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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Entwicklung der Schulen kommt in Fahrt
 
„So kommen wir nicht weiter″
Zwischenüberschrift:
Dezernent Beckermann will Schulentwicklung bis Ende des Jahres konkretisieren
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Osnabrücks Schuldezernent Wolfgang Beckermann will dem Stadtrat für die Beratungen zum Haushalt 2018, die Ende des Jahres beginnen, konkrete Zahlen zur Schulentwicklung vorlegen. Es darf auf keinen Fall passieren, dass wir wegen fehlender Mittel nicht an den Themen G9 und Neue Schule weiterarbeiten können″, so Beckermann im Gespräch mit unserer Redaktion.

Beim Thema Geld geht Beckermanns Blick aber auch nach Hannover. Den Kommunen müsse von der Landesregierung mehr finanzieller Spielraum eingeräumt werden, um die Fülle der in den kommenden Jahren anstehenden Aufgaben lösen zu können.

" So können wir nicht weitermachen.″ Schuldezernent Wolfgang Beckermann findet deutlich Worte für den Investitions- und Sanierungsstau an Osnabrücks Schulen. Gleichzeitig fordert er mehr Geld aus Hannover, denn allein könne die Kommune die Probleme nicht lösen.

Osnabrück. Wir müssen mehr tun dürfen, als uns bislang zugestanden wurde″, sagt Beckermann und verweist dabei auf den immensen Investitions- und Sanierungsstau, wohl wissend, dass dieses Problem nicht nur die Schulen, sondern auch andere Infrastrukturbereiche der Stadt betrifft. Beckermann macht sich Sorgen, dass die Stadt den erreichten Bildungsstandard zukünftig halten und weiter ausbauen kann. Dabei zwickt und zwackt es an allen Ecken und Enden. Denn selbst wenn sich nun urplötzlich das große Füllhorn der Bildungsfee öffnen würde und alle jene Mittel zur Verfügung stünden, die benötigt werden, um Projekte wie die flächendeckende Einführung des Ganztags, die Neue Schule oder den Raumbedarf, der mit der Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit entsteht, abzudecken, würden immer noch die personellen Ressourcen fehlen, um alle Projekte innerhalb kürzester Zeit umsetzen zu können.

Der flächendeckende Ganztag wäre bei dem derzeitigen Tempo in zehn Jahren noch nicht zu realisieren″, beschreibt Beckermann die Situation. Und dabei sei gerade die Einrichtung von Ganztagsschulen nicht nur eine wichtige Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Bildungsgerechtigkeit, sondern vor allem auch für eine gelingende Integration. Beckermann verweist auch auf das positive Beispiel der Grundschule Eversburg, wo die Ganztagsbetreuung helfe, wertvolle Integrationsarbeit zu leisten.

Selbstverständlich gehöre auch die Verbesserung der technischen Ausstattung dazu, wenn man den Bildungsstandort Osnabrück weiter entwickeln wolle, so Beckermann weiter. Auch dafür bedürfe es der entsprechenden Mittel. Mit der vorhandenen Beschlusslage kommen wir in dieser Stadt in den nächsten 10 bis 20 Jahren nicht klar″, sagt er. Nicht im Zorn, aber kritisch blickt Osnabrücks Schuldezernent zurück: Die Zeiten der Nullzinsphase wären der richtige Moment gewesen, etwas zu tun.″ Gleichzeitig geht sein Blick zur Landesregierung nach Hannover. Den Kommunen müsse mehr finanzieller Spielraum eingeräumt werden, um die anstehenden Aufgaben lösen zu können.

