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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Aktion für Erhalt der Förderschulen
Zwischenüberschrift:
Flashmob zur Inklusion am Nikolaiort
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück. Eine Frau hebt das überdimensionierte Zeichendreieck und schlägt zwei-, dreimal dagegen. Dann legt sie den Finger auf die Lippen: Pssttt! Es wird hörbar leiser auf dem belebten Osnabrücker Nikolaiort. Rund 100 Leute nehmen an dem Flashmob unter dem Motto Inklusion - aber richtig! teil.

Samstag, kurz vor 13 Uhr, beste Einkaufszeit, wenn man sich denn rechtzeitig einen Platz in einem der Parkhäuser geangelt hat und nicht wie andere in der Warteschlange davorsteht. Wer genau hinschaut und hinhört, bemerkt auf dem Nikolaiort aber einen Unterschied zu anderen Samstagen auf dem Platz im Herzen der Fußgängerzone: Dutzende Leute stehen in kleinen Gruppen zusammen, viele, auch der Schulzeit längst Entwachsene haben einen Schulranzen dabei, an denen große Blätter befestigt sind. Aus einigen Rucksäcken ragen lange Lineale, wie sie einige noch aus ihrer Schulzeit kennen. Die Leute tuscheln, während andere vorbeieilen, dem nächsten Einkaufsziel entgegen.

Dann, kurz nach 13 Uhr, formiert sich die Gruppe mitten auf dem Nikolaiort, das fast unvermeidliche Schwungtuch wird ausgepackt und auf das Zeichen der Frau hin wird es leiser. Viele Teilnehmer stehen still, wirken wie eingefroren. Der Flashmob läuft, notgedrungen müssen die Passanten, die sonst einfach über den Platz schlendern, einen kleinen Umweg in Kauf nehmen und die rund 100 Flashmob-Teilnehmer umrunden.

Und reagieren dabei völlig unterschiedlich: Eine Gruppe VfL-Fans genau genommen drei Jungs, fünf Bier lassen sich von der Menschenmenge auf dem Nikolaiort auf dem Weg zum Heimspiel nicht stören und ziehen ungerührt vorbei. Ein junger Mann graue Jogginghose, Kippe in der Hand, Begleitung zwei Schritte dahinter spuckt vor Schäfer routiniert aus und zieht samt Begleitung weiter in Richtung Einkaufsziel C& A.

Wieso stehen hier so viele Menschen?″, fragt ein kleines Mädchen seine Mutter. Das sieht nach Lehrerprotest aus″, spekuliert ein Passant über die Gründe. Und liegt damit zumindest nicht völlig falsch: Es geht um Schule, genauer gesagt um Inklusion. Eltern und Lehrer haben sich zu einem Arbeitskreis zusammengetan, der die Idee der Inklusion zwar begrüßt, die aktuelle Umsetzung aber für suboptimal hält: Es gebe viele Schüler, für die die bestehenden Rahmenbedingungen nicht ausreichten. Gefordert wird das Recht, zu einer Förderschule zu gehen, statt diese abzuschaffen.

Die Ziele sind damit klar: Erhalt der Förderschulen Lernen für alle Klassenstufen, mehr Förderschullehrerstunden für Inklusionsschüler, immer zwei Lehrer, die in den Grundschulen den Unterricht machen.

Gut fünf Minuten später ist die Aktion vorbei: Die Gruppe löst sich auf, es wird wieder lauter auf dem Nikolaiort. Den Passanten werden noch schnell gelbe Infozettel in die Hand gedrückt.

Bildergalerie von der Aktion auf noz.de/ bilder

Bildtext:
Aktion für richtige Inklusion: Rund 100 Leute nahmen an dem Flashmob unter dem Motto Inklusion aber richtig! teil.

Foto:
Thomas Osterfeld
Autor:
pm


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