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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Verdreckt und zugemüllt
Zwischenüberschrift:
Ärger über Abfälle vom 1. Mai im Nettetal und am Rubbenbruchsee – Aufräumen auf Kosten der Allgemeinheit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Feiernden sind weg, ihr Müll ist geblieben: Der 1. Mai ist für den Osnabrücker Servicebetrieb ein Großkampftag″, und die Gemeinde Wallenhorst räumt ein, dass ihr Abfallkonzept im Nettetal nicht aufgegangen ist. Das Aufräumen übernehmen die Kommunen auf Kosten der Allgemeinheit.

Wallenhorst/ Osnabrück. Einem Schlachtfeld glich am Dienstagmorgen der Picknickplatz oberhalb des Gasthauses Knollmeyer im Nettetal. Junge Leute hatten am 1. Mai auf dem Gelände am Hohnweg in Rulle massenhaft Müll hinterlassen. Fünf Mitarbeiter der Wallenhorster Gemeindeverwaltung waren damit beschäftigt, den Unrat zu beseitigen Hunderte von Glas- und Plastikflaschen, Scherben und Kronkorken, Kartons und Tüten. Und manch ein ausgedienter Grill lag im Gebüsch.

Das Nettetal ist seit Jahrzehnten Ziel von Touren am 1. Mai. Früher feierten junge Leute ab dem Nachmittag auf dem Parkplatz am Gasthaus Knollmeyer. Vor ein paar Jahren verlagerte sich die Partyszene zum kleinen Picknickplatz am Hohnweg. Dort steht ein Wegekreuz, das die Gemeindeverwaltung sicherheitshalber mit Absperrgittern geschützt hatte. Am frühen Abend des Maifeiertages hielten sich nach Polizeiangaben rund 500 Maigänger auf den Straßen und den angrenzenden Ackerflächen auf, tranken Alkohol und hörten laute Musik.

Plan nicht aufgegangen

Auf Nachfrage sagte Rüdiger Mittmann, Fachbereichsleiter Bürgerservice und Soziales der Gemeinde Wallenhorst: Ich war am Dienstagmorgen persönlich vor Ort und muss einräumen, dass unser Abfallkonzept nicht aufgegangen ist.″ Die Gemeinde habe einen großen Container und zahlreiche Drahtkörbe für den Abfall aufstellen lassen, die kaum angenommen″ worden seien. Im vergangenen Jahr seien für die Aufräumarbeiten etwa 30 Mannstunden angefallen, für dieses Jahr erwarte er einen ähnlichen Aufwand, sagte Mittmann in einer ersten Einschätzung. Ich bin mit der Situation unzufrieden, aber es lässt sich auch nicht alles mit Verboten regeln.″

Die Verwaltung wolle jetzt Lösungen finden, wie die Bevölkerung auf öffentlichen Straßen Maitouren unternehmen könne, ohne dass Müll und Scherben zurückblieben und Getreidefelder zertreten würden, kündigte Mittmann an. Hierfür werde er sich auch mit der Polizei, der kommunalen Jugendpflege und den Fachleuten des Teams Ordnung austauschen. Ich habe keine Patentlösung, aber wir haben die Problematik erkannt″, sagte er.

In Osnabrück zeigten sich die Auswirkungen der Maifeierlichkeiten vor allem am Rubbenbruchsee, wo bis zu 600 Maigänger feierten, und im Schlossgarten. Der 1. Mai ist für uns immer ein Großkampftag″, sagte Kathrin Hofmann vom Osnabrücker Servicebetrieb (OSB); in diesem Jahr sei die Situation durch den Nachtflohmarkt am Samstag verschärft worden. Die Stadt habe an beiden Standorten mehrere Eventtonnen″ aufgestellt, also Mülltonnen für Großereignisse. Was wir da rausholen, ist dramatisch.″ Dennoch hätten OSB-Mitarbeiter ab dem frühen Morgen des 2. Mai auch reichlich herumliegenden Müll aufgesammelt. Es ist eigentlich nicht unsere Aufgabe, anderen hinterherzuräumen″, sagte Hofmann und bemerkte: Die Allgemeinheit muss hier für einige wenige aufkommen das müssten sich die Feiernden vielleicht mal bewusst machen.″

Grundsätzliches Problem

Ohnehin gehe es nicht nur um den 1. Mai als solchen: Die zunehmende Wegwerfmentalität ist ein grundsätzliches gesellschaftliches Thema″, sagte Hofmann und verwies etwa auf die wachsende Menge von Einwegkaffeebechern im Müll. Mit Aktionen wie dem Stadtputztag oder Schulprojekten zur Mülltrennung versuche der Servicebetrieb deshalb seit einiger Zeit, ein Umweltbewusstsein zu schaffen. Klar sei jedenfalls: Kontrollen, etwa durch das OS-Team, sind am 1. Mai sicher nicht die richtige Ansprache.″ Das Müllproblem am Tag der Arbeit müsse spielerischer gelöst werden doch wie, weiß auch Hofmann nicht.

Bilanz des 1. Mai in der Region: Mehr lesen Sie auf noz.de

Bildtext:
Arbeit nach dem Tag der Arbeit: Den Müll, den Maigänger wie hier im Nettetal oberhalb des Gasthauses Knollmeyerzurückgelassen haben, müssen Mitarbeiter der Kommune entsorgen.

Foto:
Holger Jansing
Autor:
Constantin Binder, Holger Jansing


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