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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Asylverfahren dauern noch zu lange″
Zwischenüberschrift:
Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter zu Besuch im Osnabrücker Flüchtlingshaus
Artikel:
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Originaltext:
Die Bundesvorsitzende der Grünen, Simone Peter, hat sich am Donnerstag das Flüchtlingshaus am Natruper Holz angesehen. Die Verantwortlichen vor Ort nutzten die Gelegenheit nicht, um zu meckern im Gegenteil.

Osnabrück. Wir sind hier, um zu zeigen, dass die Aufnahme hier vor Ort sehr gut läuft″, sagte die Grünen-Landtagsabgeordnete und Bundestagskandidatin Filiz Polat aus Bramsche. Alles andere hätte auch verwundert, schließlich ist das Flüchtlingshaus eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Niedersachsen und die Grünen sind zusammen mit der SPD in Niedersachsen in Regierungsverantwortung. Aber Polat lobte auch die Aufnahmebereitschaft und das Engagement der Osnabrücker.

Ein bisschen riecht es immer noch nach Krankenhaus auf den Gängen. 2014 begann der Umbau des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses zur Flüchtlingsunterkunft kurz darauf zogen die ersten Geflüchteten ein. Der weitere Umbau erfolgt seitdem bei laufendem Betrieb. Als endgültiger Eröffnungs- und Fertigstellungstermin ist der 31. August angedacht. Etwa 200 Geflüchtete leben derzeit in der Osnabrücker Erstaufnahmeeinrichtung, davon sind knapp 80 Kinder. Aufgenommen werden können am Natruper Holz 600 Menschen, erfuhr Simone Peter auf ihre vielen Nachfragen.

Die Bundesvorsitzende der Grünen war noch voll frischer Eindrücke von einer Reise nach Sizilien, wo sie sich die Flüchtlingssituation vor Ort angesehen hatte. Was die Menschen, die über Libyen dorthin gelangt seien, erlebt hätten, sei dramatisch, erzählte Simone Peter. Fast alle Frauen seien Opfer von Vergewaltigungen. Die Grünen-Chefin erkundigte sich daher auch nach den Erfahrungen in Osnabrück mit Traumatisierung. Alle Bewohner haben ihre Geschichte″, sagte Hausleiter Manfred Eichert. Zurzeit gebe es jedoch wenige Bewohner, die unter schweren Traumata zu leiden hätten. Wir machen bei jedem ein Screening und versuchen so, vulnerable Personen aufzuspüren″, so Eichert. Klaus Dierker, Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung in Bramsche-Hesepe, ergänzte: Wir haben beschlossen, bei der Registrierung Sozialarbeiter mitzunehmen.″ Das sei nicht überall Standard.

Mit Hesepe arbeitet das Osnabrücker Flüchtlingshaus eng zusammen. Die 15 Kilometer entfernte Erstaufnahmeeinrichtung ist zugleich Ankunftszentrum, heißt: In Hesepe werden die Geflüchteten registriert und je nach Kapazität dann in die anderen Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes verlegt, unter anderem eben nach Osnabrück.

Die für die Bewohner abschließbaren Zimmer sehen so aus: Stockbetten, Spinde, ein Tisch, ein paar Stühle, das war′s. Das Wichtigste ist, dass die Menschen eine Struktur bekommen″, so Eichert. Für die Erwachsenen gibt es unter anderem Tanzgruppen und Sprachkurse, für die Kinder die Til-Schweiger-Kita und Schulunterricht. Der Besuch ist freiwillig, laut dem Osnabrücker LAB-Leiter Conrad Bramm kommt nur ein Drittel der Kinder zum Unterricht. Aber die, die kommen, sind unglaublich motiviert″, betont Eichert.

Simone Peter betonte, wie wichtig es sei, den Aufenthalt in den Erstaufnahmeeinrichtungen zeitlich zu begrenzen, damit die Geflüchteten möglichst schnell in die Normalität kämen und dann einen einfachen Zugang zum Arbeitsmarkt fänden. Die Verfahren dauern immer noch zu lange″, so Peter.

Flüchtlinge in Osnabrück: noz.de/ os

Bildtext:
Besuch auf einer Baustelle: Grünen-Chefin Simone Peter (Mitte) lässt sich von Birgit Beylich (links, stellvertretende LAB-Standortleiterin) und Hausleiter Manfred Eichert (rechts) durch das Osnabrücker Flüchtlingshaus führen.

Foto:
Michael Gründel
Autor:
Sandra Dorn


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