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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Namen mit Nazi-Vergangenheit sollen verschwinden
Zwischenüberschrift:
Osnabrück will Anwohner bei Straßenumbenennung beteiligen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Nach dem Ratsentscheid für die Änderung dreier Straßennamen in Osnabrück hat die Stadtverwaltung nun das weitere Vorgehen präzisiert: Bei der Umbenennung der Straßen, die an Vertreter des NS-Regimes erinnern, sollen die Anwohner umfassend beteiligt werden.

Konkret geht es um die die Carl-Diem-Straße im Stadtteil Wüste, den Heinrich-Röper-Weg im Stadtteil Schölerberg und die Giesbert-Bergerhoff-Straße im Stadtteil Atter. Weil den Namensgebern eindeutige Bezüge zum Nationalsozialismus nachzuweisen sind, beschloss der Rat der Stadt Osnabrück in seiner Sitzung am 30. Mai nach knapp fünfjähriger Vorgeschichte die Änderung der Straßennamen.

Mit dem Ratsbeschluss wurde nach Angaben der Stadtverwaltung ein Verfahren eröffnet, das mehrere Schritte vorsieht: Nach der Sommerpause finden öffentliche Informationsveranstaltungen in den drei Stadtteilen statt. Die betroffenen Anwohner werden dazu persönlich eingeladen. Bei den Veranstaltungen informieren Stadtverwaltung und Historiker ausführlich über die Gründe der möglichen Umbenennung. Außerdem stehen die Folgen der Umbenennung auf der Tagesordnung, die Anlieger müssen unter anderem neue Personalausweise, Pässe und Fahrzeugscheine beantragen.

Mit diesem Schritt kommt die Stadt den Anwohnern offenbar entgegen: Für die Benennung von Straßen ist ausschließlich der Rat zuständig eine öffentliche Anhörung muss grundsätzlich nicht erfolgen, heißt es in einer Mitteilung aus dem Presseamt.

Stellung nehmen können die Anwohner sowohl schriftlich als auch mündlich. Eine weitere Möglichkeit zur Äußerung besteht im Rahmen der in der zweiten Jahreshälfte stattfindenden Bürgerforen der jeweiligen Stadtteile. Dort können auch geeignete Vorschläge für die Neubenennung der Straßen gemacht werden.

Anschließend fasst die Stadtverwaltung die Ergebnisse aus den Informationsveranstaltungen, Bürgerforen oder gegebenenfalls schriftlichen Stellungnahmen zusammen und legt sie erneut den politischen Gremien zur Beratung vor. Erst auf dieser Grundlage treffen dann die Ratsvertreter die endgültige Entscheidung. Der Rat folgte mit seinem Beschluss der Empfehlung des Arbeitskreises Erinnerungskultur, dem unter anderem Vereine und Initiativen aus dem Bereich Erinnerungskultur, Vertreter der Opfer des NS-Regimes sowie von Schulen, der Universität Osnabrück, Kirchen und Gewerkschaften angehören.

Der Arbeitskreis hat insbesondere die Straßennamen kritisch untersucht, die seit der NS-Zeit und seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland benannt worden sind. Im Ergebnis wurden drei Straßennamen identifiziert. Bei aller Verschiedenheit der Tätigkeiten und Einflussbereiche waren Carl Diem als führender NS-Sportfunktionär, Giesbert Bergerhoff als NSDAP-Ortsgruppenleiter in Atter und Heinrich Röper als SA-Obersturmbannführer in Osnabrück Träger des NS-Regimes und haben aktiv an der Verwirklichung seiner Ziele mitgewirkt. Eine Würdigung der genannten Personen durch Straßennamen ist nach Ansicht des Arbeitskreises mit dem Selbstverständnis der Friedensstadt, einer aktiven Erinnerungskultur und einem würdigen Andenken an die Opfer nicht vereinbar, auch wenn man ihnen zum Teil auch positiv zu bewertende Tätigkeiten zuschreiben kann, heißt es in der Mitteilung.

Bildtext:
Die Giesbert-Bergerhoff-Straße gehört zu den drei Straßen, die umbenannt werden sollen.

Foto:
Archiv/ Jörn Martens
Autor:
pm/sph


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