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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
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Überschrift:
Brunnen am Bahnhof wird abgerissen
 
Brunnen am Bahnhof wird abgerissen
Zwischenüberschrift:
Fläche für Außengastronomie?
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück. Der Dreiecksbrunnen auf dem Bahnhofsvorplatz wird abgerissen. Wie die Stadtverwaltung gestern mitteilte, beginnen die Abrissarbeiten am Dienstag kommender Woche. Der Brunnen, der von Architekt Helge Bofinger entworfen worden war, wurde vor 17 Jahren gebaut. Damals gestaltete man den ganzen Bahnhofsvorplatz neu. In Betrieb war der Brunnen bis Ende 2014, dann wurde das Wasser abgelassen. Der Grund: Das Rohrsystem war undicht, und Wasser sickerte in den Keller des benachbarten Hotels. Unklar ist, wie die frei werdende Fläche in Zukunft genutzt werden kann. Der Betreiber des Hotels Advena, Horst Strasser, hatte schon vor einem Jahr Interesse, den trockenen Brunnen für eine ganzjährige Außengastronomie zu nutzen. Von der Abrissentscheidung wurde auch er überrascht.

Die Quadratur des Dreiecks ist missglückt. Endgültig. Der kantige Brunnen auf dem Bahnhofsvorplatz wird nach Ostern abgerissen. Alle Versuche, das einst bewunderte Wasserspiel zu retten, sind fehlgeschlagen.

Osnabrück. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, sollen die Abrissarbeiten am Dienstag nach Ostern beginnen und am Freitag beendet sein.

Der Zierquell mit der faszinierend glatten Wasseroberfläche war im Jahr 2000 im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes gebaut worden. Das Wasser-Dreieck war ein Liebling von Investor Fritz Scholle und Architekt Helge Bofinger aus Wiesbaden. 600 000 Mark soll der Brunnen gekostet haben, etwas mehr als die Hälfte soll Scholle aus eigener Tasche dazugelegt haben.

Bis Ende 2014 floss das Wasser gleichmäßig über die Kanten, wodurch eine gleichbleibend glatte Wasseroberfläche entstand, allenfalls vom Wind, planschenden Kinderfüßen oder Enten gekräuselt. Doch dann zog die Stadt den Stöpsel: Das Rohrsystem war undicht geworden, Wasser trat aus und sickerte in den Keller des benachbarten Hotels.

Da die undichten Rohre seinerzeit überwiegend innerhalb der Betonfundamente und der Sohlplatte verlegt worden waren, ist eine Reparatur nur unter großem Aufwand möglich, sodass die Kosten einem Neubau des Brunnens gleichkommen würden″, heißt es in der gestrigen Mitteilung der Stadt. Dies sei angesichts der Haushaltslage der Stadt Osnabrück nicht darstellbar. Eine Grundsanierung hätte nach früheren Schätzungen der Stadt zwischen 180 000 und 250 000 Euro gekostet.

Straßencafé

Stadtbaurat Frank Otte findet den Abriss schade″, sieht aber keine andere, wirtschaftlich vertretbare Lösung. Architekt Helge Bofinger erhält von der Stadt eine Entschädigung, weil der Abriss des Brunnens in seine Urheberrechte eingreift. Die Höhe der Entschädigung nannte Otte nicht.

Unklar ist noch, wie die Fläche in Zukunft genutzt werden kann. Der Betreiber des benachbarten Hotels Advena, Horst Strasser, hatte schon vor einem Jahr Interesse, den trockenen Brunnen für eine ganzjährige Außengastronomie zu nutzen. Von der Abrissentscheidung wurde auch er überrascht. Strasser hatte vorgeschlagen, die Kosten für die Umwandlung des Wasserspiels in einen gehobenen Biergarten zu übernehmen, wenn ihn die Stadt im Gegenzug von den Sondernutzungsgebühren für die etwa 250 Quadratmeter große Fläche befreie.

Darauf wollte sich die Stadt nicht einlassen. Wir sind mit dem Konzept von Herrn Strasser grundsätzlich einverstanden″, so Stadtbaurat Otte, bevorzugen aber eine andere finanzielle Regelung.″ Und die heißt: Die Stadt reißt ab, richtet die Fläche her und kassiert Sondernutzungsgebühren von etwaigen Betreibern einer Außengastronomie. Ob Hotelier Horst Strasser darauf eingeht, ist noch offen: Ich werde erst mal abwarten, wie die Fläche gestaltet wird.″

Am kommenden Dienstag werde die Baustelle eingerichtet, teilte die Stadt mit. Die Fläche werde abgesperrt und gesichert. Die eigentlichen Abbrucharbeiten sollen am Mittwoch gegen 9 Uhr beginnen – „ aus Rücksichtnahme auf die anliegenden Hotels″, wie es in der Mitteilung heißt.

Dabei werden die Betonteile des ehemaligen Wasserbeckens mit einer Betonschere gebrochen, stückweise verladen und abtransportiert. Auf diese Weise werden Schall und Staubemissionen reduziert. Die frei werdende Fläche solle dann möglichst zeitnah gepflastert werden.

Springbrunnen in der Stadt: schön anzusehen, aber teuer im Unterhalt. Was meinen Sie? noz.de/ lokales

Bildtext:
Der Bahnhofsbrunnen vor dem Hotel Advena gestern im Regengrau. Das spitze Becken wird kommende Woche abgerissen.

Foto:
Swaantje Hehmann

Kommentar:

Schade drum

Nehmen wir also Abschied von einem eleganten Schmuckstück, das nur vier kurze Jahre lang Bahnreisenden mild plätschernd ein Hallo entbot. Schade drum. Der Brunnen, der markant die Häuserfluchten aufgriff und auf dem Vorplatz zusammenführte, hatte was.

Trotzdem: Es ist gut, dass die Stadt endlich eine Entscheidung getroffen hat und zur Tat schreitet. Der Zierquell war in den zwölf Jahren seines Stillstands längst zum Schandfleck geworden. Eine Rückkehr zum Urzustand wäre in der Tat zu teuer gewesen.

Das Pech mit dem Bahnhofsbrunnen kann der Stadt eine Lehre sein. Wasser ist ein beliebtes Gestaltungselement, das aber hohe technische Anforderungen stellt. Die Planer sollten daher genau hinsehen, bevor sie an anderer Stelle wie etwa auf dem neuen Neumarkt fröhliche Fontänen aus dem Boden schießen lassen.
Autor:
hin


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