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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Smiley Hope″ verzaubert den Zoo
Zwischenüberschrift:
Tierpflegerin zieht Klammeraffenweibchen per Hand auf
Artikel:
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Originaltext:
Fünf Wochen alt und zuckersüß ist Klammeraffenweibchen Smiley Hope″, das Anfang Mai im Osnabrücker Zoo das Licht der Welt erblickte. Doch weil die leibliche Mutter keine Muttermilch produzieren konnte, kümmert sich Tierpflegerin Heike Läkamp per Hand um die Aufzucht.

Osnabrück. Smiley Hope ist sehr quirlig, neugierig und lebhaft. Sie schmust einfach sehr gerne″, berichtet Heike Läkamp, die seit 36 Jahren als Tierpflegerin im Zoo Osnabrück tätig ist. In einem Tuch trägt die 51-Jährige den Affennachwuchs vor ihrem Oberkörper spazieren, der sich bei seiner Ziehmutter sichtlich wohlfühlt und sowohl auf als auch neben der Arbeit ständiger Begleiter der Pflegemutter geworden ist. Bei einem Termin in der Bank schaute mir mal eine kleine dunkle Affenhand aus meiner Weste, da waren die Angestellten schon verwundert. Aber wenn sie den Affen dann sehen, sind immer alle begeistert und sehr neugierig″, sagt Läkamp.

Da die leibliche Mutter des Sprösslings zum Zeitpunkt der Geburt erkrankte und keine Muttermilch geben konnte, entschloss sich der Zoo dazu, den kleinen Braunkopfklammeraffen von Menschenhand aufzuziehen. Handaufzuchten sind nicht so einfach und niedlich, wie sie auf den ersten Blick anmuten. Zum Beispiel fehlt den Jungtieren die sogenannte Biestmilch der Mutter mit wichtigen Nährstoffen, um ihr Immunsystem aufzubauen″, erklärt Tobias Klumpe, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Osnabrücker Zoo. Aber auch die soziale Interaktion innerhalb der Gruppe, um über Gestik und Mimik die Verhaltensweisen der Artgenossen zu erlernen, komme so zu kurz.

Deshalb soll das Affenweibchen in rund einem Jahr mit seiner Halbschwester, die Mitte März zur Welt gekommen ist und seitdem in der Gruppe aufwächst, zusammengeführt werden, um sich auf das Leben mit den Artgenossen vorzubereiten. Bis dahin kümmert sich Heike Läkamp rund um die Uhr um das Wohl von Smiley Hope″, die auch nachts alle zwei bis drei Stunden mit Säuglings- und Babynahrung gefüttert werden muss. Richtig wohl fühlt sich das Jungtier dabei nicht nur auf der Brust der Pflegemutter, die bereits vor 18 Jahren einen Klammeraffen per Hand großgezogen hatte, sondern auch in einem Körbchen, das neben dem Bett der Ersatzmutter eingerichtet wurde.

Unterstützung erhält die Tierpflegerin von ihrem Mann Dieter Sandbrink, der die nächtliche Versorgung des aufgeweckten Jungtieres übernimmt. Am Anfang hat sie sehr viel geschlafen. In den letzten Wochen ist sie jedoch sehr lebhaft geworden und will alles mitbekommen″, berichtet Pflegemutter Läkamp. Um dabei Unfälle″ zu vermeiden, trägt der behaarte Nachwuchs Frühchen-Windeln, die mit einem kleinen Loch für den Schwanz des Affenbabys versehen werden. Außerdem entwickle sich der Nachwuchs, der mittlerweile über 900 Gramm auf die Waage bringt, äußerst positiv, so die 51-Jährige.

Getauft wurde der Sprössling aufgrund seines Lächelns und der Hoffnung, auch ohne Mutter aufwachsen zu können, auf den klangvollen Namen Smiley Hope″. Dabei packt das kleine Klammeräffchen auch gerne selbst mit an hilft im Zoo beim Vorbereiten der Essensrationen oder unterstützt Pflegemutter Läkamp beim Bedienen des Gabelstaplers. Natürlich entwickelt man auch Muttergefühle, aber mir ist ebenso bewusst, dass ich die Kleine irgendwann wieder abgeben muss″, so Läkamp.

Bildergalerie und Video im Internet auf www.noz.de

Bildtext:
Smiley Hope″ erblickte am 1. Mai das Licht der Welt und erfreut sich bester Gesundheit.
Foto:
Gert Westdörp

Der Schwanz als Hand

Braunkopfklammeraffen haben dunkles Fell, lange, dünne Arme und Beine sowie einen langen Schwanz. Sie sind die Artisten″ unter den Affen, die sich hangelnd von Ast zu Ast fortbewegen. Außerdem haben sie einen Greifschwanz, an dessen Spitze sich Schwielen befinden. Damit können die Affen ihren Schwanz wie eine zusätzliche Hand zum Greifen benutzen. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt etwa 40 bis 54 und die Schwanzlänge 60 bis 80 Zentimeter. Braunkopfklammeraffen leben in südamerikanischen Regenwäldern. Sie sind vom Aussterben bedroht.
Autor:
André Pottebaum


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