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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Elterntaxis gefährden Kinder
Zwischenüberschrift:
Bürgerdialog Verkehrswende zum Thema Schulwegsicherheit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Thema Wie kommen Schüler sicher zur Schule? haben am Dienstag Schüler, Lehrer, Eltern und Ratsmitglieder beim 5. Bürgerdialog Verkehrswende im Rathaus diskutiert. Als Hauptprobleme wurden die Elterntaxis, wie auch die Fahrradwegsituation vor Schulen erörtert.

Osnabrück. Am Dienstagabend fand der fünfte Bürgerdialog Verkehrswende im Rathaus statt. Schüler, Lehrer, Eltern und Ratsmitglieder diskutierten zum Thema Wie kommen Schüler sicher zur Schule?″. Als Hauptprobleme wurden die Elterntaxis, wie auch die Fahrradwegsituation vor Schulen erörtert.

Neun Kinder werden gefährdet, um ein Kind sicher zur Schule zu bringen″, mahnt Torsten Block vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Osnabrück. Vor vielen Schulen werden Elternautos zum Problem. Kinder werden direkt vor dem Schuleingang abgesetzt, und dafür wird auch auf dem Gehweg geparkt″, sagt Block. Dadurch müssen Kinder auf die Fahrbahn ausweichen oder werden von rangierenden Fahrzeugen behindert. Die Eltern sind aufgeklärt, aber es nützt nichts. Da kann man Schilder um Schilder hinstellen, die halten sich trotzdem nicht daran″, sagt Block.

An der Grundschule am Schölerberg richtete ein Arbeitskreis im Jahre 2014 daher eine Bannmeile ein. Anne Goecke, Schulleiterin der Grundschule am Schölerberg, erinnert sich an den Auslöser der Aktion: Die Kinder sagten‚ wir haben Angst, zur Schule zu gehen, weil die Eltern so fahren.″ Eltern sollen ihre Kinder nun an bestimmten Punkten absetzen. Von dort aus gehen die Grundschüler zwischen zwei und vier Minuten zu Fuß. Man kann die Eltern aber auch nicht aussperren″, merkt Goecke an. Jede Schule müsse deshalb individuell nach einer Lösung für die Elternautos suchen.

Schüler als Experten

Im Bürgerdialog präsentierten außerdem Siebtklässler der Gesamtschule Schinkel ihre Projekt-Befragung zu Verkehrsmitteln auf dem Schulweg. Sie stellten fest, dass vor allem Schüler mit einem Schulweg über zehn Kilometer mit dem Auto gebracht werden. Als Alternative schlugen die Schüler vor, andere Verkehrsmittel attraktiver zu machen: Wir wünschen uns breitere Radwege oder Radwege, die von der Straße abgetrennt sind.″ Dies befürworteten auch die Eltern. Verspätete oder überfüllte Einsatzbusse, kaputte Gehwege und gefährliche Radwege waren die Hauptgründe, um Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen. Der Schulweg mit dem Rad müsse besser gesichert werden, so einige Eltern.

Linus Otten, Schülersprecher der Gesamtschule Schinkel, traut sich mittlerweile mit dem Rad zur Schule: Ich glaube aber, dass es supergefährlich ist. Das ist ein Problem der Straßenführung.″ Der Sechzehnjährige sieht Handlungsbedarf aufseiten der Stadt: Wenn zu wenig Geld für Radwege da ist, weil zu viel Geld für Autowege ausgegeben wird, dann ist das eine komplette Fehlplanung.″

Aus dem Stadtrat kamen dazu verschiedene Lösungsvorschläge. Wir können uns vorstellen, den Rad-Etat zu erhöhen″, sagt Susanne Hambürger dos Reis, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Bezogen auf die Elternautos, plant der Rat ein umfangreicheres Projekt. Der Rat hat ein Paket gegen Elterntaxis beschlossen. Dabei soll zuerst das Verkehrsaufkommen an Grundschulen begutachtet werden″, so Norbert Obermeyer, Fachdezernatsleiter für Straßenverkehr.
Autor:
Annalena Lange


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