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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kammer unterstützt „Neue Schule″
Zwischenüberschrift:
Besser auf Berufe vorbereiten
Artikel:
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Originaltext:
Mit der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim (HWK) hat das Konzept der Neuen Schule″ in Osnabrück jetzt einen gewichtigen Fürsprecher gefunden.

Osnabrück. Diese Schule ist genau das, was wir brauchen″, legt sich HWK-
Präsident Peter Voss für die Idee der Schulleiter der
drei Innenstadtschulen ins Zeug.

Im Gespräch mit unserer Redaktion loben Voss und der stellvertretende HWK-Hauptgeschäftsführer Harald Schlieck die Pläne der Schulleiter der Hauptschule Innenstadt, der Schule an der Rolandsmauer (Förderschule Lernen) und der Möser-Realschule, gemeinsam eine Neue Schule″ ins Leben zu rufen.

Arbeit muss Spaß machen

Das Konzept ist begeisternd″, sagt Voss. Es sehe eine ganz klare Ausrichtung für die Vorbereitung auf das Berufsleben vor. Die Neue Schule″ wolle ihre Schüler dafür begeistern, dass Arbeit Spaß mache, berichtet Schlieck von einem Gespräch mit den Schulleitern.

Das zentrale Anliegen der Neuen Schule″ ist die Vermittlung einer stringenten Lebenswelt- und Berufsorientierung. Sie erlaubt den Schülern eine bewusste Auseinandersetzung mit ihrer Lebenswirklichkeit und die Entwicklung einer eigenen Perspektive mit Hinblick auf ihre berufliche Zukunft.

Die Neue Schule″ soll fünfzügig sein und die Jahrgangsstufen fünf bis zehn führen. Die Leiter der drei beteiligten Schulen haben ihr Konzept bereits im Jahr 2015 der Stadt und der Landesschulbehörde vorgelegt. Wir haben das Konzept auch schon 2015 kennengelernt″, so Schlieck, der bedauert, dass zwei Jahre ins Land gegangen sind, ohne das die Neue Schule einen entscheidenden Schritt weitergekommen sei.

Voss und Schlieck wollen nun unter anderem in Gesprächen mit der Politik für die Idee werben und möglichst zügig zu Erfolgen kommen. Demnach sollen Besuche der Stadtratsfraktionen in der HWK in diesen Wochen genutzt werden, um für das Konzept der drei Schulen zu werben und die eigenen Ideen zu diesem Thema vorzustellen.

Schwierige Rechtslage

Wo wir können, wollen wir die Neue Schule unterstützen″, so Schlieck. Zwar sei der HWK eine direkte finanzielle Förderung per Gesetz untersagt, Hilfestellung sei aber auf vielfältige andere Weise möglich. Wenn die Handwerkskammer den Bau einer Autobahn fördern kann, . . .″, spielt Voss mit einem Lächeln auf den Einsatz der HWK beim Bau der Emslandautobahn an. Schlieck zeigte sich überzeugt, dass viele Mitgliedsbetriebe ein großes Interesse haben, die Neue Schule zu unterstützen.

Mögliche Hilfestellungen sieht Voss zum Beispiel bei der Ausstattung einer Neuen Schule. Für die HWK selber können wir uns selbstverständlich eine direkte Kooperation zum Beispiel durch
die Nutzung unserer Werkstätten vorstellen″, so Schlieck.

Die Neue Schule wolle ihre Schüler ganz gezielt auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten und biete dafür neue konzeptionelle Lösungen. Voss und Schlieck wollen ihre mit viel Begeisterung vorgetragene Unterstützung für die Neue Schule und ihr Bildungsprogramm nicht als Abwertung der bestehenden Systeme verstanden wissen. In ihren Augen stoßen die drei Schulleiter mit ihrer Idee von Schule aber in einen bisher nicht abgedeckten Bereich vor.

Projekt nicht vergeigen

Unser Bildungssystem ist gut, aber es ist auch noch Luft nach oben″, so Schlieck. Wir haben hier ein tolles Projekt. Wir sollten das nicht vergeigen″, mahnt Voss.

Schule im Wandel: mehr Berichte auf www.noz.de/ os

Foto:
Jörn Martens

Kommentar:

Partner mit Gewicht

Da kommt ja schon fast so etwas wie Aufbruchstimmung beim Thema Schulpolitik auf.

Nachdem der Vorsitzende des Schulausschusses, Jens Martin (SPD), ein Plädoyer für eine überparteiliche Zusammenarbeit gehalten und ein wirklich überlegenswertes Modell für eine zukünftige Osnabrücker Schullandschaft vorgelegt hat, meldet sich nun die Handwerkskammer zu Wort und signalisiert Unterstützung bei der so wichtigen Frage der Neuen Schule″.

Mit ihrem mit viel Verve vorgetragenen Wunsch, dieses Konzept in der Innenstadt doch möglichst schnell umzusetzen, haben Peter Voss und Harald Schlieck ein sehr deutliches Signal gesetzt. Dass dieser Einsatz nicht von ungefähr kommt und ein Stück weit von den eigenen Nachwuchs-Problemen getrieben ist, macht ihn nicht schlechter.

Die HWK ist ein Partner mit Gewicht, den im Boot zu haben auf gar keinen Fall schaden kann.

Die drei Schulleiter der Schulen in der Innenstadt haben den Ball mit ihrem Besuch bei der HWK nach langer Pause wieder aufs Spielfeld geworfen. Die HWK hat ihn in den Strafraum gespielt, Politik und Verwaltung sind nun aufgerufen, diese Flanke zu verwerten.
Autor:
Dietmar Kröger


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