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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wenn Vereine auszusterben drohen
Zwischenüberschrift:
Nachwuchssorgen werden oft vor allem bei den Vorstandswahlen deutlich
Artikel:
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Originaltext:
Für Vereine wird es heutzutage auch in der Region Osnabrück zunehmend schwieriger, langfristig zu überleben. Altgediente Vorstandsmitglieder werden immer älter, und jüngere Mitglieder, die Verantwortung übernehmen, sind schwer zu finden. Wie kann ein erfolgreicher Generationswechsel gelingen?

Osnabrück. Ist ein Vorsitzender seit 25 Jahren mit einem Mordsengagement dabei, wird es angesichts des zeitlichen Umfangs und der Kompetenz des Vorgängers problematisch, einen Nachfolger zu finden″, sagt Peter Klösener, der bei der Katholischen Landvolkhochschule Seminare für Ehrenamtliche betreut. Zwar steige die Zahl der Ehrenamtlichen weiter an. Doch die Zeit, die sie einbringen könnten, werde weniger.

Einige Vereine hätten daher ihre Vereinsstruktur geändert oder überlegt, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Als Beispiel nennt Klösener den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der statt eines einzelnen Vorsitzenden von einem Team geleitet wird. Wenn Ehrenamt Spaß macht und die Leute mitgestalten können, bleiben sie dabei″, so Klösener.

Altgediente Vorstandsmitglieder müssten sich dann allerdings fragen: Lasse ich es zu, dass sich durch neue
Mitwirkende etwas verändert?

Mitunter liegt hier das Problem. Der alte Vorstand sorgt sich, weil der Nachwuchs fehlt. Gleichzeitig soll alles immer genauso laufen, wie er es will″, berichtet ein ehemaliger Schriftführer eines Bürgervereins. Neue Ideen seien letztendlich unwillkommen. Die Aussage das haben wir schon immer so gemacht…″ oder auch Treffen zu Uhrzeiten, an denen Berufstätige keine Zeit haben, schreckten potenzielle neue Vorstandsmitglieder ab. Einen neuen Ansatz lernten kürzlich die Teilnehmer eines Treffens für Kirchenvorsteher des evangelisch-lutherischen Kirchenkreisverbands in Stadt und Landkreis Osnabrück kennen. Christina Enns, die zum Thema Nachwuchssorgen eine Bachelorarbeit an der Hochschule Osnabrück geschrieben hat, schlug vor, einen Perspektivenwechsel zu wagen: Zunächst müsse man Profile, Stärken und Talente notieren, die Vereinsvorstände aufweisen sollten, um anschließend zu schauen, wer die notwendigen oder gewünschten Eigenschaften mitbringe.

Dass viele Vereine ums Überleben kämpfen, zeigt das Beispiel der Heimatgruppe Niederschwedeldorf. Heimat- und Vertriebenenvereine sterben aus. Wir haben schon alles versucht. Ich glaube, das Interesse ist nicht mehr da″, sagt der Vorsitzende Norbert Buhl. Die alte Heimat″ sei für die dritte oder vierte Generation einfach sehr weit weg, bedauert Buhl, dessen Verein bei der vergangenen Wahl kaum alle Vorstandsposten besetzen konnte: Die langjährige Kassiererin beispielsweise sei schon 82 Jahre alt und habe eigentlich aufhören wollen. Aber wir haben keinen Ersatz gefunden, jetzt hoffen wir, dass sie lange gesund bleibt.″

Mitgliedergewinnung ist aber auch für jüngere Vereine wie die Rotary-Jugendorganisation Rotaract ein Dauerthema. Bei uns bringt jeder mal jemanden mit″, sagt Sven Lake, Vorstandsmitglied des Rotaract-Clubs Osnabrück. Man kann Sachen ausprobieren, die im normalen Alltag nicht möglich sind.″

Diese Erfahrung sammelte auch der Syrer Sohel, den die Rotaracter vor einem Jahr kennenlernten und zu einem Treffen einluden. Inzwischen ist Sohel, gemeinsam mit
seinem Kumpel Moham-
med, fester Bestandteil des Clubs. (Weiterlesen: Freiwilligenagentur Osnabrück 400 Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement)

Serie Quo vadis Ehrenamt?

Foto: Colourbox.de

Weitere Beiträge der Serie zum Ehrenamt auf noz.de

Bildtext:
Die Heimatgruppe Niederschwedeldorf ist vom Aussterben bedroht, wie der Vorsitzende Norbert Buhl (von links) im Gespräch mit den Mitgliedern Hildegard Sonntag, Martin Heinze und Martha Bilzer offen einräumte.

Foto:
Elvira Parton
Autor:
Claudia Sarrazin


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