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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Gezerre um den Neumarkt geht weiter
 
Autofrei? Das Ringen geht weiter
Zwischenüberschrift:
Neumarkt-Gestaltung soll im Herbst beginnen – Planer brauchen klare Vorgabe
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Über das Einkaufscenter am Neumarkt gibt es weiterhin keine Klarheit, aber die Stadt hat sich verpflichtet, den Platz neu zu gestalten. Im Herbst sollen die Arbeiten beginnen, und die Planer feilen schon an den Details. Aber die Frage, ob der Neumarkt autofrei wird oder nicht, ist noch nicht entschieden. Im Rat hat sich zwar eine Mehrheit für die Sperrung ausgesprochen, aber Oberbürgermeister Wolfgang Griesert setzt alles daran, einen entsprechenden Beschluss zu verhindern. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt betonten die Sprecher der Regenbogenkoalition jetzt, dass sie an ihrer Linie festhalten wollen. Am 11. Mai will der Ausschuss sein Votum abgeben, am 30. Mai der Rat. Falls es nicht dazu kommt, kann erst nach der Sommerpause über den Neumarkt entschieden werden.

Autofrei oder nicht? Diese Grundsatzfrage für den Neumarkt spitzt sich zu. In diesen Wochen werden die Details für die Platzgestaltung ausgearbeitet, und die Planer warten auf eine Vorgabe. Aber das Ringen zwischen OB Wolfgang Griesert und der Ratsmehrheit ist noch nicht entschieden.

Osnabrück. Im Herbst soll der Neumarkt nach dem Wettbewerbsentwurf des Berliner Büros Lützow 7 umgestaltet werden. Die Stadt sei vertraglich dazu verpflichtet, erklärte Stadtbaurat Frank Otte am Donnerstag dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt. Für die Planer mache es einen großen Unterschied, ob Fahrspuren für den Individualverkehr angelegt würden oder nicht. Davon sei abhängig, wie die in verschiedenen Grautönen changierenden Betonstreifen, die Gehwegkanten und die Wasserabflüsse angelegt würden.

Otte machte deutlich, dass die bisherige Planung auf einen autofreien Neumarkt abgezielt habe. Alle Anwesenden im Saal wussten aber, dass Oberbürgermeister Wolfgang Griesert inzwischen alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um den Autoverkehr auch weiterhin ungehindert über den Platz rollen zu lassen. Den Neumarkt hatte Griesert kürzlich zur Chefsache erklärt und damit seinem Stadtbaurat die Zuständigkeit für die weitere Planung entzogen.

Neumarkt ohne Busse?

Entscheidend ist, was die Gremien des Rates beschließen″, erklärte der Grünen-Politiker Volker Bajus. Die Beschlusslage sei eindeutig ohne Individualverkehr, betonte auch sein SPD-Kollege Ulrich Hus. Oliver Hasskamp von der FDP, dessen Fraktion ebenfalls der Regenbogen-Koalition für einen autofreien Neumarkt angehört, lenkte die Aufmerksamkeit auf den öffentlichen Nahverkehr.

Er plädierte dafür, auch die Busse von Osnabrücks zentralem Platz fernzuhalten, und erkundigte sich, was das für die Planung bedeute. Stadtbaurat Otte machte deutlich, dass diese Frage vor allem die Bordsteine an den Bushaltestellen berühre. Ich glaube aber nicht, dass wir eine überzeugende Lösung finden, das ganze Buskonzept umzustellen″, fügte er hinzu.

Für die Gegner der Neumarkt-Sperrung schaltete sich die Ausschussvorsitzende Anette Meyer zu Strohen (CDU) in die Diskussion ein und schlug vor, den Platz in zwei Etappen zu gestalten. So könne die Verwaltung mit dem eigentlichen Neumarkt (also vor dem Landgericht) beginnen und den westlich gelegenen Abschnitt am Neuen Graben zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff nehmen. Dann müsse der Rat die Entscheidung über die Autospuren nicht unter Zeitdruck treffen, gab sie zu bedenken.

Fortsetzung am 11. Mai

Theoretisch sei das möglich, befand Stadtbaurat Otte, er würde es dem Ausschuss aber nicht empfehlen. Die aufwendige Oberflächenstruktur erschwere eine Aufteilung in zwei Bauabschnitte. Wenn der Auftrag am Ende von zwei verschiedenen Baufirmen ausgeführt werde, könnte das zu einem fatalen Ergebnis führen.

Eine Beschlussempfehlung lag dem Ausschuss nicht vor. Deshalb soll die Diskussion über den Neumarkt in der nächsten Sitzung am 11. Mai fortgesetzt werden. Am 30. Mai könnte dann der Rat eine endgültige Entscheidung treffen. Wenn nicht, dürfte das Thema erst nach der Sommerpause wieder auf die Tagesordnung kommen.

Die ganze Geschichte über den Neumarkt: Hintergründe und
Analysen lesen Sie im Internet auf noz.de

Bildtext:
So soll der Neumarkt künftig aussehen: Der Wettbewerbsentwurf geht in die Detailplanung. Aber um Fahrspuren für den Autoverkehr wird noch gerungen.

Foto:
Simulation: Lützow 7

Kommentar:

Mit Haken und Ösen

Mit dem Griff in die Trickkiste versucht Oberbürgermeister Griesert, die Mehrheit im Rat auszubremsen. Aber die Regenbogenkoalition, die einen autofreien Neumarkt anstrebt, hält an ihrem Vorhaben fest. Im Mai wird es zum Showdown kommen. Entweder setzt sich die bunte Allianz von SPD und Grünen, FDP, UWG/ Piraten und Linken durch. Oder der OB schafft es noch einmal, den Beschluss der Mehrheit zu sabotieren. Damit riskiert er allerdings, als Bremser der Stadtentwicklung in die Geschichte einzugehen.

Mag ja sein, dass es nichts mehr wird mit dem Einkaufscenter. Für Osnabrück wäre das tragisch, aber für die Entscheidung über den motorisierten Individualverkehr spielt das Center nur eine Nebenrolle.

Fest steht jedoch, dass sich die Stadt verpflichtet hat, den Neumarkt als Platz aufzuwerten. Ob autofrei oder nicht die Planer brauchen Klarheit. Und die kann nur ein Ratsbeschluss liefern, nicht ein Spiel mit Haken und Ösen.
Autor:
rll


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