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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bienenkörbe und Bauern-Theologen
Zwischenüberschrift:
Macht der Medien – Osnabrücker Studierende präsentieren Altdrucke der Reformation
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Ausstellung Macht der Medien Altdrucke der Reformationszeit″ ist eröffnet. Sie ist im Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN) der Uni Osnabrück bis zum 4. August zu sehen.

Osnabrück. Die Reformation sei ein Medienereignis gewesen, das ohne die Erfindung des Buchdrucks wohl deutlich weniger Wirkung erzielt hätte. Gleichzeitig habe die über ein halbes Jahrhundert früher erfundene Technik erst durch den Content″ Reformation ihren Durchbruch erzielen können, betonte Prof. Dr. Siegrid Westphal, als IKFN-Direktorin für die Koordination der Ausstellung verantwortlich.

Masterstudierende der Geschichtswissenschaft konzipierten die kleine Ausstellung. Bibliothekarin Beate Mrohs stellte mit ihnen die alten Drucke aus der Reformationszeit zusammen. Anschließend setzte jeder seinen Themenschwerpunkt. Ein Beispiel: Anna Lingnau befasste sich mit der Schmähschrift von Philips van Marnix Der römische Bienenkorb″. Der Calvinist vergleicht darin die katholische Kirche mit einem Bienenkorb, in dem die Bienen giftigen Honig fabrizieren und damit Verderben über die Welt bringen. Neben der Vitrine, die die Studentin zum Thema gestaltete, entstand auch ein Beitrag für den Ausstellungskatalog, in dem die Schrift weiter interpretiert wird.Mehr zum Thema Reformationsjubiläum lesen Sie hier. Gleichzeitig dokumentieren die Studierenden reformations-kritische Repliken, etwa gegenreformatorische Schriften der Jesuiten.

Siegrid Westphal dankte bei der Eröffnung unter anderen Felicitas Hundhausen, Direktorin der Universitätsbibliothek, für ihre Unterstützung. Ihre Mitarbeiter Susanne Mönkediek und Michael Fisher zum Beispiel unterstützten das Team technisch. Student Andreas Schönwitz beteiligte sich mit der Gestaltung des 83-seitigen Ausstellungskatalogs.

Studentin Melanie Ziemen beschrieb die praktische Arbeit im Projekt als besonderen Gewinn. Beeindruckt hätten sie die originalen Quellen, Aussehen und Geruch der Bücher und die Beschaffenheit des Papiers. Auch die Planung einer Ausstellung gehe über das hinaus, was sie und ihre Kolleginnen bei wissenschaftlicher Arbeit vor allem am Schreibtisch kennengelernt hätten.

Uni-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Lücke dankte allen Beteiligten. Volker Arnke und Sebastian Bracke stellten bei der Vernissage den ebenfalls in der Ausstellung präsentierten fiktiven Dialog zweier Bauern dar, die sich über lutherfeindliche Doktoren an der Uni Tübingen lustig machen. Die Urbanus Rhegius zugeschriebene Flugschrift belege das Medienereignis Reformation, so Sigrid Westphal. Dank des Buchdrucks hätten verschiedene und weite Teile der Bevölkerung von den Debatten in der Reformationszeit erfahren, selbst auch zur Feder gegriffen und sich lebhaft eingemischt.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung im Erdgeschoss des IKFN-Gebäudes am Neuen Graben 19–21 ist bis zum 4. August montags bis freitags von 10 Uhr bis 17 Uhr öffentlich zugänglich.

Weitere Bilder auf www.noz.de

Bildtext:
Bei der Eröffnung der Ausstellung Die Macht der Medien″ mit Altdrucken aus der Reformationszeit im Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit wurde der Dialog der beiden lutherischen Bauern Cuntz und Fritz von Volker Arnke (links) und Sebastian Bracke nachgespielt.

Foto:
Michael Schwager
Autor:
Michael Schwager


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