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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
OPG betreibt ihre Parkhäuser wieder selbst
 
Viele Parkhäuser online verschwunden
Zwischenüberschrift:
OPG und OPG Center Parking scheiden sich nicht ganz in Harmonie
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Wer sich im Internet zurzeit einen Überblick über die Parkhauslandschaft in der Stadt verschaffen will, hat das Nachsehen: 22 gebührenpflichtige Parkhäuser sind von der Seite opg-parken.de verschwunden, nur zwölf sind übrig geblieben. Grund ist, dass die Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG) ihre 22 Anlagen seit Kurzem selbst bewirtschaftet. Bislang tat das die Tochter OPG Center Parking GmbH sie betreibt nur die zwölf Parkstätten weiter, die online noch zu finden sind, darunter etwa das L+ T-Parkhaus. Die Trennung im operativen Geschäft hat den Hintergrund, dass die hundertprozentige Stadt-Tochter OPG verstärkt auf vernetzte Mobilitätsangebote mit den Stadtwerken setzen will.

Kurz mal im Internet schauen, welche Parkhäuser in Osnabrück gerade frei sind? Das geht momentan nur eingeschränkt. Was ist denn da passiert?

Osnabrück. 22 gebührenpflichtige Parkstätten sind von der Seite opg-parken.de verschwunden, Zwölf sind übrig geblieben. Grund ist, dass die Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG) ihre Anlagen seit Kurzem wieder selbst bewirtschaftet. Bislang tat das die Tochter OPG Center Parking GmbH.

Klingt kompliziert? Ist es auch. Ganz harmonisch geht die Trennung offenbar nicht vonstatten. Denn: Wer online nachsehen will, wie hoch zum Beispiel gerade die Auslastung der Bahnhofsgarage ist, findet keinerlei Infos mehr und Links der Online-Plattform Parkopedia″ führen ins Leere. Die Bahnhofsgarage ist nämlich eine der laut OPG 22 Anlagen, die die städtische Gesellschaft jetzt wieder in Eigenregie bewirtschaftet und für die es noch keinen neuen Internetauftritt gibt. Wir arbeiten daran″, sagt OPG-Geschäftsführer Wigand Maethner, in einigen Tagen würden Autofahrer auf eine vorläufige Version der Internetpräsenz www.parken-osnabrueck.de zugreifen können. Dauerparker, die ihre Karte verlängern wollen, können das fürs Erste nur persönlich in der OPG-Geschäftsstelle am Vitihof (Tel. 05 41/ 33 12 50) tun.

Das L+ T-Parkhaus zählt nicht zu den aus dem Internet verschwundenen Parkstätten. Es wird weiter von der Center Parking gesteuert und ist mit sämtlichen Infos wie Auslastung, Gebühren, Öffnungszeiten, Einfahrtshöhe und exakter Anschrift auf opg-parken.de zu finden. (Weiterlesen: Dauerparken wird in der Osnabrücker Altstadt zum Problem)

OPG ist nicht gleich OPG

Alle Parkhäuser tragen zwar das Logo der OPG, auch die Gebühren sind dieselben aber OPG ist nicht gleich OPG. Wer die Spaltung verstehen will, muss weit zurückblicken: Vor 50 Jahren wurde die Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG) gegründet. Sie baute die ersten großen Parkgaragen in der Stadt 1971 die am Kollegienwall. Es kamen immer mehr hinzu, irgendwann expandierte die OPG auch in andere Städte und gründete dafür als Tochterunternehmen die OPG-Center-Parking-Gesellschaft.

Ein kommunales Unternehmen muss sich jedoch auf Geschäfte vor Ort beschränken, so will es das Gesetz. 2013 sah sich die Stadt Osnabrück daher gezwungen, ihre OPG umzustrukturieren, und verkaufte 75, 96 Prozent ihrer Anteile an der Center Parking. Mehrheitsgesellschafter ist mittlerweile die Firma Goldbeck aus Bielefeld. 72 Parkhäuser in 22 Städten bundesweit betreibt die Center Parking. Beim Verkauf der städtischen Anteile ging das operative Geschäft, sprich die Bewirtschaftung der Osnabrücker Parkanlagen, komplett an die Center Parking.

