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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Justus-Möser-Linde″ erinnert an ersten Förster
Zwischenüberschrift:
Am Rubbenbruchsee gepflanzt – Schweine zählen gehört heute nicht mehr zu den Aufgaben
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Vor rund 250 Jahren bekam Osnabrück seinen ersten Oberförster. Als Erinnerung daran und zum Tag des Waldes pflanzten Vertreter der Stadt und der niedersächsischen Landesforsten die Justus-Möser-Linde″ am Rubbenbruchsee. Anlass nachzufragen: Was machen Förster heute?

Aus der Not heraus″ sei Alexander Moritz Kruse 1766 als Oberförster eingesetzt worden, erzählt Ulrich Zeigermann. Er leitet das Forstamt Ankum, das zu den niedersächsischen Landesforsten gehört und auch für Osnabrück zuständig ist. Damals besorgte sich die Bevölkerung Holz zum Heizen und Bauen selbst aus möglichst nahe gelegenen Wäldern. Weil bestehende Nutzungsregeln obsolet waren, wurden die Bestände ab dem Dreißigjährigen Krieg zunehmend übernutzt. (Weiterlesen: Förster sprechen von Anarchie im Teutoburger Wald″)

Die Menschen dachten sich: Das wächst schon wieder″, erklärt Zeigermann. Doch als dann immer mehr Teile des Waldes verstaatlicht wurden, musste eine Lösung her, um die Nutzung der großen Flächen zu regeln. Die passende Idee hatte der Osnabrücker Staatsmann Justus Möser durch seinen Einsatz kam Kruse ins Amt. Ihm ist deshalb die neu gepflanzte Linde gewidmet.

Wald bewachen und Schweine zählen

Der Förster sollte den Wald hauptsächlich vor der Überwirtschaftung schützen sowie den Zustand dokumentieren. Und Schweine zählen. Denn viele Menschen brachten ihre Rotten zum Fressen in den Wald. Die Förster gingen vor allem polizeilichen Tätigkeiten nach″, sagt Zeigermann, deshalb waren sie früher auch nicht so beliebt.″ (Weiterlesen: Der Osnabrücker Justus Möser als Pionier der Lokalpresse) Nichtsdestotrotz werden Förster bis heute eingesetzt. Die acht Revierförster, die heute für die Osnabrücker Wälder zuständig sind, besuchen die Bestände und begutachten sie, passen auf, verkaufen Brennholz und regeln die Jagd. Alle zehn Jahre steht zudem eine Inventur an. Ihre Aufgaben sind denen von Kruse also durchaus ähnlich nur Schweine zählen müssen die Förster heute nicht mehr.

Früher Holz, heute Ruhe

Wie die Bevölkerung die Wälder nutzt, hat sich laut Zeigermann jedoch geändert: Früher wollten die Menschen Holz haben, heute ihre Ruhe. Ob Naherholung auch in Zukunft am wichtigsten sei, bleibe aber abzuwarten. Genug zu tun gibt es sowieso, beispielsweise in den zahlreichen alten Waldstücken: Über 200-jährige Buchen brechen irgendwann zusammen″, erklärt Zeigermann. Da stelle sich die Frage, ob sich die Förster heraushalten oder eingreifen sollten, zumal umstürzende Bäume zur Gefahr für Waldbesucher würden. (Weiterlesen: Gartenabfälle schaden den Osnabrücker Wäldern) Wer Revierförster werden will, muss Forstwissenschaften studieren. Eine Forstwirtlehre hingegen bereitet auf die praktischen Arbeiten vor. Die notwendigen charakterlichen Qualitäten zählt Zeigermann auch auf: Interessenten sollten keine Stubenhocker sein, und das Alleinsein im Wald dürfe ihnen nichts ausmachen. Wetterfest sollten sie auch sein″, ergänzt er. Als Forstamtsleiter arbeite er selbst allerdings viel vom Schreibtisch aus.

Bildtext:
Die„Justus-Möser-Linde″ pflanzte Ulrich Zeigermann, Leiter des Forstamtes Ankum, mit Vertretern der Stadt am Osnabrücker Rubbenbruchsee.

Foto:
Jörn Martens
Autor:
vbu


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