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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Heute Start-up, in ein paar Jahren Wirtschaftsmotor?
Zwischenüberschrift:
Warum Fabian und Janik Schlarmann ein Glücksfall für Osnabrück sind
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zwei Brüder gründen noch während ihres Studiums eine eigene Softwarefirma. Heute beliefern sie Unternehmen in ganz Deutschland. Aus Sicht der Osnabrücker Wirtschaftsförderung ein Glücksfall für die Stadt.

Osnabrück. Bei der Auto- oder Maschinenproduktion, für den Häuserbau oder die Stadtplanung 3-D-Modelle gewinnen in der Industrie und im Ingenieurswesen immer mehr an Bedeutung. Die aus Wallenhorst stammenden Brüder Janik (25) und Fabian Schlarmann (22) haben sich das zunutze gemacht: Mit ihrem Start-up Forestage Technologies″ bieten sie Unternehmen eine Software an, die 3-D-Dateien ohne fachliches Know-how erlebbar macht und ihnen eine Bühne bietet mit dem Wort forestage″ wird im englischen Theater die Rampe (Vorbühne) bezeichnet.

Nicht jeder Mensch hat ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen″, erklärt Fabian Schlarmann, der die Software über mehrere Monate zusammen mit anderen Entwicklern programmiert hat. So sei es für diverse Einsatzfelder hilfreich, einfache 3-D-Dateien, sogenannte CAD-Dateien, mithilfe einer 3-D-Brille zu visualisieren.

Der Clou: Der Kunde braucht keinerlei Fachkenntnisse, sondern spielt die ihm vorliegenden 3-D-Dateien einfach in das Programm ein, das die enthaltenden Zeichnungen und Modelle dann über eine Virtual-Reality-Brille binnen weniger Sekunden abbildet.

Das kann zum Beispiel auch für Mitarbeiterschulungen interessant sein″, bemerkt Janik Schlarmann. Möchte man zum Beispiel nicht für jede Schulung wieder ein Auto auseinanderbauen, um gewisse Details zu erklären, lässt sich der gleiche Inhalt ohne visuelle Verluste über die Software darstellen. Ähnliche Szenarien gelten für Präsentationen bei Kunden oder Geschäftspartnern, die sich ein geplantes Modell durch die 3-D-Brille besser vorstellen können.

Das Ziel für die Firmen sei dabei mitunter auch eine Kostenersparnis mit der Zeit. Zunächst kostet eine Softwarelizenz natürlich Geld. Die Preisstaffelung hänge immer davon ab, wie die Lizenz genutzt werden soll, erklärt Fabian Schlarmann. Also: Soll das Programm nur innerhalb des einen Unternehmens verwendet werden oder für eine konzernübergreifende Zusammenarbeit in Form von Video-Konferenzen, bei denen von zwei Kontinenten aus der gleiche virtuelle Raum betreten″ werden kann? All so etwas macht die virtuelle Realität made in Osnabrück möglich. Genaue Preise nennen die jungen Unternehmer allerdings nicht.

Seit drei Jahren teilen sie sich für ihr Start-up zwei Büroräume im Innovationscentrum Osnabrück (ICO) an der Albert-Einstein-Straße. Dass sie heute ihre eigene Software vermarkten und mit verschiedenen freien Programmierern und Entwicklern zusammenarbeiten, war zunächst gar nicht geplant. Schon während seines Bachelorstudienganges Media & Interaction Design″ an der Osnabrücker Hochschule hat Janik Schlarmann freiberuflich als Filmemacher gearbeitet. Schlarmann-Film gibt es heute immer noch ist durch Forestage Technologies″ allerdings etwas in den Hintergrund gerückt. Damals, als die Brüder mit der Filmfirma ins ICO gezogen sind, hatten sie sich auf das vor drei Jahren noch sehr unberührte Feld der Luftaufnahmen durch Drohnen spezialisiert. Die haben wir damals selbst gebaut″, erzählt Fabian Schlarmann und schmunzelt. Heute seien die Geräte für jedermann erschwinglich und weit verbreitet. Die baut keiner mehr selbst!

Doch so fing alles an: Der eine mit dem Herz für Filmarbeit, der andere mit dem Interesse für Softwarelösungen und Technik. Seit Ende 2014 beschäftigen sich die Brüder vor allem mit virtueller Realität, unterstützt von freiberuflichen Entwicklern. Ihre Softwareidee wird mittlerweile von namhaften Unternehmen in ganz Deutschland genutzt.

Ich hätte das vor ein paar Jahren nie für möglich gehalten″, gesteht Fabian Schlarmann mit Blick auf die Selbstständigkeit, die übrigens parallel zu seinem Bachelorstudium der Medieninformatik läuft. Aber die Neugierde, der Hang zum Tüfteln und Ausprobieren und sicher auch die Filmfirma seines älteren Bruders haben den Weg für das gemeinsame Start-up schnell geebnet.

Ob es manchmal schwierig ist, als Geschwister Geschäftspartner zu sein? Wir haben ja zwei Büroräume″, sagen die jungen Männer und schmunzeln. Aber es klappe wirklich gut, versichern sie dann. Schließlich habe auch jeder seine Aufgaben: Fabian Schlarmann ist vor allem in der Entwicklung tätig, der Schwerpunkt seines Bruders liegt eher im gestalterischen Bereich. Außerdem kümmert er sich um all das, was eine eigene Firma nun einmal so mit sich bringt: Büroarbeit und das nicht zu knapp.

Für die wirtschaftliche Struktur der Stadt Osnabrück sind Start-ups wie Forestage Technologies″ übrigens sehr wichtig, betont Felix Bücken von der Wirtschaftsförderung der Stadt Osnabrück (WFO). „ Junge Unternehmen, insbesondere mit einem Gründungshintergrund aus den Hochschulen, sind wichtig, weil sie über einen direkten Bezug zum aktuellen Stand der Forschung und der Technik verfügen. Darauf aufbauend, können Start-ups ihre Ideen dann weitaus flexibler realisieren als etablierte Unternehmen.″ Insofern hätten Start-ups die sehr zentrale Funktion, langfristig neue Märkte für die Stadt zu erschließen.

Osnabrück hat eine mittelständisch geprägte Unternehmensstruktur mit vielen Betrieben, die seit Langem in ihren Segmenten zu den erfolgreichsten in Deutschland gehören″, sagt Bücken. Für eine ausgeglichene Wirtschaft ist es aber wichtig, dass neue Unternehmen mit neuen Lösungen diese Unternehmenslandschaft ergänzen.″

Jeder Weltkonzern hat irgendwann mal klein angefangen. Und so könnte das Start-up von heute der regionale Wirtschaftsmotor von morgen sein.

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Bildtexte:
Fabian und Janik Schlarmann (von links) haben seit drei Jahren zwei Büroräume im Innovationscentrum Osnabrück (ICO). Dort haben sie zusammen mit weiteren Entwicklern eine spezielle 3-D-Software entwickelt.

Mit einer Virtual-Reality-Brille und der Software der beiden Brüder lassen sich 3-D-Modelle erlebbar machen.

Fotos:
Stefanie Hiekmann
Autor:
Stefanie Hiekmann


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