Die alte OPG-Mutter, die nach wie vor zu 100 Prozent dem Konzern Stadt gehört (genauer: zu 94 Prozent den Stadtwerken und zu sechs Prozent der Stadt direkt), wurde zu einer reinen Besitzgesellschaft bis Februar dieses Jahres. Laut OPG hat die Center Parking ein Interesse daran, nun auch die übrigen 25, 04 Prozent der Anteile zu erwerben. Wir sind in Gesprächen, und die Verhandlungen laufen″, bestätigte Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer. Die Stadtwerke hätten ein Interesse daran, die städtische OPG vor Ort zu stärken. Hintergrund sind neue Mobilitätskonzepte.

Als kommunales Unternehmen können wir andere Schwerpunkte setzen″, sagt der zweite OPG-Geschäftsführer Volker Hänsler. So arbeiten wir an der intelligenten Verknüpfung von Auto, Rad oder Bus mit den Stadtwerken und der Stadt zusammen.″ Sein Kollege Maethner, der Ende vergangenen Jahres von den Stadtwerken als Geschäftsführer zur OPG gewechselt war, sagt: Der Verkehr soll sinnvoll gesteuert werden.″ Ziel sei die Entwicklung einer einheitlichen Mobilitätsplattform mit den Stadtwerken Stichwort Park and ride″. (Weiterlesen: Wird Parkhaus Lotter Straße jetzt Pedelec-Station?) Auch ein kartenloser Zugang für Dauerparker zu ihren Stellplätzen sei in Planung.

Zwei Leitstellen

Seit dem 3. Mai 2017 hat die städtische OPG für ihre 18 eigenen Anlagen wieder eine eigene Leitstelle an ihrem Sitz am Vitihof. Wer also in der Bahnhofsgarage ein Problem mit seinem Ticket hat und auf den Hilfsknopf drückt, dessen Hilferuf landet dort. Wer hingegen im L+ T-Parkhaus vor verschlossener Schranke steht und den Knopf drückt, spricht mit einem Mitarbeiter, der sich am Flughafen Münster/ Osnabrück befindet. Dort hat die Center Parking seit Februar ihren Sitz. Welche der zusammen 34 Parkstätten jetzt von wem gesteuert werden, sei auf Basis historisch gewachsener Vertragsstrukturen″ entschieden worden, sagt Hänsler. (Weiterlesen: Osnabrücker Vitihof-Parkhaus in ADAC-Test auf Platz 1)

Kosten seien durch die Trennung des operativen Geschäfts nicht entstanden, so Hänsler. Am Parkleitsystem in den Straßen ändere sich nichts, auch die Gebühren von derzeit 1, 50 Euro pro Stunde wolle die OPG erst einmal nicht anpacken. Und wenn doch, hat darüber der Osnabrücker Rat zu entscheiden.

Mehr Lokales: noz.de/ lokales

Bildtext:
Das Parkhaus Vitihof existiert im Internet ist es jedoch zurzeit nicht zu finden. Rund zwei Drittel der städtischen Parkstätten werden wieder von der OPG selbst bewirtschaftet und sind von der Website der OPG-Center-Parking-Gesellschaft geflogen, die bis Februar für die Bewirtschaftung zuständig war.

Foto:
Jörn Martens

Kommentar

Nicht kundenfreundlich

Dass das operative Geschäft in den vergangenen Jahren die bundesweit agierende OPG Center Parking übernommen hatte, wird so gut wie niemand gemerkt haben es lief ja. Auch von der Trennung der beiden OPG-Gesellschaften würde der einfache Autofahrer nichts mitbekommen wenn der Prozess denn reibungslos über die Bühne ginge.

Doch das tut er offensichtlich nicht, sonst wäre wohl kaum ein Teil der städtischen Parkhäuser von der Internetseite der OPG Center Parking geflogen. Wer plant, mit dem Auto in die Stadt zu fahren, kann zurzeit nicht im Internet nachschauen, wie die Lage in allen Parkhäusern ist, sondern findet nur die der Center Parking. Das ist nicht sehr kundenfreundlich und wird sich hoffentlich wieder ändern.

Die Gründe, die sowohl Stadtwerke also auch OPG für die neue OPG-Autonomie nennen, klingen nämlich einleuchtend: Die Etablierung schlauer Park-and-ride-Systeme ist nur eine gute Idee von vielen. Damit viele Menschen darauf zurückgreifen wenn sie schon unbedingt mit dem Auto in die Stadt fahren müssen –, muss das aber möglichst simpel organisiert werden. Angesichts des verkorksten Starts ist da noch Luft nach oben. Für die Zukunft der Osnabrücker Verkehrslandschaft wären Rivalitäten zwischen den Park-Gesellschaften nur schädlich.
Autor:
sdo


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