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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Überholte Stereotype vom Priestersein
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Pfingsten erstmals keine Priesterweihe″ (10. Mai) und dem Leserbrief von Marc Lüger Priestermangel ist hausgemacht″ (Ausgabe vom 16. Mai).

Der Leserbrief von Marc Lüger ist sehr einseitig. Wie kann man den Priestermangel nur als , hausgemacht′ bezeichnen! Die Probleme sind gesellschaftlich wie auch kirchlich relevant. Sie sind mitbedingt

1. durch ein säkulares Denken (siehe das Bundesverfassungsgericht mit seiner negativen Toleranz gegenüber dem Christentum);

2. durch ein grünes Gesellschaftsmodell (nicht gemeint ist von mir die notwendige ökologische Ausrichtung); siehe seit 1968 ein Laisser-faire im Erziehungs- und Sexualbereich;

3. durch ein linkes, sozialistisches Beglückungsmodell (seit 1917, abgeschwächt seit 1989 in Deutschland);

4. durch eine radikal islamistische (nicht islamische) Religionsideologie, die Angst macht;

5. durch falsche scheinchristliche Verhaltensweisen (siehe jahrzehntelange Verheimlichung von Missbrauchsfällen; Caduksein gegenüber Imamen statt eindeutiges christliches Glaubensbekenntnis);

6. durch die nicht echte Bindung an die Urkirche, die Jesus- und Apostel-bezogen war (Petrusdienst, Wort- und Liebesdienst keine Verwaltung im strengen Sinn). Bischöfe und Priester sind an der Grenze der Leistung angelangt.

7. Es wird Zeit, das zweite Vaticanum endlich überall durchzusetzen und nicht rückwärtsgewandt sich auf das Tridentinum zu fixieren. […]″

Pater Fredegand Köhling

Thuine

„[…] Kein Medienbericht zu katholischen Priestern ohne den leidigen Zölibat. Dieser ist jedoch genauso wenig ein signifikantes Unterscheidungsmerkmal für den katholischen Klerus. Der uns heute bekannte Zölibat wurde 1022 lediglich für den Klerus der katholischen Kirche des römischen Ritus verpflichtend eingeführt; für den Klerus der mit Rom verbundenen katholischen Ostkirchen der orientalischen Riten gilt dies zum Beispiel so nicht. Soziologisch kennt man die bewusst gewählte Ehe- und Familienlosigkeit in vielen Religionen und Gesellschaften. Selbst im profanen, konfessionell eher als katholikenfern bekannten Deutschen Kaiserreich gab es ab 1880 den Lehrerinnen-, im Großherzogtum Baden ab 1888 gar übergreifender den Beamtinnenzölibat. [...]

Zurück zu den fehlenden Priesteramtskandidaten: Aufgrund der NOZ-Lektüre scheint momentan nicht geklärt, was katholisches Priestersein nach innen und außen überzeugend ausmacht. Überholte und unzutreffende Stereotype in Kirche und Gesellschaft irritieren; die Ausführungen von Franziskus zur Rolle der Priester in unserer Zeit werden bisher offenbar in der deutschen Kirche nicht beherzt rezipiert. Nachwuchsmangel unter solchen Bedingungen ist, sozialwissenschaftlich betrachtet, plausibel; aber deshalb mittelfristig doch nicht unüberwindbar.″

Dr. Eberhard Schröder

Georgsmarienhütte

Bildtext:
Papst Franziskus weiht Priester im Petersdom in Rom.

Foto:
dpa
Autor:
Fredegand Köhling, Eberhard Schröder


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