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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Heinrich-Röper-Weg soll bleiben
Zwischenüberschrift:
Bürgerverein Neustadt spricht sich einstimmig gegen eine Umbenennung aus
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Bürgerverein Neustadt hat sich in seiner jüngsten Mitgliederversammlung einstimmig gegen eine Umbenennung des Heinrich-Röper-Wegs ausgesprochen. Dessen Namensgebung ist wegen angeblicher historischer Belastung Röpers in die Kritik geraten.

Osnabrück. Weil er im Einzugsbereich des Bürgervereins Neustadt liegt, befasste sich die Versammlung nur mit diesem und nicht mit den beiden anderen zur Änderung vorgesehenen Osnabrücker Straßennamen Carl-Diem-Straße und Giesbert-Bergerhoff-Straße.

Zur Meinungsbildung in Sachen Röper trug bei, dass mehrere Mitglieder des Vereins in der ehemaligen Hammersen-Werkssiedlung am Heinrich-Röper-Weg wohnen, teils selbst noch in der Großweberei gearbeitet haben oder durch ihre Eltern einen Eindruck vermittelt bekommen haben, welch hohes Ansehen Prokurist Heinrich Röper bei den Beschäftigten genoss.

Er stand demnach für die umfangreichen sozialen Unterstützungseinrichtungen des Werks. Verbilligte Werkswohnungen gehörten zu den freiwilligen Sozialleistungen ebenso wie etwa der Werkskindergarten an der Miquelstraße, eine Fabrikkrankenschwester, die Werkssparkasse, eine Unterstützungskasse für in Not geratene Mitarbeiter, betriebliche Zusatzrenten und Einkellerungsbeihilfen″ nach der Kartoffelernte.

Da Röper neben der Buchhaltung auch der Personalabteilung vorstand, verfügte er über die Instrumente, um die vom Vorstand abgesegneten sozialen Maßnahmen auszugestalten.

Die bloße Zugehörigkeit zur SA-Reserve, die Röper jetzt von der Osnabrücker Friedensinitiative (Ofri) vorgeworfen werde, dürfe nicht das Gesamturteil über den Menschen bestimmen, meinte ein Vereinsmitglied, das sich eingehender mit Leben und Wirken Röpers befasst hat. Es sei kein einziger Fall vorgebracht worden, in dem Röper in seiner Eigenschaft als SA-Führer einem anderen Menschen einen Schaden zugefügt hätte. Außerdem sei Röper bereits im Juli 1938 gestorben, also zu einer Zeit, als zumindest noch nicht das gesamte Ausmaß der Verbrechen des NS-Regimes erkennbar gewesen sei.

Bei einer privat initiierten Befragung aller Bewohner des Heinrich-Röper-Wegs hätten sich 80 Prozent für eine Beibehaltung des Namens ausgesprochen, hieß es in der Sitzung.

Die Aussprache in der Mitgliederversammlung endete schließlich mit einem Appell an den Rat, die im Kulturausschuss bereits befürwortete Umbenennung nicht umzusetzen. Außerdem nahm der Vereinsvorsitzende Wolfgang Schaper mit Befremden″ zur Kenntnis, dass im Kulturausschuss die Marschrichtung vorgegeben worden sei, die Umbenennung ohne vorherige Bürgerbeteiligung durchzusetzen. Es sei zynisch, wenn die Ofri die Anlieger damit abspeise, dass ihnen ja der Klageweg gegen die Umbenennung offenstehe. Das war 2002 beim ersten Versuch, die Carl-Diem-Straße umzubenennen, noch anders. Damals wurden die Anwohner angehört und aufgrund ihrer fast geschlossenen Ablehnung der Versuch fallen gelassen″, führte Schaper aus. Weshalb die Stadt jetzt hinter diese demokratische Spielregel zurückfalle, sei ihm schleierhaft.

Auf der Tagesordnung stand weiterhin ein Förderantrag des Hortes Rosenkinder″ an der Rosenplatzschule. Hortleiterin Petra Nieweg trug vor, dass von 60 Kindern 52 einen Migrationshintergrund haben. Ein jährlicher Ausflug mit den Kindern habe sich als sozialpädagogisch sehr wertvoll erwiesen. Da aber viele Eltern finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet seien, gehe das nicht ohne einen Sponsor. Die Versammlung beschloss einstimmig, Bus- und Eintrittskosten für eine Fahrt zum Freizeitpark Slagharen großzügig zu unterstützen.

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Bildtext:
Am Heinrich-Röper-Weg im Stadtteil Schölerberg dominieren Einfamilienhäuser das Bild. Das Wohngebiet fungierte ursprünglich als Werkssiedlung der Firma Hammersen.

Foto:
Jörn Martens
Autor:
Joachim Dierks


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