User Online: 1 | Timeout: 04:05Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Siedlungsschätze und Angsträume
Zwischenüberschrift:
Applaus im Bürgerforum: Entwicklungskonzept für den Stadtteil Schinkel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ein Entwicklungsplan für den Schinkel, der Gestank in der Diesterweg-Sporthalle und die Sanierung des Kalkrieser Weges: Besucher des Bürgerforums für die Stadtteile Gartlage, Schinkel, Schinkel-Ost und Widukindland diskutierten und applaudierten.

Osnabrück. Der Stadtteil Schinkel soll schöner werden in vielerlei Hinsicht. Die Verwaltung bereitet sich mit Bürgern und Akteuren des Stadtteils auf ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept″ vor. Die Stadt will sich damit für die Aufnahme in das Bundes- und Landesprogramm Soziale Stadt″ vorbereiten. Sollte Osnabrück mit dem Konzept für den Schinkel den Zuschlag erhalten, fließen auf zehn Jahre verteilt 15 Millionen Euro auf einem 110 Hektar großen Gebiet in den Stadtteil. Der Bund, das Land und die Stadt würden dann je ein Drittel zahlen.

Helma Pötter vom Fachbereich Städtebau berichtete von bisheriger Vorarbeit unter anderem in der Bürgerwerkstatt. Zur Bestandsaufnahme gehöre die Entdeckung der Potenziale im Stadtteil mit vielen Innenhöfen, die jedoch bisher nicht genutzt werden könnten, Siedlungsschätze″ einerseits, störende Gebäude andererseits, viel Grün, jedoch auch Angsträume″ und eine fehlende Quartiersmitte, vielfältiges Stadtteilleben mit kleineren Geschäften und gleichzeitig die Entstehung von Parallelgesellschaften. Es sei beklagt worden, dass viele nebeneinander herleben″. Erfreulich sei ein hoher Kinderanteil, bedauerlich jedoch eine ebenfalls hohe Kinderarmut. Das Image des Schinkels das hätten die Bürger vorgebracht sei nicht so positiv″. Viele wünschten sich auch ein schöneres Erscheinungsbild für den Eingang in ihren Stadtteil. Helma Beckers Zusammenfassung kam bei den Besuchern des Bürgerforums gut an. Sie applaudierten.

Es stinkt in der Sporthalle der Diesterwegschule weiterhin. Eltern sind nach wie vor empört darüber, dass sich ihre Kinder in einer solchen Umgebung aufhalten müssen. Der Gestank aus dem Schwingboden sei derart intensiv, dass er sich in der Kleidung festsetze. Jüngst sei die Halle wieder von Schimmel befallen gewesen. Schuldezernent Wolfgang Beckermann plädierte für Abriss und Neubau. Dafür applaudierten ihm die Eltern, die sich dennoch weiterhin in Geduld üben müssen, denn: Obwohl die Halle der Diesterwegschule auf der Prioritätenliste mittlerweile den zweiten Platz erklommen hat, dürfte es noch vier oder fünf Jahre dauern, bis sie dran ist. Bis dahin wird die Stadt noch mit den Hallen des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums und der Rosenplatzschule beschäftigt sein. Zumindest besteht keine Gesundheitsgefährdung″, wie SPD-Ratsherr Frank Henning als Moderator des Bürgerforums verkündete.

Empörung am Kalkrieser Weg: Google-Maps hat die idyllische Straße im Widukindland entlang der Bahn noch nicht einmal erfasst. Was den Anwohnern nicht gefällt, sind die Sanierungsarbeiten und das Verhalten der Verwaltung. Einige befürchten gar einen Schildbürgerstreich″, denn wie Elke Hörnschemeyer berichtet, werden die seit etwa 1950 vorhandenen Entwässerungsrohre durch neue ersetzt werden, die höher liegen als die alten: Das vom Schinkelberg herabfließende Wasser läuft auf einige der Grundstücke und kann nicht abfließen; das Regenwasser sammelt sich in Pfützen und bleibt stehen.″ Und eine Baustelle stehde daher unter Wasser. Anwohner ärgerten sich über freche Antworten″ von Mitarbeitern der Verwaltung während einer Ortsbegehung. Manche treibt es um, dass sie an den Kosten beteiligt werden sollen. Henning resümierte: Da scheint bei der Kommunikation einiges im Argen zu liegen.″ Wolfgang Beckermann versprach den Anwohnern, dass ihre Kritik berücksichtigt werde: Wir nehmen das sehr ernsthaft mit.″ Henning schloss sich an: Wir nehmen das auch mit in den Verwaltungsausschuss.″ Carsten Friderici, Vorsitzender des Bürgervereins Schinkel, mahnte anspielungsreich: Nicht dass das wieder versackt!

Garagen statt Bäume? Anwohner der Wissinger Straße zwischen der Blücherstraße und dem Grenzweg wünschen sich, dass sie an der Böschung zum Bahndamm Unterkünfte für ihre Autos bauen dürfen. Aber: Das wird nicht befürwortet″, berichtete Helma Pötter vom Fachbereich Stadtplanung, denn: Dann wäre die Grünkulisse weg.″ Das findet auch Bürgervereinsvorsitzender Friderici: Es wäre äußerst problematisch, dort Betonkästen hinzusetzen da kriege ich Pickel! Es gebe ausreichend Parkplätze in der näheren Umgebung.

Der Zustand des Ickerweges zwischen der Bremer Straße und dem Bahnübergang wird seit vielen Jahren stets aufs Neue bedauert. Die Verwaltung brachte eine erfreuliche Nachricht mit: 2018 soll Geld für den Ickerweg zur Verfügung stehen.

Weitere Berichte aus den Stadtteilen auf www.noz.de/ os

Bildtext:
Bahn und Metallverarbeitung spielten einst Hauptrollen. Das Leben in Schinkel ist vielfältiger geworden. Dazu gehört auch eine Skate-Halle wie hier im Hasepark. Bürger und Verwaltung arbeiten an einem Entwicklungskonzept.

Foto:
David Ebener
Autor:
Jann Weber


Anfang der Liste Ende der Liste