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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Oasen der Ruhe
Zwischenüberschrift:
Gärten der Weltreligionen mit viel Symbolik – Schüler kümmern sich um Pflege
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Fast jede Schule hat einen Schulgarten. Doch wer beim Gymnasium In der Wüste″ klassischerweise Gemüsebeet, Nistkasten und Froschteich erwartet, liegt gründlich daneben: Die drei Schulinnenhöfe beherbergen vielmehr die Gärten der Weltreligionen″.

Osnabrück. Lange Jahre fristeten die Höfe im Wüstengymnasium ihr Dasein als schulische No-go-Area. Bis zum Jahr 2001. Im Angesicht der Anschläge vom 11. September reifte in der damaligen Schulleitung die Idee, ein Zeichen für den interreligiösen Dialog zu setzen. Federführend für die Umsetzung der Ideen war die heutige Schulleiterin Monika Wipperfürth. Wir haben uns tief in die Materie eingearbeitet, haben Moscheen besucht und sogar ein buddhistisches Zentrum″, sagt sie. Die inhaltliche Gestaltung der neuen Innenhöfe übernahmen seinerzeit Schüler und das Kollegium, konkrete Entwürfe steuerten Landschaftsarchitekten der Hochschule bei. Nach rund einem Jahr Bauzeit wurden die Gärten im Juni 2005 eröffnet.

Heute sind aus den ehemaligen No-go-Areas kleine Oasen der Ruhe geworden. Aber nicht nur: Der christlich-jüdische Garten dient in den warmen Monaten beispielsweise als Veranstaltungsort für Theaterstücke. Wer den Blick schweifen lässt, erkennt in den Pflanzen zahlreiche Symbole, die auf christliche und jüdische Traditionen hindeuten. Der Wein steht beispielsweise für das Abendmahl, der Mandelbaum für das jüdische Purimfest und inmitten des Gartens findet sich der Baum der Erkenntnis″, erklärt Wipperfürth. Alle Pflanzen gebe es übrigens in doppelter Ausführung ganz so, wie es in faunistischer Hinsicht bei der Arche Noah war.

Völlig anders stellt sich der buddhistische Garten dar, der sich aufgrund der Nähe zur Schulcafeteria allerhöchster Beliebtheit bei den Schülern erfreut. Angelegt als Schau- und Meditationsgarten, eignet sich ein Aufenthalt hier vor allem während der Freistunden oder für ruhige Gruppenarbeiten. Wie im christlich-jüdischen Pendant finden sich zahlreiche Symbole. Da ist zum Beispiel der Baum der Erleuchtung″, ein Taschentuchbaum, der in der buddhistischen Religion eine hohe Bedeutung besitzt. Ein weiteres Element ist der Steingarten mit seinen von Hand geschwungenen Linien.

Der islamische Garten nimmt dagegen Bezüge aus der Zeit des maurischen Spaniens auf eine Epoche, die in Teilen von der gegenseitigen Akzeptanz der Religionen geprägt war. Der islamische Garten ist als Paradiesgarten angelegt. Im Sommer duftet es hier nach Obst″, sagt Wipperfürth. In der Formensprache des Gartens lassen sich viele Muster entdecken, die auch in maurischen Bauwerken wie der Alhambra erkennbar sind. Auch hier spielt die Symbolik eine Rolle: In den fünf Elementen des Brunnens spiegeln sich die Säulen des Islam wider, sagt die Schulleiterin.

Doch die Gärten müssen natürlich auch gepflegt werden: Zuständig dafür ist Lehrerin Christina Bartholomäi, die gemeinsam mit vier Schülerinnen regelmäßig Unkraut jätet, Sträucher schneidet, aber auch Marmelade aus den Früchten herstellt, die in den Gärten wachsen. Hoch im Kurs steht bei den Schülerinnen Katharina Hanneken und Isabel Gaus vor allem der islamische Garten. Lina Mayer dagegen ist am liebsten während der Kirschbaumblüte im christlich-jüdischen Garten unterwegs. Allen dreien macht die Gartenarbeit Spaß und ganz nebenbei lernen sie auch noch etwas über Pflanzenkunde und die großen Weltreligionen.

Für mich sind die Gärten ein Beitrag zur Friedenserziehung hier in Osnabrück″, sagt Wipperfürth. In den Jahren nach der Eröffnung hat die Schulleiterin fast wöchentlich Gruppen durch die Gärten geführt. Das hat bis heute etwas nachgelassen. Dennoch sind Führungen natürlich weiterhin möglich.″ Anmeldungen nimmt das Sekretariat unter Tel. 05 41/ 323-43 86 entgegen.

Serie Querbeet

Die große Gartenserie

Mehr Bilder von den Gärten der Weltreligionen finden Sie im NOZ-Themenportal auf noz.de/ querbeet

Bildtext:
Vielen Schülern gefällt der islamische Garten am besten. Im Sommer duftet es hier, ein Brunnen mit Wasserspielen sorgt für Erfrischung.
Autor:
Sebastian Philipp


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