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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Frauenleben im antiken Rom
Zwischenüberschrift:
Teilnehmerrekord bei der Osnabrücker Sommermahlzeit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bereits zum 13. Mal hatte der Verkehrsverein Stadt und Land Osnabrück (VVO) zur Sommermahlzeit eingeladen. Das traditionelle Spargelessen für Damen″ fand in der Osnabrück-Halle statt. Dabei sprach Heidrun Derks, Leiterin des Museums Varusschlacht in Kalkriese, über Frauen im antiken Rom.

Osnabrück. Die Osnabrücker Sommermahlzeit des VVO gehört mittlerweile zu den Terminen, die sich viele Frauen aus Politik, Wirtschaft und Ehrenamt schon ein Jahr im Voraus fest im Kalender anstreichen. Aus der ursprünglichen Idee, als Kontrapunkt zum Grünkohlessen der Herren ein sommerliches Spargelessen für die Damen anzubieten, ist ein gesellschaftliches Großereignis geworden.

Mit 170 Teilnehmerinnen haben wir in diesem Jahr einen Rekord aufgestellt″, berichtete VVO-Vorstandsmitglied und Organisatorin Mechthild Möllenkamp. Ihr sei es bei diesem Abend wichtig, dass es viel Zeit für Gespräche und zum Netzwerken″ unter den Frauen gebe. Deshalb wurde das Zeitfenster für den kulturellen Beitrag, der traditionell dazugehört, auch etwas eingekürzt.

Nach der Vorspeise serviert wurden Garnele an Salat von Tellerkraut, Stängelkohl-Couscous mit Mandel-Gel und Ibérico-Schinken hatte Gastrednerin Heidrun Derks das Wort. Hinter ihrem Thema Anmut und Klugheit, Gift und Intrigen. Die Waffen der Frauen im antiken Rom″ verbarg sich allerdings kein trockenes Historikerseminar, sondern ein kurzweiliger Vortrag über die schillerndsten Frauengestalten der Römerzeit.

Offiziell durften die Frauen im antiken Rom keine politischen Ämter bekleiden, keine Geschäfte tätigen und nicht wählen″, bekundete die Historikerin. Umso aktiver waren sie aber im privaten Raum, wo sie durch Intrigen, Verschwörungen und geschicktes Taktieren die Strippen zogen. Livia, Frau des Kaisers Augustus, beispielsweise sei der Kopf vieler Strategien gewesen, die ihrem Mann zum Erfolg verholfen hätten. Von Agrippina, der Frau des Germanicus, sei überliefert, dass sie zeitweise auch mal das Regiment über seine Truppen übernommen habe, wenn der Gatte schwächelte″.

Intelligente, erfolgreiche Frauen wie Fulvia, die als die politisch einflussreichste Frau der späten Republik gilt, waren vor Verunglimpfungen nicht gefeit. In der Überlieferung wird sie als kaltherziges und gieriges Ungeheuer geschildert″, so Derks. Noch schlimmer erging es Claudius′ Frau Messalina, die als prunksüchtig, intrigant und orgienversessen″ galt. Eine Frau, die nicht dem Idealbild der treu ergebenen, zurückhaltenden Gattin und Mutter entsprach, sondern ihre Stimme in der Öffentlichkeit erhob, musste um ihren Ruf fürchten.″

Steuern für Kinderlose

Ehen im antiken Rom wurden arrangiert und entwickelten sich nur selten zu echten Liebesbeziehungen. Dafür war es für beide Partner relativ leicht, sich wieder scheiden zu lassen. Nach den Ehegesetzen von Kaiser Augustus musste aber jeder Erwachsene verheiratet sein, kinderlose Frauen mussten Sondersteuern zahlen und kinderlose Ehen wurden geschieden″, erklärte Derks. Kinderreiche Familien galten als Ideal und brachten auch den Müttern Vorteile: Wenn eine Frau mindestens drei Kinder hatte, konnte sie sich auf Antrag von ihrem Vormund im Geschäftsleben freistellen lassen und eigenständig Geschäfte tätigen.

Nach diesem anregenden Kurzvortrag von Heidrun Derks wurde das Spargelbuffet eröffnet und miteinander gespeist. Zum Abschluss kündigte Organisatorin Möllenkamp noch den Termin für die nächste Sommermahlzeit an: Es ist der 7. Juni 2018.

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Bildtext:
Auf anregende Gespräche mit den VVO-Damen freuten sich (von links) Mechthild Möllenkamp, Heidrun Derks und Ko-Organisatorin Maria-Elisabeth Griesert.

Foto:
Michael Gründel
Autor:
Regine Bruns


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