneipen mitgenommen. Laut dem Team ist Tischfußball noch eher ein Männersport, doch die Anzahl von Spielerinnen nehme zu. Beim Osnabrücker Turnier nahmen jetzt etwa 30 Frauen teil.

Ein reines Frauenteam bildeten Sina Calberlah und Nadine Woitke, die beide für die Bremer Bundesligamannschaft spielen. Während ihrer Spielpause saßen die beiden wie viele andere vor dem Gebäude, wo auch Pizza gegessen und Bier getrunken wurde. Hier ist die Teilnahme relativ günstig, daher die entspannte Atmosphäre″, erklärte Calberlah. Auf Turnieren mit höheren Kosten sei die Stimmung angespannter.

Ihr zufolge ist der Sport mittlerweile sehr gut organisiert, jedes Wochenende finden irgendwo in Deutschland Turniere statt. Auch viele Fußballvereine würden inzwischen Tischkickerabteilungen bilden. Trotzdem sei die Gemeinschaft noch relativ klein. Man kennt sich untereinander″, so Calberlah.

Die Stadtmeisterschaften sind ein sogenanntes Challenger-Turnier. In den Vorrunden wurde der erste Gegner noch ausgelost, danach spielten jeweils die Teams mit gleich vielen Siegen gegeneinander. Als die Vorrunden nach fast sieben Stunden vorbei waren, wurde die Rangliste für die K.-o.-Spiele in drei Klassen unterteilt: Neulinge, Amateure, Profis. Auf diese Weise konnte jedes Doppel an mindestens einem K.-o.-Spiel teilnehmen.

Das heißt aber auch, dass bei solchen Turnieren jeder gleich beginnt. Selbst Nationalspieler können in der Gruppe der Neulinge landen. Calberlah und Woitke erreichten im Amateurfeld das Sechszehntelfinale. Kickern ist irgendwo auch ein Glücksspiel″, so Calberlah. Nur auf Anforderung komme ein Schiedsrichter dazu. Und das hänge vom Gegner ab, erklärte die Bundesligaspielerin: Manche sind für Schwalben bekannt.″

Um 23 Uhr standen die Sieger fest. Bei den Profis gewannen die Hannoveraner Christian Heise und Dennis Gawenat. Den Sieg in der Gruppe der Amateure holten sich Maike Hanstein und Mike Kaufmann, bei den Neulingen hatten Jona Greve und Christoph Tiemeyer die Nasen vorn. Die Gewinner aller Klassen spielen in Vereinen, zwei von ihnen bei den Osnabrück 49ers″. Sie erhielten nicht nur Pokale, sondern auch Ranglistenpunkte beim Deutschen Tischfußballbund (DTFB) und dem Niedersächsischem Tischfußballverband (NTFV).

Bildtext:
Bund gemischt war das Teilnehmerfeld. Hier unter anderen die Bremer Bundesligaspielerinnen Sina Calberlah (links) und Nadine Woitke.

Fotos:
Elvira Parton
Autor:
Vincent Buß


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