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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Mal wieder Äpfel mit Birnen verglichen
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Bertelsmann-Studie: Mehr Operationen wegen Rückenschmerzen″ (Ausgabe vom 20. Juni) erhielten wir die Zuschrift von Prof. Dr. Michael Winking, Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie am Klinikum Osnabrück.

Es verwundert schon, wie viele Operationen nach der Bertelsmann-Studie an der Wirbelsäule durchgeführt werden sollen. Schaut man sich dann die Methodik der Untersuchung an, wird vieles klar. Die Verfasser haben sich nicht die Mühe gemacht, Daten aus Kliniken zu erheben, sondern sich auf die Angaben des Statistischen Bundesamtes etc. verlassen.

Dort werden aber nicht Operationen gezählt, sondern Prozeduren, die für die Kostenerstattung zwischen Kliniken und Krankenkassen dienen. Ärzte sind verpflichtet, diese Prozeduren zu codieren. Eine Operation besteht jedoch aus verschiedenen Prozeduren, wie zum Beispiel dem Zugang zur Wirbelsäule, der Dekompression, der Implantation von Schrauben zur Stabilisierung, dem Einbringen von Knochensubstanzen etc. So kommen bei einem Eingriff mehrere, zum Teil bis zu zehn Prozeduren zusammen.

In den Statistikämtern werden diese Prozeduren aber nicht zu einer Operation zusammengeführt, sondern einzeln bewertet. Das wäre damit vergleichbar, wenn beim Confederations Cup in Russland nicht mehr die Tore gezählt würden, sondern die Ballkontakte, die zum Tor geführt haben. Weiß man zusätzlich, dass Kostenträger und Kliniken immer wieder neue Prozeduren verhandeln, ist sofort klar, wie die jährlichen Steigerungsraten entstehen. Seriöse Analysen haben ergeben, dass die Steigerungsraten deutlich unter den hier präsentierten Zahlen liegen und klar mit der sich ändernden Demografie korrelieren.

Das ist auch meine Erfahrung in einer der größten niedersächsischen Wirbelsäulenchirurgien. Aus allen in der Sprechstunde vorgestellten Patienten werden circa zehn Prozent operiert, unsere Operationszahlen sind konstant! Quintessenz: Da wurden wieder mal Äpfel mit Birnen verglichen!

Prof. Dr. Michael Winking

Osnabrück
Autor:
Michael Winking


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