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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Anwohnerin will Pappeln retten
Zwischenüberschrift:
Geplante Fällung am Gut Stockum: Karin Mennen gründet Förderkreis
Artikel:
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Originaltext:
Gegen die geplante Fällung von 108 Pappeln am Gut Stockum in Bissendorf formiert sich Widerstand. Karin Mennen, die an der Allee eine Kunstschule betreibt, will Bürgermeister Halfter davon überzeugen, die Bäume zu erhalten.

Bissendorf. Anfang des Monats hat Bissendorfs Bürgermeister Guido Halfter klargestellt, dass er zu weiteren politischen Diskussionen über die Pappeln an Gut Stockum nicht bereit sei. Sollte ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten bestätigen, dass die Bäume nicht verkehrssicher sind, werde er kurzfristig die Fällung von 108 Bäumen der gesamten Allee in die Wege leiten, hatte Halfter bei der Ratssitzung am 6. April angekündigt. Voraussetzung sei, dass die Untere Naturschutzbehörde die erforderliche Zustimmung gebe. Dieser Tage soll das Gutachten vorliegen, eine Entscheidung könnte also jederzeit fallen.

Natürliche Kathedrale″

Auch Karin Mennen hatte die öffentliche Ratssitzung besucht als Anwohnerin. Sie betreibt eine Kunstschule am Rande der Allee, die sie als natürliche Kathedrale″ bezeichnet. Mennen glaubt nicht, dass eine Fällung der Bäume die einzige Lösung ist. Beim Bürgermeister will sie sich nun dafür einsetzen, die Bäume so weit wie möglich doch zu erhalten.

Die Verkehrssicherheit muss natürlich gewahrt bleiben, sodass einzelnen Pappeln durchaus gefällt werden können″, räumt Mennen ein. Eine Fällung der gesamten Allee hält sie aber für überzogen. Die Bäume wurden das letzte Mal in den Achtzigern gepflegt, es ist also höchste Zeit für eine professionelle Baumpflege.″ Würden die Bäume nun sachkundig beschnitten und insbesondere das Totholz aus den Baumkronen entfernt, bestünde auch keine Gefahr mehr durch herabstürzende Äste.

Ihre Meinung stützt Mennen auf die Expertise eines professionellen Baumpflegers aus Hörstel, der die Allee an Ostern eigens begutachtet hatte. Dieser habe ihr wie bereits zwei weitere Experten zuvor versichert, dass der Großteil der Bäume zu vertretbaren Kosten″ erhalten werden könne.

Preisgekrönter Radweg

Für einen Erhalt spreche auch, dass eine Etappe der Hase-Ems-Tour eine Fahrradroute durch das Hasetal entlang der Pappelallee verlaufe. Das Projekt Mundraub im Hasetal″, bei dem die Radler ausdrücklich von den angrenzenden Obstwiesen naschen dürfen, gewann 2014 den Deutschen Tourismuspreis. Zudem sei die Allee eine riesige Lunge zwischen den Ausfahrtstraßen und Autobahnen aus der Stadt Osnabrück″ und erfreue sich bei Kindern und Spaziergängern großer Beliebtheit. Die von Halfter angekündigte Pflanzung von Stieleichen könne den Alleecharakter für lange Zeit″ nicht ersetzen, so Mennen.

Mit 60 Mitstreitern habe sie nun den Förderkreis Pappelallee Gut Stockum″ gegründet, sagt Mennen. Wir wollen keinen Krawall machen, sondern den Bürgermeister mit unseren Argumenten überzeugen″, sagt sie. Und was, wenn der Erhalt der Allee doch teurer würde als die Fällung? Dann ist die Bereitschaft zu spenden sicher da″, ist Mennen überzeugt.

Wie beim Zahnarzt″

Unterstützung findet der Förderkreis auch bei Claus Kanke, der als Vorsitzender der Bissendorfer Grünen mehrfach für den Erhalt der Bäume geworben hatte. Er begrüße, dass nun ein privates Engagement außerhalb der politischen Gremien zu sehen sei, sagt Kanke auf Anfrage.

An Bürgermeister Halfter und die Verwaltung appelliert er, sich auf einen Mittelweg einzulassen und nur die wirklich kranken Bäume zu fällen. Das ist wie beim Zahnarzt: Der eine empfiehlt, den Zahn zu ziehen, und der andere sagt, es sei kein Problem, den Zahn zu retten″, sagt Kanke. Welches die beste Lösung sei, müsse auch in Bezug auf die Pappelallee unter Berücksichtigung aller Aspekte abgewogen werden.

Der Pappelstreit″: Die Vorgeschichte lesen Sie auf noz.de/ bissendorf
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Bildtext:
Für den Erhalt der Pappelallee an Gut Stockum wirbt Karin Mennen. Im Zweifel könnten Spender für die Kosten aufkommen, sagt sie.

Foto:
Constantin Binder
Autor:
Constantin Binder


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