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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Die Angst vor der Rückkehr ins „sichere Herkunftsland″
Zwischenüberschrift:
Demonstration gegen Abschiebungen nach Afghanistan
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Die Initiative No Lager Osnabrück″ hat am Samstag eine Demonstration gegen die Abschiebung afghanischer Flüchtlinge veranstaltet.

Am Mittag durchbrachen Trillerpfeifen und Megafone die Stille in der Osnabrücker Innenstadt. Zahlreiche Passanten beäugten neugierig diesen merkwürdigen Zug. Seite an Seite demonstrierten dort Menschen der herkömmlichen Osnabrücker Gesellschaft und jene, deren Leben davon abhängt, Teil dieser Gesellschaft zu werden. Es geht um Geflüchtete aus Afghanistan dem sicheren Herkunftsland″.

No Lager″-Mitglied Mujib Amiri, erklärte den Anlass der Demonstration: Wer aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben wird, kann dort nicht mehr leben. Dann wird gefragt, warum man wiederkommt und was man in Deutschland gemacht hat, ob man mit dem Westen zusammengearbeitet hat. Dadurch sind sie extremer Gefahr durch die Taliban ausgesetzt, die auch in angeblich sicheren Gebieten ihre Verbrechen begehen.″ Bei einer Rückkehr, so Amiri, würde die Situation für die meisten also noch lebensbedrohlicher sein als vor der Flucht.

Die 150-köpfige Demonstration brachte auf ihrem Marsch vom Hauptbahnhof über den Neumarkt und Kamp bis zum Theater zwei Parallelwelten miteinander in Berührung. Die derjenigen, die jeden Tag selbstverständlich den Luxus einer sicheren Existenz genießen, und die derjenigen, die nach einer Flucht aus einem lebensbedrohlichen Land täglich mit der Angst leben müssen, wieder dorthin zurückkehren zu müssen.

Bei dem 24-jährigen Ata Mohamad Babakarkuil ist es bereits so weit, er hat seinen Abschiebungsbescheid erhalten. Seit einem Jahr ist er nun in Deutschland, hat in Afghanistan fast seine ganze Familie verloren. Ich habe mit Amerikanern zusammengearbeitet. Wenn ich nach Afghanistan zurückkehre, warten dort die Taliban auf mich. Ich leide deswegen unter Depressionen und habe große Angst″, sagte er.

Auch Geflüchtete anderer Herkunftsländer wie Adil Abdulnur aus dem Sudan sind gekommen, um für die Situation der etwa 400 Afghanen in Osnabrück auf die Straße zu gehen. Für Menschen vieler verschiedener Nationen ist die Situation sehr schlecht, deswegen muss ich die Demonstration unterstützen″, erklärte er.

Mujib Amiri ist erst einmal begeistert, das Tagesziel erreicht zu haben: Es ist eine richtige Demo geworden, laut und mit vielen Leuten. Die Menschen nehmen uns wahr!″, zog er ein positives Fazit.

Bildtext:
Mit den Parolen Afghanistan ist nicht sicher″ und Stoppt Abschiebung″ zogen die Demonstranten lautstark durch die Osnabrücker Innenstadt.

Foto:
Elvira Parton
Autor:
lewi


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