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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
AVZ-Abriss rückt näher
Zwischenüberschrift:
Universität bekommt neues Rechenzentrum am Campus Westerberg
Artikel:
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Originaltext:
Die Universität Osnabrück bekommt am Campus Westerberg ein neues Rechenzentrum für rund 25 Millionen Euro. Ende 2018 soll es fertig sein. Damit rückt auch der Abriss des Allgemeinen Verfügungszentrums (AVZ) näher.

Osnabrück. Das kreuzförmige Hochhaus von 1974, dem Gründungsjahr der Universität Osnabrück, muss weichen, weil es nicht mehr brandsicher ist und eine Sanierung zu teuer wäre. Seit 2013 darf das siebenstöckige Gebäude nur noch stark eingeschränkt genutzt werden.

Viele Einrichtungen, die früher an der Adresse Albrechtstraße 28 untergebracht waren, sind deshalb längst umgezogen: das Institut für Gesundheitsforschung und Bildung in ein provisorisches Containerdorf am Hörsaalzentrum, die Institute für Informatik und Kognitionswissenschaft an die Wachsbleiche, wo die Uni die alte Hafenwache angemietet hat.

Als Nächstes wird das Rechenzentrum als interner Dienstleister in allen Computersachen das abrissreife AVZ verlassen, und mit ihm das Gebäudemanagement sowie die Stabsstelle für Arbeitsschutz und Gefahrstoffmanagement (AGM).

Übergabe bis Mitte 2019

Sie wechseln in einen 25 Millionen Euro teuren Neubau, den das Land Niedersachsen jetzt für die Universität auf dem Campus Westerberg errichtet. Bis zum Einzug dürfte es aber noch etwa zwei Jahre dauern. Es ist geplant, das Gebäude in der ersten Jahreshälfte 2019 der Universität zu übergeben″, sagt Cristina von Pozniak-Bierschenk, die Leiterin des Staatlichen Baumanagements Osnabrück-Emsland.

Für die Zukunft des AVZ bedeutet das: Der rostbraune Stahlkoloss mit den charakteristischen gelben Jalousien kann erst nach Inbetriebnahme des neuen Rechenzentrums komplett geräumt und frühestens ab 2020″ abgebrochen werden. Und danach? Steht der Universität Osnabrück das planierte Grundstück wieder zur freien Verfügung, erklärt die Leitende Baudirektorin. Konkrete Pläne für die Fläche gebe es derzeit nicht.

Das neue Rechenzentrum entsteht nur einen Katzensprung vom AVZ entfernt an der erst kürzlich entstandenen Nelson-Mandela-Straße. Dort schließt es das sogenannte Forum-Carré eine von Nord nach Süd ansteigende, abgestufte Rasenfläche auf dessen westlicher Seite. Derzeit wird das Carré vom Neubau der Bibliothek im Norden sowie dem südlich gelegenen Auditorium begrenzt.

Mit 2800 Quadratmeter Nutzfläche, verteilt auf zwei Etagen, verfügt das neue Universitätsgebäude über knapp ein Viertel der AVZ-Kapazität. Rein äußerlich passt es sich seiner teilweise preisgekrönten Umgebung an. Der Entwurf des Architekturbüros ttsp hwp seidel (Frankfurt) zeigt eine hell verkleidete Fassade, geprägt von hohen, schmalen Fenstern in gitterförmiger Anordnung. Besonders gelungen: Erd- und Obergeschoss umgeben einen nach oben offenen Lichthof mit Zugang zur Terrasse.

Die Universität sieht sich dank des Millionenprojekts für die Zukunft gerüstet. Mit diesem Bau gelingt es uns, genügend Raum für Organisationseinheiten zu schaffen, die eine große Verantwortung für die weitere Entwicklung der technischen und der baulichen Infrastruktur der Universität Osnabrück tragen″, sagt Wilfried Hötker, Univizepräsident für Personal und Finanzen.

Hochschulen und studentisches Leben in Osnabrück lesen Sie mehr auf der Seite noz.de/ campus

Das 1974 errichtete Allgemeine Verfügungszentrum (AVZ) der Universität Osnabrück muss weichen, weil es nicht mehr brandsicher ist und eine Sanierung zu teuer wäre.

Zwischen dem Auditorium der Hochschule Osnabrück (im Hintergrund) und der neuen Bibliothek entsteht ein Gebäude, das künftig vom Rechenzentrum und anderen Einrichtungen der Universität Osnabrück genutzt wird

Der Entwurf für das neue Rechenzentrum der Universität Osnabrück zeigt eine hell verkleidete Fassade, geprägt von hohen, schmalen Fenstern in gitterförmiger Anordnung.

Foto:
Jörn Martens, David Ebener, Uni Osnabrück/ Architekturbüro ttsp hwp seidel

Kommentar:

Prachtboulevard der Bildung

Klotzen statt kleckern: Auf dem Campus Westerberg entsteht ein spektakulärer Millionenbau nach dem anderen. Dabei entwickelt sich die Herzkammer von Universität und Hochschule Osnabrück in einem Tempo, von dem die Stadt an anderer Stelle nur träumen kann Stichwort: Neumarkt.

Erst die Mensa, dann das Audimax, kurz darauf die Bibliothek, jetzt auch noch ein neues Rechenzentrum inklusive Verwaltungstrakt für die Uni. Zählt man auch die Multifunktionshalle, das Laborgebäude und das Agrotechnicum hinzu, welche die Hochschule hier bis 2020 aus dem Boden stampfen will, ist klar: Der Bereich rund um die Barbarastraße ist Osnabrücks Prachtboulevard der Bildung. Nicht nur aus architektonischer Sicht.

Die rasante Häutung des ehemaligen Kasernengeländes ist vor allem Ausdruck eines zunehmend härteren Ringens um die klügsten Köpfe. Eine topmoderne Infrastruktur lockt Studenten an, bindet Professoren an Osnabrück und ermöglicht so Forschung, Lehre und Transfer auf hohem Niveau. Auch das AVZ, in Sachen Fassungsvermögen und Zweckmäßigkeit das Trumpf-Ass der Uni, bot dafür jahrzehntelang gute Voraussetzungen. Der plötzliche Verlust des Hochhauses geht deshalb an die Substanz.

Zugleich bietet er die Chance, etwas Neues, Größeres, Besseres zu erschaffen. Schon jetzt zeigt sich die Alma Mater in ihrer Raumnot erfinderisch, mietet, improvisiert allerdings für teures Geld. Nicht ausgeschlossen also, dass sie die ausquartierten Institute auf den Campus Westerberg zurückholt, sobald das AVZ-Grundstück frei wird.
Autor:
Sebastian Stricker


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