Beckermann plädiert ganz eindeutig für eine fraktionsübergreifende Zusammenarbeit aller Parteien mit der Verwaltung. In dem in der jüngsten Schulausschusssitzung ins Leben gerufenen Arbeitskreis, der sich aus Mitglieder aller Parteien und der Verwaltung zusammensetzt, sieht Beckermann ein gutes Instrument, außerhalb der politischen Gremien übergreifend die Schulentwicklung in der Stadt voranzubringen. Eigentlich ein Mammutprojekt, denn allein schon der Wandel in der Bildungslandschaft (Inklusion, Rückkehr zu 13 Schuljahren, Abschaffung der Förderschule Lernen) türmt einen Aufgabenberg auf, der so schnell wie gewünscht und nötig kaum mehr abzubauen ist. Über Themenmangel kann sich der Arbeitskreis nicht beklagen. Und noch etwas gibt Beckermann zu Protokoll: Wenn man an der einen Stelle etwas verändert, hat das ganz konkrete Auswirkungen in einem oder mehreren anderen Bereichen.″

Hierzu würde auch die Einführung der Neuen Schule gehören. Würde sie als eine aus den bestehenden Innenstadtschulen Förderschule an der Rolandsmauer, Möserrealschule und Hauptschule Innenstadt hervorgegangene Schule installiert werden, verbliebe nur noch die Felix-Nussbaum-Schule (FNS) als einzige Hauptschule. Das ist nicht gewollt und würde bedeuten, dass auch am Schulzentrum Sonnenhügel, wo die FNS beheimatet ist, Veränderungen stattfinden müssten. Außerdem wollen die Folgen einer Schulgründung auf das Gesamtgefüge der Sekundarstufe I bedacht sein.

Dass hier auch finanzielle Folgen erheblichen Ausmaßes zu Buche schlagen, muss als gegeben hingenommen werden. Allerdings, so Beckermann, müssen die drei innerstädtischen Standorte ohnehin baulich überarbeitet werden. Auf Dauer sind das keine geeigneten Lernorte.″ Die Frage des Geldes beschäftigt den Schuldezernenten auch in der Frage der Umstellung von G8 auf G9. Welche Schulen zu diesem Thema bereits baulichen Handlungsbedarf angemeldet haben, mochte Beckermann nicht konkretisieren. Mittlerweile sei die Bedarfsermittlung aber weit fortgeschritten. Beckermann will wenn eben möglich den Bedarf im Haushalt 2018, der ab Dezember die Politik beschäftigen wird, konkret festschreiben. Es darf auf keinen Fall passieren, dass wir wegen fehlender Mittel nicht an den Themen G9 und Neue Schule weiterarbeiten können.″

Mehr aus den Schulen auf noz.de / osnabrueck

Bildtext:
Wie es weitergeht mit der Hauptschule Innenstadt und ihren Nachbarschulen, muss sich in den kommenden Monaten entscheiden.

Foto:
Jörn Martens

Kommentar

Durchstarten nach dem Vakuum

Das mehr als einjährige Vakuum auf der Position des Bildungsdezernenten hat der Stadt geschadet. Die Schulentwicklung hat in dieser so wichtigen Phase (Umstellung auf G9, Inklusion, Ganztag) einen Stillstand erlebt, den es jetzt unverzüglich aufzuholen gilt.

Schafft es Wolfgang Beckermann, bis zum Ende des Jahres eine Richtschnur für die Schulentwicklungsplanung zu spannen und für den Haushalt 2018 den entsprechenden Finanzbedarf zu definieren, hat er eine gute Arbeit geleistet.

Allerdings handelt es sich bei dieser Aufgabe bei Weitem nicht um ein Kür-, sondern um ein Pflichtprogramm. Die Zeit drängt, denn egal, welche Lösungen Beckermann präsentiert, die Umsetzung wird auch noch ihre Zeit in Anspruch nehmen. Osnabrücks Schuldezernent ist deshalb auf die Kooperation und vor allem die Einigkeit der politischen Akteure angewiesen. Und alle zusammen werden Unterstützung aus Hannover brauchen. Denn ohne eine Lockerung der Haushaltsbeschränkungen oder anderweitige finanzielle Maßnahmen werden schlicht die Mittel fehlen, um all die Versäumnisse der vergangenen Jahre aufzuarbeiten.
Autor:
dk


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