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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Überschrift:
Uni wirbt für freie Bildungsmedien
Zwischenüberschrift:
Im Internet können Professoren und Studenten Unterrichtsmaterial kostenlos nutzen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Raus aus dem Urheberrechtsdilemma: Die Universität Osnabrück wirbt für frei zugängliche Lern- und Lehrmaterialien im Internet, sogenannte Open Educational Resources (OER). Unabhängig von Verlagen können Nutzer dort Texte kostenlos zur Verfügung stellen.

Früher mussten Studenten an den Kopierer, wenn sie Texte aus dem Semesterapparat in der Bibliothek mit nach Hause nehmen wollten. Das Internet ersetzt diesen Umweg durch universitätseigene Lernplattformen. Im Lernmanagement-System Studip der Uni Osnabrück etwa können Studenten bequem Texte runterladen.

Doch es gibt Streit über den Abrechnungsmodus zwischen den Hochschulen auf der einen Seite sowie Verlagen und der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) auf der anderen Seite. Letztere verlangen, dass jeder Textauszug aus urheberrechtlich geschützten Werken, den Dozenten für ihre Seminare digital anbieten möchten, künftig separat gemeldet und honoriert wird. Die Hochschulen dagegen halten das für wenig praktikabel und bevorzugen wie bisher die pauschale Vergütung.

Wir wollen ja zahlen″, betont Andreas Knaden, Geschäftsführer von Virtuos, dem Zentrum für Informationsmanagement und virtuelle Lehre an der Universität Osnabrück. Einzelverrechnungen seien aber so kompliziert, dass viele Dozenten wohl eher auf digitale Handreichungen für ihre Seminare verzichten würden, als sich dem neuen Verfahren mit der VG Wort zu stellen wiederum sehr zum Leidwesen der Studenten, die ihre Unterlagen dann wieder mühevoll in der Bibliothek zusammensuchen müssten.

Über einen Rahmenvertrag, der die Bereitstellung urheberrechtlich geschützter Werkteile auf Online-Lernplattformen für alle Beteiligten zufriedenstellend regelt, wird zurzeit verhandelt. Bis zum Herbst soll es eine Lösung geben. Unterdessen macht die Uni Osnabrück verstärkt auf Möglichkeiten aufmerksam, wie selbst verfasste Materialien mittels bestimmter Bildungsportale im Internet kostenfrei zugänglich gemacht werden können.

Dazu beteiligt sie sich an einem Projekt namens Moin″. Die Abkürzung steht für Open Educational Resources für Multiplikatoren in Niedersachsen″, der darin enthaltene englische Fachbegriff wiederum meint Lern- und Lehrmaterialien mit offener Lizenz.

Diplom-Psychologin Katrin Hempel ist Mitarbeiterin im Moin-Projekt. Sie sagt: Onlinelehre mache das Studium effizienter. Wenn Studenten mittels digitalisierter Semesterunterlagen Veranstaltungen vorbereiten könnten, bleibe in den Seminaren mehr Zeit zur Vertiefung.

Open Educational Resources, kurz OER, erlauben es dabei, hochgeladene Dateien kostenfrei zu lesen. Mehr noch: Nutzer können die Inhalte auch mit eigenen Materialien neu mischen. Und während sich in hochschulinterne Lernplattformen nur Studenten und Dozenten einloggen dürfen, kann OER jeder nutzen.

Ein Beispiel für eine OER ist die Suchmaschine Elixier auf dem Deutschen Bildungsserver (www.bildungsserver.de/ elixier). Auch auf den Videoplattformen Youtube oder Vimeo finden sich Beiträge, etwa Vorlesungen, die Dozenten einstellen.

Die Unabhängigkeit von Verlagen und VG Wort sei auch für Dozenten vorteilhaft, meint Virtuos-Geschäftsführer Knaden. Viele würden ihre Materialien gern frei zur Verfügung stellen. Da sie sich aber häufig nicht mit den rechtlichen und organisatorischen Fragen der Weitergabe auskennen, lassen sie diese aus Unsicherheit in ihren Schreibtischschubladen liegen. Das Moin-Projekt soll dem entgegenwirken.″

Denn Urheberrechte sind auch auf den freien Bildungsplattformen nicht ausgehebelt. So darf etwa niemand ohne Erlaubnis des Verfassers einen kompletten Fremdtext einstellen. Autoren können außerdem festlegen, welche Rechte sie freigeben. Moin″ klärt deshalb auch darüber auf, was auf den Plattformen erlaubt ist. Über das Zitatrecht etwa können Ausschnitte aus kostenpflichtigen Texten eingebunden werden″, weiß Mitarbeiterin Hempel.

Moin″ ist Teil eines zehn Millionen Euro schweren Gesamtförderprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. 293 000 Euro fließen in das Projekt, der Anteil der Uni Osnabrück beträgt 57 000 Euro. Besonderheit von Moin″ ist die direkte Zusammenarbeit von Akteuren aus unterschiedlichen Bildungsbereichen. Beteiligt sind neben der Universität Osnabrück auch die Technische Universität Braunschweig, die Hochschule Hannover, die Kreisvolkshochschule Ammerland, das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NQL) und der Verein Elan (E-Learning Network Academy), der medienbasierte Lehre an niedersächsischen Hochschulen fördert.

Bildtext:
Katrin Hempel und Andreas Knaden von der Universität Osnabrück für die freien Bildungsressourcen OER werben.

Foto:
Anne Reinert
Autor:
rei


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