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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Landkreis stimmt zu: Pappelallee wird gefällt
Zwischenüberschrift:
Abholzung an Gut Stockum in Bissendorf in zwei Stufen – 30 Bäume sollen nächste Woche entfernt werden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Landkreis Osnabrück genehmigt der Gemeinde Bissendorf die vollständige Abholzung der Pappelallee an Gut Stockum.
Zunächst dürfen aber nur die 30 am stärksten beschädigten Bäume gefällt werden und dies auch erst nach vogelkundlicher Begutachtung.

Bissendorf. Damit entspricht der Fachdienst Umwelt als Untere Naturschutzbehörde des Landkreises im Kern dem Antrag der Gemeindeverwaltung, die auf Grundlage eines Gutachtens zu dem Schluss gekommen war, dass der Großteil der etwa 60 Jahre alten Bäume nicht mehr verkehrssicher sei. Der Kreis knüpft seine Genehmigung allerdings an mehrere Bedingungen, wie Pressesprecher Burkhard Riepenhoff erläutert: In einer ersten Stufe werden zunächst die 30 Pappeln gefällt, deren Stämme faul sind und die den Verkehr akut gefährden.″ Diese erste Fällung habe spätestens bis zum 12. Mai zu erfolgen. Zuvor müssen die Bäume zudem ornithologisch begutachtet werden, um auszuschließen, dass dort Vögel nisten. Die restlichen Bäume müssten kurzfristig von Totholz befreit werden, um die Verkehrssicherheit zumindest provisorisch sicherzustellen. Sie dürfen erst Anfang August, nach Ende der Brutzeit, gefällt werden.

Um den Eingriff in Natur und Landschaft auszugleichen″, sieht der Bescheid des Landkreises eine Neubepflanzung vor, wie sie auch das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Gutachten empfohlen hatte. Demnach müssen im Abstand von zehn Metern Stileichen von der Qualität 10/ 12″ gepflanzt werden das heißt, sie müssen in einem Meter Höhe einen Stammumfang von mindestens zehn bis zwölf Zentimetern aufweisen.

Formal ist der Bescheid eine Befreiung von sonst geltenden Naturschutzvorgaben . Die hatte die Gemeinde ursprünglich für alle 108 Bäume beantragt, um die gesamte Allee auf einmal abholzen zu können wodurch zum einen etwaigen Haftungsschäden durch baumbedingte Unfälle vorgebeugt, zum anderen aber auch schlicht Geld gespart werden sollte. Diesem Ansatz folgte der Landkreis nun nicht: Die erforderlichen Aufwendungen für die Herstellung der provisorischen Verkehrssicherheit″ seien für die Gemeinde im Rahmen ihres Gesamthaushalts als zumutbar″ anzusehen. Anstatt alles in einem Arbeitsgang zu erledigen, müssen die Arbeiter nun zweimal anrücken; außerdem muss die Gemeinde kurzfristig Baumpflegemaßnahmen an den verbleibenden Pappeln vornehmen.

Bürgermeister Guido Halfter begrüßte die Entscheidung: Der Landkreis hat gründlich abgewogen, und wir werden genau das jetzt umsetzen″, sagte er auf Anfrage am Donnerstag. Ein entsprechendes vogelkundliches Gutachten habe die Gemeinde bereits in Auftrag gegeben, sodass die Fällarbeiten Anfang kommender Woche beginnen könnten.

Der von der Gemeinde beauftragte Gutachter hatte jeden Baum einzeln untersucht. Von den 108 Pappeln der Allee sind demnach lediglich acht verkehrssicher. 29 Pappeln sind dem Gutachten zufolge durch Fäule im Stammfuß so stark geschädigt, dass sie ohnehin gefällt werden müssten; hinzu kommt ein Baum, der bereits bei einem Sturm umgeknickt war . Für den verbleibenden Bestand von 70 Pappeln wären laut Gutachten dringende Maßnahmen zur Herstellung der Verkehrssicherheit erforderlich″. Dieser Unterscheidung zwischen besonders stark beschädigten und besonders pflegeintensiven Bäumen folgt der Landkreis nun bei der Priorisierung der Fällarbeiten.

Um die Pappelallee an Gut Stockum hatte es im Gemeinderat mehrfach lebhafte Debatten gegeben. Zuletzt machten sich Anwohner mit einem Förderkreis für den Erhalt der Bäume stark.

Der Pappelstreit″: die Vorgeschichte auf noz.de / bissendorf

Bildtext:
Es bleibt wohl dabei: Die Pappeln an Gut Stockum dürfen laut Landkreis abgeholzt werden.

Foto:
C. Binder
Autor:
Constantin Binder


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