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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Die ewige Dritte auf der Warteliste
Zwischenüberschrift:
Die Nahner Sporthalle ist marode und muffig
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ewig Dritter das ist nichts für Sportler, nicht im Wettkampf, aber auch nicht, wenn es um die Prioritätenliste geht, auf der ihre renovierungsbedürftige Sporthalle steht. In Nahne wird der Protest bei Verein, Schule, Kindergarten und Hort gegen den miesen Zustand der Halle an der Ansgarstraße lauter.

Osnabrück. Rote Aufkleber zieren einen Teil der Sportgeräte in der Nahner Sporthalle an der Ansgarstraße. Nicht etwa weil die Jahrzehnte alten Kletterseile, Schwebebalken und anderen Geräte damit besser aussähen, sondern um deren Benutzung zu untersagen. Stillgelegt von ihrer Eigentümerin, der Stadt, dienen sie im besten Falle noch als Staubfänger. Und erst vor Kurzem ist einmal mehr ein Malertrupp durch die Halle gezogen, um die zahlreich vorhandenen Schimmelstellen zunächst mit Chemie zu bekämpfen und dann überzustreichen. Und dann wäre da noch die Heizung. Ihren Namen verdient sie kaum noch, denn warm wird es nur dort, wo sie altersschwach an frostigen Tagen über Deckenaustritte ein lauwarmes Lüftchen in das Gemäuer hustet. Den Kampf gegen die Kältedurchlässigkeit der Einfachverglasung hat sie schon lange aufgegeben. Dass es bei diesem Stand der Technik an der überwiegenden Zahl der Nutzungstage nur zum Kaltduschen reicht, nimmt da kaum noch wunder. Wirkliches Muskeltraining verschafft die Halle nur noch denjenigen, die ein menschliches Bedürfnis verspüren, bei optischer und olfaktorischer Kenntnisnahme der Toiletten dann aber doch lieber den Schließmuskel trainieren.

All diese Schwächen ihrer″ Sporthalle wissen Heinz Kötter (Vorstand TuS Nahne), Kerstin Kritzler (als Vertreterin der Schulelternschaft der Franz-Hecker-Grundschule) und Petra Knüpke (Erzieherin im St.-Ansgar-Kindergarten und Übungsleiterin beim TuS) aus dem Schlaf aufzusagen. Sind sie doch seit vielen Jahren Begleiterscheinungen ihres täglichen Sportlebens. Angeblich steht unsere Halle auf Platz drei der Prioritätenliste der Stadt″, sagt Kötter. Eigentlich sei er davon ausgegangen, dass die Halle im Laufe der Jahre, der Natur einer Prioritätenliste gemäß, irgendwann einmal auf Platz eins rutschen und dann saniert würde. Dem aber sei nicht so. Nun sei die Geduld des Vereins nahezu aufgebraucht. Denn auch das gibt Kötter zu Protokoll: Uns laufen die Mitglieder weg. Vor allem Eltern melden ihre Kinder in anderen Vereinen mit besseren Sporthallen an. Das ist für einen kleinen Verein wie den TuS Nahne bitter bis existenzgefährdend.″ Es sei schon peinlich, bei Punktspielen zum Beispiel der Volleyballdamen in der Nahner Halle der Gastgeber zu sein, fügt Kötter an.

Kinder wandern ab

Mittlerweile habe sie Bedenken, ihre Kinder zum Schulsport zu schicken, sagt Kerstin Kritzler. Und auch sie weiß von Eltern zu berichten, die sich andere Vereine für ihre Kinder suchen. Ebenso wie Petra Küpke, die als Erzieherin nicht nur mit ihren Kindergartenkindern in der Halle Sport macht, sondern auch als Übungsleiterin, zuständig unter anderem für das Kinderturnen beim TuS, regelmäßige Nutzerin ist.

Dirk König vom Immobilien- und Gebäudemanagement der Stadt weiß, was die Nahner bedrückt, auch wenn er sich auf den diskutierten ewigen dritten Platz so recht nicht festlegen lassen will. Die Sporthallen der Rosenplatz-, der Diesterweg- und der Franz-Hecker-Schule teilen sich nach seinen Worten sozusagen diesen Platz. Derzeit werde am Graf-Stauffenberg-Gymnasium die Halle geplant. Wenn die Halle in Bau sei, werde über weitere Sanierungsmaßnahmen in Verwaltung und Politik gesprochen, so König. Wir sehen den Bedarf, haben aber nur begrenzte finanzielle Mittel″, so König, der diesen Satz immer wieder sagen muss. Er weiß, dass er den Betroffenen damit keinen Trost spenden kann, an den Tatsachen ändern lässt sich aber auch nichts.

In Nahne rumore es gewaltig, sagen Kötter, Kritzler und Küpke. Sie machen keinen Hehl daraus, dass sie den Druck auf Verwaltung und Politik erhöhen wollen. Vor allem möchten sie nicht länger mit ansehen müssen, wie eine Sporthalle nach der anderen beim Wettlauf um Sanierungsgelder an der Nahner Halle vorbeizieht. Ewig Dritter sein, ist nun mal nichts für Sportler.

Mehr Bilder auf www.noz.de / os

Bildtext:
Petra Küpke und Heinz Kötter haben stellvertretend für alle Nahner Sportler die Nase voll vom maroden Dauerzustand ihrer Sporthalle an der Ansgarstraße.

Foto:
Michael Gründel
Autor:
Dietmar Kröger


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