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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wegbegleiter Nelson Mandelas zu Besuch
Zwischenüberschrift:
Denis Goldberg ist gern in Osnabrück und spricht heute im Friedenszentrum
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Er kämpfte mit Mandela gegen die Rassentrennung in Südafrika, nun ist er in Osnabrück. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt Denis Goldberg, warum er so gerne in der Stadt ist, was er über den Rechtspopulismus denkt und was das Schlimmste an 22 Jahren Haft war.

Mindestens 20-mal sei er schon in Osnabrück gewesen, berichtet Goldberg. Das liegt vor allem an seinen Beziehungen zum Osnabrücker Aktionszentrum Dritte Welt. Dem Sohn jüdischer Einwanderer gefällt, dass Osnabrück eine Friedensstadt ist: Das ist wichtig in einer Welt voller Gewalt.″

Während seiner Aufenthalte besucht er oft Schulen. Mit den Jugendlichen über seine Erlebnisse zu sprechen ist dem 84-Jährigen wichtig. Denn wer wenn nicht die Schüler schaffen eine neue Welt? Das sei insbesondere angesichts des zunehmenden Rechtspopulismus wichtig.

Rassismus verbleibt in den Köpfen der Menschen″, sagt Goldberg. Er wisse aber nicht, woher die Idee der Überlegenheit einer Rasse″ komme. Dass sich teilweise auch bereits länger hier lebende Immigranten gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aussprächen, erklärt er sich damit, dass sie sich durch die Neuankömmlinge in ihrem Status bedroht fühlten.

Sehr besorgt ist der Bürgerrechtler auch in Hinblick auf sein Heimatland Südafrika: Die gewählten Führungspersonen sind mittlerweile so korrupt und entrückt vom Volk.″ Dass sich die Bevölkerung gegen den Präsidenten Jacob Zuma dagegen auflehne, stimme ihn aber optimistisch.

Ebenso wie die schlechten Ergebnisse des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr. Nichtsdestotrotz glaubt Goldberg, dass nur der ANC das Land verändern könnte. Dazu müsse sich die Anti-Apartheid-Bewegung jedoch wieder auf ihre Grundlagen wie die Freiheitscharta besinnen. Was das bedeutet, muss Goldberg wissen. Als Apartheidsgegner schloss er sich nämlich selbst dem ANC an und wurde für seinen später auch bewaffneten Widerstand 1963 verhaftet. Entlassen wurde er erst 22 Jahre später.

Seine Familie nicht zu sehen war für ihn das Schlimmste an der Haft gewesen. Aber auch von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, machte ihm zu schaffen. Bei den Aufsehern löste er Hass aus, weil er als Weißer gegen die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung kämpfte: Für sie war ich ein Verräter.″ Im Versuch, ihn kleinzukriegen, wurde er misshandelt. Außerdem wurden ihm seine Briefe der Kontakt zur Außenwelt vorenthalten. Aber ich habe es überlebt″, sagt Goldberg stolz, betont aber gleichzeitig, dass es vielen anderen genauso ging wie ihm.

Goldberg wird sich am Montag, 12. Juni, in das Goldene Buch der Stadt eintragen. Um 18 Uhr hält er im Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum, Markt 6 in Osnabrück, einen Vortrag über die aktuelle Entwicklung in Südafrika. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bildtext:
Denis Goldberg (rechts) mit Nobelpreisträger Nelson Mandela. Das Foto entstand 2010.

Foto:
dpa
Autor:
vbu


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