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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Migrationsbeirat will Brücken bauen
Zwischenüberschrift:
Vëllaznim Haziri und Helen Wambui Nintemann in den Vorstand gewählt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Sie wollen Brücken bauen und den Menschen mit fernen Wurzeln eine Stimme geben: Der neue Migrationsbeirat hat Vëllaznim Haziri zum Vorsitzenden und Helen Wambui Nintemann zu seiner Stellvertreterin gewählt.

Der Migrationsbeirat besteht aus 14 ehrenamtlichen Mitgliedern, neun Frauen und sieben Männern aus 14 verschiedenen Herkunftsregionen. Dazu kommt jeweils ein Vertreter der im Rat vertretenen Parteien. Bis zum Ende der Ratsperiode im Herbst 2021 haben sie das Mandat, die Interessen der Zuwanderer zu vertreten.

In Osnabrück werde eine gute Integrationsarbeit geleistet, sagen Vëllaznim Haziri und Helen Wambui Nintemann, gleichwohl gebe es noch vieles zu verbessern. Der neue Vorsitzende des Migrationsbeirats hat kosovarische Wurzeln und wurde vor 31 Jahren in Osnabrück geboren. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften und European Studies ist er Inhaber eines Dolmetscher- und Übersetzungsbüros.

Helen Wambui Nintemann (47), die stellvertretende Vorsitzende, stammt aus Kenia und lebt seit 17 Jahren in Deutschland. In Osnabrück betreibt sie ein Catering-Unternehmen für afrikanische Spezialitäten. Ich versuche, die afrikanische Community zu vertreten″, sagt die 47-Jährige, die dem Beirat schon in der vergangenen Legislaturperiode als Vertreterin angehört hatte. In vielen Gesprächen bekomme sie mit, wie schwer es Menschen mit Migrationshintergrund oft falle, an für sie wichtige Informationen zu kommen. Da stelle sie sich gern als Vermittlerin zur Verfügung, sagt Helen Wambui Nintemann.

Konfliktstoff entschärfen

Als Riesenherausforderung″ bezeichnet Vëllaznim Haziri die Terminvergabe der Ausländerbehörde. Termine würden nur noch online vergeben, wer sich jetzt anmelde, müsse bis zum November warten. Der Vorsitzende des Migrationsbeirats sieht es als seine Aufgabe an, zwischen den Beteiligten zu vermitteln, wenn es im Getriebe knirscht. Er und seine Stellvertreterin sind der Ansicht, dass in Osnabrück eine gute Integrationsarbeit geleistet wird. Aber es gebe doch immer wieder Konfliktstoff, der sich mit gutem Willen entschärfen lasse.

Besorgniserregend findet Haziri die Spaltung der türkischen Community in Erdogan-Anhänger und - Gegner. Aus diesem Anlass seien schon Diskussionsrunden organisiert worden, auch mit dem Ziel, die gemeinsamen Anliegen zu betonen. Dazu zählt der Beiratsvorsitzende die Integration von Kindern ausländischer Herkunft in den Schulen. Dabei sieht er im heimatsprachlichen Unterricht eine wichtige Brückenfunktion.

Helen Wambui Nintemann und Vëllaznim Haziri ist bewusst, dass viele Probleme nicht auf lokaler Ebene beseitigt werden können. Ein wichtiges Thema sei die Abschiebung nach Afghanistan, die trotz aller Gefährdungen nur vorübergehend sei, wie die beiden betonen. Eine große Barriere für die Integration sehen die Beiratsvorsitzenden auch im Dublin-Abkommen. Viele Menschen müssten mit der ständigen Angst vor der Abschiebung leben eine schlechte Voraussetzung, um hier Wurzeln zu schlagen.

Der Migrationsbeirat sieht sich zuständig für die Interessen von 50 000 Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Dazu gehört auch, dass einzelne Mitglieder im niedersächsischen Integrationsrat in Hannover, in den Ausschüssen des Rates, am Runden Tisch Kinderarmut und im Seniorenbeirat mitwirken. Die nächste Sitzung des Beirats findet am 17. August statt.

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Bildtext:
In Osnabrück Wurzeln geschlagen: Vëllaznim Haziri (rechts) ist neuer Vorsitzender des Migrationsbeirates, Helen Wambui Nintemann seine Stellvertreterin.

Foto:
Jörn Martens
Autor:
rll


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