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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Beide Kulturen begegnen sich mit Respekt″
Zwischenüberschrift:
Michael Dreyer stellt das Programm zum Morgenland Festival Osnabrück vor – Schwerpunkt: Libanon
Artikel:
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Originaltext:
2017 setzt das Morgenland Festival Osnabrück einen Länderschwerpunkt: Der Libanon steht dieses Jahr im Fokus. Allerdings markiert Festivalleiter Michael Dreyer damit lediglich einen Ausgangspunkt für sein Programm.

Osnabrück. Der Libanon bietet für eine stimmige Festivaldramaturgie ergiebige Ansätze. Denn das Land zwischen Mittelmeer, Syrien und Israel ist für syrische Künstler, die nicht gleich nach Europa gegangen sind, eine neue Heimat geworden. Überhaupt hat das Land eine Million Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen, bei einer Bevölkerung von fünf Millionen Menschen. Wer Libanon sagt, denkt Syrien und die Gewalt im Nahen Osten mit.

Ein Konzert beim diesjährigen Morgenland Festival Osnabrück unter dem Titel Tarik el Sham″ spiegelt das. So heißt nämlich die Straße, die die Hauptstädte Beirut und Damaskus verbindet. 102 Kilometer ist sie lang; das ist so, als würden Sie von Osnabrück nach Bremen fahren″, sagt Dreyer bei der Programmvorstellung; stellen Sie sich vor, dort herrschte Krieg″. Doch die Tarik el Sham ist eine wichtige Verkehrs- und Lebensader geblieben, und deswegen stellt eine Performance sie künstlerisch in den Mittelpunkt. Zu Bildern des syrischen Experimentalfilmers Khalil Younes werden Moslem Rahal an der orientalischen Rohrflöte Ney und Jazzpianist Florian Weber improvisieren (21. Juni).

Damit treffen einmal mehr orientalische und westliche Musiker aufeinander, ein zentrales Moment des Morgenland Festivals. Beide Kulturen begegnen sich mit Respekt″ und erkennen musikalisches Neuland″, so Dreyer. Tubist und Serpent-Virtuose Michel Godard für sich schon ein Grenzgänger par excellence und Sänger Alim Qasimov aus Aserbaidschan haben letztes Jahr vorgeführt, wie aufregend sich solche Begegnungen anhören. Damals lief dieses Konzert unter dem Label Art of Duo″; dieses Jahr setzen der französische Kontrabass-Virtuose Renaud-García Fons und der Türke Derya Türkan an der Kemence, der orientalischen Kniegeige, dieses Dialog-Experiment fort.

Ein Dialog auf breiter Basis ist das Chorprojekt Salam Syria″. Gegründet als Projektchor für die Elbphilharmonie und das Morgenland Festival, singen dort Menschen aus Syrien und Hamburg gemeinsam. In Osnabrück gibt der Chor bei der Festivaleröffnung am 16. Juni sein Debüt, begleitet von Florian Weber, der dafür die Flentrup-Orgel in St. Marien spielen wird. Eine weitere spannende Begegnung versprechen das Ensemble Hewar mit den syrischen Musikern Kinan Azmeh und Dima Orsho und das Alte-Musik-Ensemble Capella de la Torre: Die beiden Ensembles werden sich dem Hohelied der Liebe widmen (24. Juni).

Längst hat sich das Morgenland Festival internationales Renommee verschafft. Gleichzeitig fügt sich der Gedanke des kulturellen Dialogs passgenau ins Profil der Friedensstadt Osnabrück. Deshalb, so Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, unterstütze die Stadt das Festival nachhaltig: Zusammen mit Geldern der Stiftung der Sparkasse Osnabrück erbringe die Stadt immerhin die Hälfte des Gesamtetats von 380 000 Euro, sagt Griesert. Dreyer revanchiert sich dafür mit einem flammenden Bekenntnis zum Festivalstandort Osnabrück: Die Stadt wird die Heimat für dieses Festival sein, weil es keinen besseren Ort gibt.″ Und dieser Ort ist immer auch eine gute Basis für spannende Konzertreisen: Im Anschluss an das Festival geht der Osnabrücker Jugendchor mit dem Morgenland Festival auf Tour. Ziel: Beirut und Tripolis im Libanon. Was sonst.

Morgenland Festival Osnabrück: 16.–25. Juni. Das ausführliche Programm finden Sie auf www.morgenland-festival.com. Tickets gibt es in den Geschäftsstellen der Neuen OZ.

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Bildtext:
Michael Dreyer (rechts) stellt das Programm des Morgenland Festivals 2017 vor. Er sagt: Beide Kulturen begegnen sich mit Respekt und erkennen musikalisches Neuland.″

Foto:
Gert Westdörp

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Autor:
Ralf Döring


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