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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Lärmtest: Mit Handy durch die Stadt
Zwischenüberschrift:
Höchstwerte an Berliner Platz und Iburger Straße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Wer wissen will, wie laut seine Umgebung ist, kann auf verschiedene Smartphone-Apps zurückgreifen. Wir haben sie in Osnabrück getestet.

Lärm schadet nicht nur dem Gehör, sondern kann auch zu Bluthochdruck, Konzentrations- und Schlafstörungen führen. Bereits das Wohnen an einer Hauptverkehrsstraße erhöhe das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, warnt Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen.

Um herauszufinden, wie laut es an Ring und fünf weiteren Orten in Osnabrück ist, eine Extremsituation: montags ab 17 Uhr im Feierabendverkehr.

Höchstwerte von bis zu 85 Dezibel erreichten der Berliner Platz und die Bahnbrücke an der Iburger Straße. Eine der vier getesteten Apps vergleicht solche Werte mit Weckerklingeln, Schreien oder zutreffenderweise mit einer belebten Straße. Als ein Zug vorbeifährt, macht das bei der Messung auch keinen Unterschied mehr.

Besonders geräuschvoll ist es auch an Johannistorwall und Neumarkt. Je nach Ampellicht und App schwanken die Werte zwischen 40 und 80 Dezibel. Während eine App alles unter 60 Dezibel noch als ungefährlich einschätzt, könnten die gemessenen Höchstwerte bei ständiger Belastung dauerhafte Gehörschäden″ verursachen.

Auch in der fahrradfreundlichen Katharinenstraße bleibt der Zeiger zwischen 20 und 70 Dezibel in Bewegung. Denn auf Leere folgen sich unterhaltende Radfahrer und durchrollende Autos. Für vergleichbar viel Lärm sorgen der App zufolge rauschende Blätter oder ein klingelndes Telefon. Selbst der nicht besonders stark frequentierte Bürgerpark ist keine totale Oase der Ruhe. Dass es dort im Schnitt genauso laut ist wie in der Fahrradstraße, liegt wohl an Kindern und Vogelgezwitscher.

Entwarnung angesichts der Ergebnisse gibt Anke Lesinski-Schiedat, Leiterin des Deutschen Hörzentrums der HNO-Klinik Hannover. Schäden am Gehör bekomme erst, wer täglich acht Stunden lang über 85 Dezibel ausgesetzt sei und das über einen Zeitraum von zehn Jahren. Geringerer Lärm ist zwar nervig, verursacht aber keine Hörschäden″, sagt die Ärztin. Insgesamt hängt das Risiko laut Lesiniki-Schiedat nicht nur von Lautstärke und Dauer, sondern auch von genetischer Veranlagung ab.

Ob Geräusche psychische Folgen haben, komme vor allem auf das eigene Nervenkostüm an. Schon Drucker oder Kindergärten können Belastungen sein″, erklärt die Ärztin, je nachdem, ob man sich darüber aufregt.″ Zu bedenken ist bei den Tests, dass Smartphones nicht so präzise sind wie Schallpegelmesser. Schon Wind, Regen oder Fingerbewegungen lassen die Zeiger der Apps ausschlagen. Tendenziell decken sich die Ergebnisse jedoch mit der Lärmkartierung der Stadt.

Bildtext:
Rast der Verkehr vorbei, schlägt der Zeiger aus. Am Berliner Platz erreichten am Montag die vier getesteten Apps Höchstwerte.

Foto:
Michael Gründel
Autor:
vbu


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